Ausstellung 18.09.21 bis 23.01.22

Museum Wilhelm Busch

Aiga Rasch: Die drei ???

Neue Einblicke in die Entstehungsgeschichte der Kult-Serie

Hannover, Museum Wilhelm Busch: Charakteristisch für Aiga Rasch sind plakative, narrative Motive mit hohem Wiedererkennungswert und grelle, ästhetisch aufeinander abgestimmte Filzstiftfarben. Die Ausstellung bietet zudem spannende neue Einblicke in die Entstehungsgeschichte der Kult-Serie. Bis 23.1.22

Seit mehr als einem halben Jahrhundert lösen die Detektive Justus, Peter und Bob einen Kriminalfall nach dem anderen, anfangs präsentiert vom Filmregisseur Alfred Hitchcock. Für das prägnante und unverwechselbare Design der berühmten Jugendbuchserie zeichnete Aiga Rasch (1941-2009) verantwortlich.

„Wenn euch mein Entwurf nicht gefällt, verzichte ich auf mein Honorar”: mit diesen Worten überzeugte die Künstlerin Aiga Rasch 1969 die damaligen KOSMOS-Lektoren, ihr die Neugestaltung der Buchcover der Reihe anzuvertrauen. Die starken Illustrationen auf schwarzem Grund waren ein optisches Novum auf dem damaligen Kinderbuchmarkt und ein mutiger Schritt für den Verlag.

Der Erfolg gab der selbstbewussten Pionierin und ihren Förderern recht: Aiga Raschs Handschrift machte die Reihe unverwechselbar und trug damit maßgeblich zum Erfolg der Bücher bei. Der hohe Wiedererkennungswert und zugleich assoziative Stil Aiga Raschs lässt der eigenen Fantasie viel Raum. Das von ihr etablierte Design mit plakativen Illustrationen auf schwarzem Grund mit weißer Schrift wird bis heute verwendet.

Von 1970 bis 1999 entwarf sie insgesamt 89 Cover für die Reihe des KOSMOS-Verlags. Ab 1979 zierten ihre farbstarken und aussagekräftigen Illustrationen zusätzlich auch die Hörspiele des Tonstudios Europa und tragen dazu bei, dass die ursprünglich aus dem Amerikanischen übersetzte Krimireihe vor allem in Deutschland bis heute Kultstatus genießt. Ihre Motive kamen aber auch in Russland oder China zum Einsatz.

Aiga Rasch wurde 1941 in Stuttgart geboren. Ihre Mutter, Lilo Rasch-Naegele, war eine europaweit bekannte Illustratorin und Malerin, ihr Vater, Bodo Rasch, betrieb eine impulsgebende Architektur- und Designwerkstatt. In Ermangelung anderer Spielsachen beschäftigte sich Aiga Rasch bereits als kleines Kind mit Pinsel und Palette. Seit 1963 arbeitete sie als selbstständige Grafikerin. Charakteristisch für Aiga Rasch sind plakative, narrative Motive mit hohem Wiedererkennungswert und grelle, ästhetisch aufeinander abgestimmte Filzstiftfarben. In der Regel ließ Aiga Rasch die drei Detektive nicht selbst in Aktion treten, sondern sie entwarf eine visuelle Anspielung auf den Inhalt.

Die Ausstellung gibt einen Überblick zur Covergestaltung von Aiga Rasch, deren Nachlass sich im Landkreis Ludwigsburg befindet. Bisher lagerten die unbekannten Skizzen, Alternativentwürfe und Bildvorlagen in Archiven oder auf Festplatten. So, wie ein gelungenes Cover mit einem Bild eine ganze Geschichte erzählt, so steckt auch hinter jedem Cover eine umfangreiche Entstehungsgeschichte.

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