Exponat
Ein Android (griech. menschenförmig) ist ein Apparat, der einem Menschen ähnelt. Schon in der Antike gab es Objekte, die mittels der Hydromechanik und Pneumatik wie Lebewesen agierten, indem z.B. die beim Füllen eines Gefäßes mit Wasser verdrängte Luft durch eine Flöte strich.
Mit ihnen verwandt sind jene Figuren, die ab dem 14. Jahrhundert in Kunstuhren eingebaut wurden, z.B. in die astronomische Uhr im Straßburger Münster. In verkleinerter Form führte dies zwischen 1550 und 1650 zum Automatenbau durch Augsburger Uhrmacher. Sie kombinierten Prachtgehäuse, Zeitmessung und bewegte Figuren mit mechanisch erzeugter Musik.
Gerade in Epochen mit Hang zu Naturwissenschaft und Technik erfuhren menschen- oder tierähnliche Automaten besondere Aufmerksamkeit.
Berühmt wurde im 18. Jh. unter anderem der (vorführbereite!) Flötenspieler von Jaques de Vaucanson. Wie auch schon das verschollene Original bewegt auch der Nachbau während des Spielens Arme, Finger und Augen. Es ist jedoch nicht die Flöte der Puppe, sondern die im Boden verborgene Mechanik, welche die Melodie erzeugt – passenderweise die des Papageno aus Wolfgang Amadeus Mozarts „Zauberflöte”.
Waren Androiden zunächst Einzelstücke, entwickelten sich nach 1800 Serienfabrikate.
Ab etwa 1850 entstanden in der Verbindung von Uhrmacherei und Kunstgewerbe in Paris und der französischen Schweiz bekannte Werkstätten.
Anders als bei den animierten Puppen wurden für die Singvogelkäfige echte Vogelbälge verarbeitet. Die zugehörige Mechanik verbirgt sich in der Bodenplatte und bewirkt, dass die Vögel abwechselnd oder zusammen „singen” und dabei Kopf, Schnabel und Flügel bewegen.
Der Korse Tino Rossi (1907-1983) diente im Frankreich der 1920/30er Jahre als Vorbild für einen Musikroboter. Das Gerät der Firma J. Bodson mit echtem Akkordeon, Schlagwerk, Elektromotor und Papiernotenrolle für 68-spurige pneumatische Abtastung kostete damals rund 8.500 Francs oder 350 Francs monatlich zur Miete.
Letzteres Angebot richtete sich wohl an Veranstalter, die nur eine temporäre musikalische Attraktion benötigten.
Standort
Entwicklung der Musikautomaten seit der kunsthandwerklichen Fertigung im 17. und 18 Jahrhundert über die Hochblüte im ausgehenden 19. Jh. bis hin zum Abgesang in der Zeit der Weltwirtschaftkrise in der 1920er Jahren. 500 Klaviere, Orchestrien, Spieluhren.
Museum, Dinkelsbühl
Mechanische Musikinstrumente aus dem 19. und 20. Jahrhundert, vom selbstspielenden Klavier über die Drehorgel mit Faltkarton bis zur Bristol-Flötenuhr.
Museum, Rüdesheim am Rhein
Orchestrien, elektrische Klaviere, Karussellorgeln, Grammophone, Phonographen, Spieluhren, Singvogeldosen und -käfige.
Museum, Neuendorf
Motorräder, Oldtimer, Rennboote, Flugmodelle, Dampfmaschinen, Radiotechnik, mechanisches Orchester und Filmvorführgerät.
Museum, Bruchsal
Schloss, Bruchsal
Einziges fürstbischöfliches Barockschloss am Oberrhein. Treppenhaus von Balthasar Neumann, prunkvolle Festsäle.