Version
26.1.2026
Flötenspieler zu „Androiden zwischen Kunst und Uhrwerk”,
Flötenspieler, Jaques de Vaucanson
Orchestrion Tino Rossi zu „Androiden zwischen Kunst und Uhrwerk”,
Orchestrion „Pneuma Accordeon Jazz” Tino Rossi, Deutsches Musikautomaten-Museum, Bruchsal

Exponat

Androiden zwischen Kunst und Uhrwerk

Mechanisch animierte Figuren im historischen Kontext

Deutsches Musikautomatenmuseum
DE-76646 Bruchsal

Ein Android (griech. menschenförmig) ist ein Apparat, der einem Menschen ähnelt. Schon in der Antike gab es Objekte, die mittels der Hydromechanik und Pneumatik wie Lebewesen agierten, indem z.B. die beim Füllen eines Gefäßes mit Wasser verdrängte Luft durch eine Flöte strich.

Mit ihnen verwandt sind jene Figuren, die ab dem 14. Jahrhundert in Kunstuhren eingebaut wurden, z.B. in die astronomische Uhr im Straßburger Münster. In verkleinerter Form führte dies zwischen 1550 und 1650 zum Automatenbau durch Augsburger Uhrmacher. Sie kombinierten Prachtgehäuse, Zeitmessung und bewegte Figuren mit mechanisch erzeugter Musik.

Gerade in Epochen mit Hang zu Naturwissenschaft und Technik erfuhren menschen- oder tierähnliche Automaten besondere Aufmerksamkeit.

Berühmt wurde im 18. Jh. unter anderem der (vorführbereite!) Flötenspieler von Jaques de Vaucanson. Wie auch schon das verschollene Original bewegt auch der Nachbau während des Spielens Arme, Finger und Augen. Es ist jedoch nicht die Flöte der Puppe, sondern die im Boden verborgene Mechanik, welche die Melodie erzeugt – passenderweise die des Papageno aus Wolfgang Amadeus Mozarts „Zauberflöte”.

Waren Androiden zunächst Einzelstücke, entwickelten sich nach 1800 Serienfabrikate.

Ab etwa 1850 entstanden in der Verbindung von Uhrmacherei und Kunstgewerbe in Paris und der französischen Schweiz bekannte Werkstätten.

Anders als bei den animierten Puppen wurden für die Singvogelkäfige echte Vogelbälge verarbeitet. Die zugehörige Mechanik verbirgt sich in der Bodenplatte und bewirkt, dass die Vögel abwechselnd oder zusammen „singen” und dabei Kopf, Schnabel und Flügel bewegen.

Der Korse Tino Rossi (1907-1983) diente im Frankreich der 1920/30er Jahre als Vorbild für einen Musikroboter. Das Gerät der Firma J. Bodson mit echtem Akkordeon, Schlagwerk, Elektromotor und Papiernotenrolle für 68-spurige pneumatische Abtastung kostete damals rund 8.500 Francs oder 350 Francs monatlich zur Miete.

Letzteres Angebot richtete sich wohl an Veranstalter, die nur eine temporäre musikalische Attraktion benötigten.

POI

Standort

Deut­sches Musik­auto­maten-Museum

Ent­wick­lung der Musik­auto­maten seit der kunst­hand­werk­lichen Ferti­gung im 17. und 18 Jahr­hundert über die Hoch­blüte im aus­gehen­den 19. Jh. bis hin zum Abge­sang in der Zeit der Welt­wirt­schaft­krise in der 1920er Jahren. 500 Kla­viere, Orche­strien, Spiel­uhren.

Museum, Dinkelsbühl

DELEIKA®-Museum

Mecha­nische Musik­instru­mente aus dem 19. und 20. Jahr­hun­dert, vom selbst­spielen­den Klavier über die Dreh­orgel mit Falt­karton bis zur Bristol-Flöten­uhr.

Museum, Rüdesheim am Rhein

Sieg­frieds mecha­ni­sches Musik­kabi­nett

Orche­strien, elek­tri­sche Kla­viere, Karus­sell­orgeln, Grammo­phone, Phono­graphen, Spiel­uhren, Sing­vogel­dosen und -käfige.

Museum, Neuendorf

Fahr­zeug- und Technik­museum

Motor­räder, Old­timer, Renn­boote, Flug­modelle, Dampf­maschi­nen, Radio­technik, mecha­ni­sches Or­che­ster und Film­vor­führ­gerät.

Museum, Bruchsal

Städti­sches Museum Bruch­sal

Schloss, Bruchsal

Schloss Bruch­sal

Ein­zi­ges fürst­bi­schöf­li­ches Ba­rock­schloss am Ober­rhein. Trep­pen­haus von Bal­tha­sar Neu­mann, prunk­volle Fest­säle.

Verantw. gem. §55 Abs 2 RStV:
Rainer Göttlinger
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