Museum

Archäologisches Landesmuseum

Baden-Württemberg

Konstanz: Funde und Erkenntnisse der Landesarchäologie in Baden-Württemberg. Anbau für den 600 Jahre alten Lastensegler, das älteste Schiff vom Bodensee.

Das Archäologische Landesmuseum zeigt in seiner Dauerausstellung Funde und Erkenntnisse der Landesarchäologie in Baden-Württemberg.

Arbeit der Archäologen

Eine original nachgebaute Grabungsstätte bietet Gelegenheit, dem Archäologen bei seiner Arbeit über die Schulter zu schauen: die Grabungssituation, insbeondere ihre Grundprinzipien, die sorgfältige Untersuchung und Dokumentation der verschiedenen Kulturschichten, die Untersuchungsmethoden der modernen Archäologie und der Anthropologie.

Was können menschliche Knochen erzählen? Mann oder Frau, alt oder jung, gesund und reich oder arm und krank? Die Antworten helfen, realitätsnahes Bild der Lebensumstände vergangener Kulturen nachzuzeichnen. Mit einer Großgrafik wird die Entwicklung des Menschen vor ca. 5 Mio. Jahren bis zum modernen homo sapiens dargestellt.

Schifffahrt in Südwestdeutschland

Nur wenige Schritte neben der Stelle, wo der Rhein den Bodensee verlässt, ist der mittelalterliche Lastensegler von knapp 20 Metern Länge ausgestellt, der 1981 am nördlichen Bodenseeufer bei Immenstaad entdeckt wurde.

Die Geschichte der Schifffahrt in Südwestdeutschland beginnt mit Einbäumen, die uns als älteste Bootsform bekannt sind. Die Organisation der Handelsschiffer zur Zeit der römischen Besetzung ist uns durch Inschriftensteine überliefert, daneben gab es aber auch eine militärische Schifffahrt. Die Entwicklung im Schiffsbau wird durch Schiffsmodelle und einen Teilnachbau veranschaulicht.

Pfahlbauten

Der begehbare Nachbau eines Pfahlbauhauses sowie zahlreiche z.T. einzigartige Funde dokumentieren die mehr als 3.000 jährige Geschichte der Pfahlbauten in der Bodenseeregion und beleuchten Handelskontakte, Wirtschaftsweisen, Lebensgewohnheiten und Kulte in der stein- und bronzezeitlichen Pfahlbauzeit.

Lopodunum

Die Reste einer römischen Stadt lagen bis zu sechs Meter unter dem heutigen Ladenburg am Neckar. Ein prunkvoller Bronzeschatz umfasst u.a. fünf Büsten römischer Gottheiten, drei Seeleoparden und zwei löwenköpfige Türklopfer. Weinamphoren und Soßentiegel legen Zeugnis ab vom Leben in den Mauern Lopodunums.

Grabinventare

Im Frühmittelalter spiegelt sich die gesellschaftliche Stellung des Einzelnen auch in der Grabausstattung wider. Wie die prunkvollen Beisetzungen aus dem Gräberfeld von Lauchheim im Ostalbkreis zeigen, wurden selbst kleine Kinder mit Standesabzeichen beerdigt. Zwar zeigte man sein christliches Bekenntnis mit Goldblattkreuzen, doch folgten ihren Besitzern weiterhin selbst Pferde ins Jenseits. Kaum weniger interessant sind die Gräber der bäuerlichen Bevölkerung.

Zu den ganz seltenen Grabfunden, bei denen sich organische Materialien wie Holz, Leder und Textilien und Pflanzenreste erhalten haben, gehört das sogenannte „Sängergrab” von Trossingen. Für seine letzte Reise war der Reiter in Hemd, Hose und Mantel aus gelben und roten Woll- und Leinenstoffen gekleidet und hatte eine stattliche Lanze von 3 Metern 60 Länge sowie einzigartige Leier bei sich, die wohl zum Vortrag von Heldenliedern gespielt wurde.

Stadtarchäologie

Im „Konstanzraum” spannt sich der archäologische Bogen von den Pfahlbauten der Jungsteinzeit über die Zeugnisse der keltischen und römischen Stadtgeschichte bis in die Zeit des Konstanzer Konzils (1414-1418). Insbesondere wird auch die Entwicklung des römischen Kastells von Konstanz veranschaulicht.

Latrinenfunde

Latrinen waren in früheren Zeiten zugleich Toilette und Müllschlucker. Ihre Untersuchung erlaubt es, dem mittelalterlichen Stadtbürger auf den Tisch und in den Kochtopf zu schauen. Wir lernen seine fleischlichen Genüsse, Hirsebrei, Mus, allerlei Gewürz, Speis und Trank kennen.

Seelenheil

In der Pfarrkirche von Sulz kam ein unerwarteter Fund zum Vorschein: die Gruft der Grafen von Sulz. 17 Angehörige der Familie waren hier mit allen Zeichen ihrer Würde bestattet worden. Ein Rosenkranz und mehrere christliche Amulette zeigen, dass den Grafen Johann Ludwig II. letztlich nur eines bewegte: die tiefe Sorge um das eigene Seelenheil.

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