Ausstellung 18.04. bis 29.08.21

Roentgen-Museum Neuwied

August Friedrich Siegert (1820-1883)

Die kleine Welt in der großen

Neuwied, Roentgen-Museum Neuwied: Ein aus Neuwied stammender Maler wird wieder entdeckt: rund 40 Gemälde sowie Zeichnungen und Druckgrafiken zeigen historische Themen, Portraits und spätbiedermeierliche Sujets. Bis 29.8.21

Ein aus Neuwied stammender Maler wird wieder entdeckt: dass August Friedrich Siegert eine künstlerische Begabung besaß, erkannte schon sein Lehrer in der Schule der Herrnhuter Brüdergemeine.

Rund 40 Gemälde sowie Zeichnungen und Druckgrafiken, überwiegend aus Privatbesitz, befinden sich in der Ausstellung und zeigen historische Themen, Portraits und spätbiedermeierliche Sujets.

Der älteste Sohn einer Neuwieder Fabrikanten-Familie durfte dann mit 15 Jahren nach Düsseldorf ziehen und an der Königlichen Kunstakademie unter Wilhelm von Schadow, Theodor Hildebrandt und Carl Ferdinand Sohn Malerei studieren. 1859 bereits wurde er zum Mitglied der Königlichen Akademie für Bildende Künste in Amsterdam ernannt, und 1873 erhielt der Genremaler Siegert in Düsseldorf den Professorentitel.

Die Sorgfalt August Friedrich Siegerts in der Komposition und beim Malen, die Details seiner Bilder sind legendär, beides machte ihn höchst erfolgreich. Wie sein ungewöhnlich detailliertes Geschäftsbuch zeigt, verkaufte er seine Werke in ganz Europa und auch in die USA.

Neben den virtuos komponierten Momenten des Familienlebens, aber auch den Wirtshaus-Szenen, deren vielfältige Charaktere in historischen Kostümen faszinieren, sind noch heute Siegerts charmante Kinderbilder sehr beliebt. Die eigenen vier Kinder, die nach seiner Heirat mit der Düsseldorfer Kaufmannstochter Mathilde de Haen zur Welt kamen, inspirierten ihn zu berührenden Motiven. Mit genauem Blick und liebevollem Verständnis beobachtete der Maler, wie sich die Heranwachsenden in der Welt der Großen orientieren, diese nachahmen und damit zuweilen karikieren.

Das Interesse am Menschen, gleich welcher gesellschaftlichen Stellung, und am menschlichen Miteinander war seine Leidenschaft.

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