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21.12.2025
Spitzen verkaufen zu „Aus der Not geboren”, CH-8001 Zürich
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Ausstellung 19.12.25 bis 20.04.26

Aus der Not geboren

Arbeitende Kinder

Schweizerisches Nationalmuseum

Museumsstrasse 2
CH-8001 Zürich
044-2186511
info@snm.admin.ch
Ganzjährig:
Di-Mi, Fr-So 10-17 Uhr
Do 10-19 Uhr

Kinderarbeit war ein fester Bestandteil des Alltags, noch bevor Fabriken die Landschaft prägten. Weil das Einkommen der Eltern nicht reichte, mussten Kinder zum Überleben der Familie beitragen und arbeiteten im Haushalt, auf dem Hof oder in der Heimarbeit mit.

Während dies einerseits auch Teilhabe bedeutete, wurde die Arbeit von Kindern mit der industriellen Revolution vermehrt ausgebeutet: in stickigen Textilfabriken, beim Spulen und Weben, in der Seidenindustrie oder in den Glarner Stoffdruckereien arbeiteten selbst Sechsjährige unter gefährlichen Bedingungen – oft bis zu 16 Stunden am Tag. Erst das Fabrikgesetz von 1877 verbot Kinderarbeit unter 14 Jahren und begrenzte die Arbeitszeit auf elf Stunden pro Tag.

Die Ausstellung beleuchtet dieses Kapitel Schweizer Sozialgeschichte. Sie zeigt, wie Kinder in der Landwirtschaft, im Haushalt oder in Heimen mitarbeiten mussten und wie sich die gesellschaftliche Wahrnehmung von Kinderarbeit wandelte. Zugleich würdigt sie jene, die sich für Bildung und Schutz der Kinder einsetzten. Die Einführung der Schulpflicht 1874 war ein Meilenstein auf dem Weg zu einem neuen Verständnis von Kindheit – weg von ökonomischer Not, hin zu Bildung und Entwicklung. Und doch war der Weg lang: Noch bis weit ins 20. Jahrhundert mussten Kinder aus armen Familien in fremden Haushalten, als Kaminfeger in Italien oder als Schwabenkinder in Süddeutschland arbeiten oder wurden von den Behörden fremdplatziert.

Die Ausstellung endet mit einem Blick in die Gegenwart. Noch immer arbeiten weltweit Millionen Kinder – in Minen, auf Kakaoplantagen oder in Textilfabriken. Auch in der Schweiz existieren Formen von Kinderarbeit, wenn Jugendliche aus armutsbetroffenen Familien zum Einkommen beitragen oder ihren gesamten Lehrlingslohn abgeben müssen. Die Statue der Justitia mit Superman-Umhang erinnert an die 1997 von der Schweiz unterzeichneten UNO-Kinderrechtskonvention, die jedem Kind das Recht auf Schutz, Bildung und Mitbestimmung zusichert. So regt die Ausstellung zum Nachdenken an: über Armut, Verantwortung und den Wert von Kindheit – damals wie heute.

POI

Ausstellungsort

Landes­museum Zürich

Bodenfunde aus der Ur- und Frühgeschichte, Waffen, Fahnen, Uniformen, Gold- und Silber­schmiede­arbeiten, Zinn, Kera­mik und Glas, Tex­ti­lien, Kostüme, Münzen, Siegel, Glas­ge­mälde und Skulp­turen, Malerei und Graphik, Photo­graphie, Möbel sowie ganze Inte­rieurs. Kultur des Tischgedecks.

Dependance, Schwyz

Forum der Schweizer Geschichte

Erleb­nis­parcours „Ent­ste­hung Schweiz. Unter­wegs vom 12. ins 14. Jahr­hun­dert” mit aus­führ­lichen Infor­ma­tionen in vier Sprachen (D, F, I, E), virtu­ellen Guides und inno­vativen Medien­statio­nen.

Dependance, Prangins

Schweiz. National­museum Château de Pran­gins

Geschichte der Schweiz im 18. und 19. Jahrhundert in einem Schloss wie aus dem Märchenbuch.

Museum, Zürich

Museum für Gestal­tung

Füh­ren­des Muse­um für De­sign und Visu­elle Kom­mu­ni­ka­tion in der Schweiz: Grafik, Typo­grafie, Foto­grafie, Neue Medien, Buch­kunst, Plakat, Film, Indu­strial Design, Möbel, Textil, Mode, Schmuck, Kunst­ge­werbe, Archi­tektur, Innen­archi­tektur, Szeno­grafie und öffent­licher Raum.

Museum, Zürich

Kunst­haus Zürich

Ge­mälde, Pla­stiken, Grafik. Alte Meister, italie­nische und nieder­ländi­sche Malerei des 17./18. Jh., fran­zö­si­sche Malerei des 19. Jh., Klas­sische Moderne, Zeit­ge­nössi­sche und Schweizer Kunst.

Museum, Zürich

Natur­histo­ri­sches Museum

Verantw. gem. §55 Abs 2 RStV:
Rainer Göttlinger
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