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24.1.2026
Beethovens letzter Flügel zu „Restauriert – ruiniert – rekonstruiert”,
Beethovens letzter Flügel aus der Werkstatt Conrad Graf von 1826, © Beethoven-Haus Bonn, David Ertl

Exponat

Restauriert – ruiniert – rekonstruiert

Beethovens letzter Flügel wird nachgebaut

Beethoven-Haus
DE-53111 Bonn

Der originale Hammerflügel, den ▸Ludwig van Beethoven am 24. Januar 1826 vom versierten Wiener Klavierbauer Conrad Graf als Leihinstrument erhalten hatte, ist heute eines der herausragenden Objekte in der Dauerausstellung des Museums.

Er hat einen Umfang von 6,5 Oktaven und ist ab D vierchörig bespannt.

Mitte des 19. Jahrhunderts erhielt er neue Beine und eine neue Lyra mit nur noch drei Pedalen. Der wohl vorher vorhandene Janitscharenzug, mit dem besondere Klangeffekte erzeugt werden konnten, wurde ausgebaut.

In den 1960er-Jahren wurde das Instrument erneut mit den damals üblichen schwer reversiblen Methoden überholt. Heute ist der Flügel nicht mehr spielbar.

Da alle Fachleute von einer weiteren Restaurierung abraten, soll er nun in seiner ursprünglichen Form der Beethoven-Zeit rekonstruiert und seine klavierbautechnischen Hintergründe erforscht werden. Nicht nur die Wiederherstellung der Originalgestalt spielt dabei eine Rolle, auch die Frage nach den Auswirkungen der Vierchörigkeit mit einem Saitenzug von ca. 7600 kg auf den Klavierkorpus wird untersucht: Graf hatte nur wenige Versuche mit dieser Bespannung unternommen und sie schließlich aufgegeben.

Mit der Rekonstruktion wurde der versierte Klavierbauer Chris Maene in Ruiselede (Belgien) beauftragt. Maene verfügt über viel Erfahrung mit historischen Flügeln aus der Beethoven-Zeit und hat bereits zwei vergleichbare Projekte mit Tom Beghin zur Rekonstruktion des Erard- und des Broadwood-Flügels aus Beethovens Besitz durchgeführt.

Bis zum Ende des Jahres 2026 soll der Nachbau fertiggestellt sein, um bei den Feierlichkeiten zum 200. Todestag des Komponisten und in der Folge für Konzertreisen, Forschung und Vorträge genutzt werden zu können.

Später soll das Instrument dann im Musikzimmer des Museums seinen festen Platz finden.

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Standort

Beet­hoven-Haus

Geburts­haus Ludwig van Beet­ho­vens. Museum, in dem das An­den­ken an den größ­ten Sohn der Stadt Bonn gepflegt wird: Bilder, Musik­instru­mente, eigen­hän­dige Manu­skripte des Mei­sters. Lebens­ver­hält­nisse in einem Bonner Bürger­haus des 18. Jahr­hun­derts.

Museum, Koblenz

Beet­hoven-Gedenk­stätte

Ge­burts­haus der Mutter Beet­hovens, Maria Magda­lena Keve­rich. Beet­hoven in Ko­blenz.

Museum, Eisenstadt

Haydn-Haus Eisen­stadt

Ehe­ma­li­ges Wohn­haus Haydns. Authen­tische Haydn-Por­traits, Opern­ab­schrif­ten, Walter-Flügel, Haydn-Auto­graphe, Kaiser­lied, Orgel­tisch aus der Berg­kirche, Erst­aus­gaben.

Museum, Wien

Beet­hoven Eroica­haus

Lud­wig van Beet­hoven wohnte im Som­mer 1803 im da­ma­ligen Wiener Vorort Ober­döb­ling, der von Feldern, Gärten und Wein­bergen um­geben war. Die Er­inne­rung an diesen Auf­ent­halt hält die Beet­hoven-Ge­denk­stätte "Eroica­haus" fest.

Museum, Wien

Beet­hoven Pasqua­lati­haus

Auf Mauer­werk der alten Stadt­befe­sti­gung er­rich­tetes Haus des Gönners Johann Baptist Frei­herr von Pas­qua­lati, bei dem Ludwig van Beet­hoven 1804 bis 1808 und dann wie­derum 1810 bis 1814 lebte. Hier ent­stan­den u.a. Arbeiten zum „Fidelio”.

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Rainer Göttlinger
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