Version
16.6.2023
Wilesco-Dampfmaschine R200 zu „Das Atomzeitalter in Westfalen”, DE-34414 Warburg
Atomkraft fürs Spielzimmer: die Wilesco-Dampfmaschine R200
Foto: LWL / Kainulainen

Ausstellung 18.06. bis 15.10.23

Das Atomzeitalter in Westfalen

Von der Zukunft zur Geschichte

Museum im Stern

Sternstraße 35
DE-34414 Warburg
05641-92-1730
museum@warburg.de
Ganzjährig:
Di-So 14.30-17 Uhr

Am 15. April 2023 endete eine Ära: Deutschland stieg nach langem Hin und Her aus der Stromproduktion durch Kernenergie aus. Die Wanderausstellung bietet eine historische Rückschau auf die Geschichte der Atomkraft mit Fokus auf Westfalen-Lippe wie auch einen Blick auf aktuelle Debatten und die Zukunft.

Das Thema Kernenergie beschäftigt die Bundesrepublik Deutschland fast seit ihrem Bestehen. Gesellschaft, Politik, Unternehmen und Forschung ringen seitdem um Wahrheit und Zukunftsgestaltung. Die Ausstellung geht dem Thema in drei Kapiteln nach. Die Exponate stammen von Initiativen und Einzelpersonen der Anti-AKW-Bewegung, aus der Nuklearbranche, aus Politik und Verwaltung.

Alle beschäftigen sich thematisch auf unterschiedliche Weise mit Kernenergie. Präsentiert werden etwa Kleidungsstücke wie Unterwäsche für den Kontrollbereich von der Hochtemperatur-Kraftwerk GmbH, der feuerrote Lautsprecherwagen, der die Initiative „Kein Atommüll in Ahaus e.V.” lange Zeit auf Demonstrationen begleitete, die Atomkraftwerk-Dampfmaschine R200 der Lüdenscheider Firma Wilesco und ein Bergebehälter für kontaminiertes Material der Feuerwehr Münster. Mit Loriots „Weihnachten bei Hoppenstedts” ist auch ein Klassiker aus dem westdeutschen Fernsehen zu sehen, der die Atomkraft thematisiert.

Dem Rückblick auf die Vergangenheit widmet sich der zweite Teil der Ausstellung, mit den vier westfälischen Atomstandorten Würgassen (Kreis Höxter), Hamm, Gronau und Ahaus (beide Kreis Borken) im Zentrum. Der Brennstoff steht dabei immer im Mittelpunkt, denn er ist sowohl Grundlage der Stromerzeugung als auch Ursache des gesellschaftlichen Konflikts um die Kernenergie. Anhand der vier Atomstandorte in Westfalen geht die Ausstellung der Frage nach, wie er hergestellt wird und was während der Stromproduktion und danach mit ihm passiert: In der Uranreicherungsanlage der „Urenco” in Gronau wird das Brennmaterial bearbeitet, im Atomkraftwerk Würgassen und in Hamm-Uentrop kam es in unterschiedlicher Form zum Einsatz. Im Brennelemente-Zwischenlager in Ahaus wird der abgebrannte Brennstoff untergebracht, bis 2031 ein Standort für das Endlager feststehen und dieses bis 2050 eingerichtet werden soll.

Im dritten Teil der Ausstellung wird den aktuellen Debatten um Klimawandel, den Beschuss des ukrainischen Kernkraftwerkes Saporischschja durch das russische Militär, Energieknappheit und Laufzeitverlängerung nachgegangen. Welche Auswirkungen hatten sie auf die Menschen und ihre Haltung? Hierzu können sich Besuchende in der Ausstellung äußern. Außerdem geht es um die Frage, was von der Geschichte der Kernenergie in Deutschland übrigbleibt.

Innerhalb der interaktiven Station „Wissen bewahren zu Westfalen” können Besucher ortsbezogen Wissen hinterlassen und so gemeinsam Geschichte schreiben.

POI

Ausstellungsort

Museum im Stern

Stadt­ge­schichte, Wirt­schafts­ge­schichte, Vor- und Früh­ge­schichte, Kunst­ge­schichte, alle Themen je­weils be­zogen auf das Stadt­gebiet.

Museum, Borgentreich

Orgel­museum Borgentreich

Ent­wick­lung, Her­stel­lung und Funk­tion der Pfeifen­orgel. Orgel­modelle zum An­fassen.

Bis 31.12.2024, Kassel

Der trans­parente Mond­schein

Wie lässt sich der Kasseler Mond­schein in die Geschichte der Trans­parent­malerei einordnen? Wo lernte Friedrich das Medium kennen und wie eignete er sich in zuvor unerreichter Perfektion die komplexe Technik an?

Verantw. gem. §55 Abs 2 RStV:
Rainer Göttlinger
Pressemitteilungen willkommen
#3101742 © Webmuseen Verlag