Ausstellung 26. bis 26.11.20

Mühlerama

Das Brot aus dem See

Eine künstlerische Auseinandersetzung mit dem ältesten Sauerteigbrot der Schweiz

Zürich, Mühlerama: Das Brot von Twann ist der Beweis für die Beständigkeit und der Fortdauer der menschlichen Existenz. Die drei Autorinnen Silja Dietiker, Jeannette Fischer und Susanne Vögeli setzen sich künstlerisch mit dem Brot von Twann auseinander. Bis 26.11.20

1976 machten Archäologinnen bei Grabungen am Bahnhof in Twann einen europaweit einzigartigen Fund: zwischen Pfahlbauten, Knochen und Pfeilspitzen fanden sie ein intaktes Sauerteigbrot. Es weist alle Eigenschaften eines heutigen Brotes auf. Der entscheidende Unterschied: Dorfbewohnerinnen backten es vor rund 5500 Jahren in einer jungsteinzeitlichen Ufersiedlung.

In unsicheren und unsteten Zeiten wie diesen, drängen sich Fragen nach der eigenen Vergänglichkeit auf. Gleichzeitig – oder gerade deshalb – haben sich in letzter Zeit viele Menschen dem jahrtausendealten Herstellungsprozess von Sauerteig gewidmet. Das Brot von Twann ist der Beweis für die Beständigkeit und der Fortdauer dieses Prozesse und schlussendlich der menschlichen Existenz.

Die forschende Köchin Susanne Vögeli setzte am Fundort des Brotes einen eigenen Sauerteig an. Daraus entstanden 10 Brote und Fotografien, die an kleine Planeten im dunklen All erinnern. Die Künstlerin Silja Dietiker nimmt uns mit ihrer Videoinstallation ins Innere eines blubbernden Sauerteigs. Der Kosmos der Mikroorganismen ist körperlich erfahrbar und ein Erlebnis für alle Sinne. Mit philosophischen Sinnsprüchen hinterfragt die Psychoanalytikerin Jeannette Fischer unser Verständnis von Zivilisation, Macht und Herrschaft. Sie fordert dazu auf, die Spuren der Zivilisation nicht wie eine Erzählung der Befreiung, sondern der Abhängigkeiten zu lesen.

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