Ausstellung 16.07.20 bis 31.12.22

Museum Wolmirstedt

13. April 1945

Der gestrandete Zug von Farsleben

Wolmirstedt, Museum Wolmirstedt: Im April 1945 sollten etwa 6.700 Austauschhäftlinge des KZ Bergen-Belsen vor den heranrückenden Truppen der Alliierten evakuiert werden. Der Zug kam zwischen Zielitz und Farsleben in einem Wäldchen zum Stehen. Die US-Amerikaner evakuierten die ausgemergelten Menschen. Bis 31.12.22

Die Geschichte des Gestrandeten Zuges begann im Konzentrationslager (KZ) Bergen-Belsen.

Austauschhäftlinge

Hier hatte die Schutzstaffel (SS) ab Juli 1943 hier zusätzlich ein sogenanntes „Austauschlager” eingerichtet, dessen mindestens 14.600 jüdische Häftlinge mit ausländischen Staatsbürgerschaften zunächst von der Vernichtung ausgenommen waren: sie sollten gegen internierte Deutsche im westlichen Ausland ausgetauscht oder gegen Devisen „verkauft” werden.

Im April 1945 sollten etwa 6.700 Austauschhäftlinge des KZ Bergen-Belsen vor den heranrückenden Truppen der Alliierten evakuiert werden. Insgesamt verließen drei Züge das KZ Bergen-Belsen mit dem Ziel Theresienstadt.

Ohne ausreichende Verpflegung und medizinische Versorgung starben viele Menschen bereits in den völlig überfüllten Waggons.

Am 12. April 1945 kam der Zug zwischen Zielitz und Farsleben in einem Wäldchen zum Stehen, die geplante Weiterfahrt nach Magdeburg war aufgrund von Fliegerangriffen nicht möglich. Die Bewaldung, in der der Zug stoppte, diente als eine letzte natürliche Deckung gegen den Beschuss.

Gegen Mittag des 13. April 1945 erreichten zwei US-amerikanische Aufklärungspanzer der 743. Infanterie-Division der 9. US-Armee Farsleben. Die US-Amerikaner evakuierten die ausgemergelten Menschen und brachten sie in Farsleben und in Hillersleben zur ersten Versorgung unter. Unter den Überlebenden befanden sich mehr als 500 Kinder und junge Menschen. Daher gibt es noch viele überlebende Zeitzeugen.

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