Der persische Garten

Die Erfindung des Paradieses

Kunst- und Ausstellungshalle
13.4.-15.10.2017

Friedrich-Ebert-Allee 4
53113 Bonn

www.bundeskunsthalle.de

Do-So+Ft 10-19 Uhr
Di-Mi 10-21 Uhr

„Man muss nicht erst sterben, um ins Para­dies zu ge­lan­gen, so­lange man einen Garten hat.” Dieses per­sische Sprich­wort zeugt von der Be­deu­tung und Wert­schät­zung der Gärten in Iran. Der ca. 400 Quadrat­meter große Garten vor der Bundes­kunst­halle wurde dem Innen­hof-Garten eines großen Hauses nach­empfun­den.

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Der persische Garten :: Ausstellung
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„Man muss nicht erst sterben, um ins Paradies zu gelangen, solange man einen Garten hat.” Dieses persische Sprichwort zeugt von der Bedeutung und Wertschätzung der Gärten in Iran.

Tatsächlich geht das moderne Wort „Paradies” auf den avestischen Begriff pairidaeza, Umfriedung, zurück. Daraus wurde im Mittelpersischen Pardes und in der griechischen Überlieferung paradeisos. Den ältesten überlieferten Persischen Garten ließ Kyros der Große im 6. vorchristlichen Jahrhundert anlegen.

Iran kennt verschiedene Typen von Gärten im öffentlichen, aber auch in einem von Wohnhäusern umschlossenen privaten Raum, einem hortus conclusus. Sie alle sind um das lebenspendende Wasser angelegt und folgen dem Prinzip der Aufteilung des Gartens in vier Bereiche. So auch der ca. 400 Quadratmeter große Garten vor der Bundeskunsthalle, der einem Innenhof-Garten eines großen Hauses nachempfunden wurde. Dieser versetzt die Besucherinnen und Besucher in eine farbenfrohe Welt aus orientalischen Pflanzen, Licht und Schatten, Ornamenten und Wasserspielen. Das zentrale Wasserbecken wird gesäumt von Zitronen-, Orangen-, Granatapfel und Erdbeerbäumen sowie Zypressen und Judasbäumen. Bodennahe Pflanzen wie Rosen, Iris und Wildtulpen bilden zusätzlich ornamentale Muster auf dem Boden. In breiten Gängen kann man um das Wasserbecken herum flanieren und von Sitznischen in meterhohen Lehmwänden oder orientalisch anmutenden Sitzgelegenheiten in der „Loggia“ aus den Blick auf den Garten genießen. Neben Bäumen und Büschen dienen in den persischen Gärten auch Mauern als wichtige Schattenspender. Dank des angrenzenden Duftgartens liegt der Geruch von Jasmin, Gewürz-Lorbeer, Rosmarin, Steppen-Salbei oder Zitronen-Thymian in der Luft. Der Audioguide lädt mit persischen Klängen und persischer Poesie zusätzlich ein zu einer Reise in das Land „zwischen Wasser und Wüste”.