Museum

Deutsches Gartenbaumuseum

Cyriaksburg

Erfurt: Geschichte des deutschen Gartenbaus und der Gartenkunst.

Das Deutsche Gartenbaumuseum Erfurt versteht sich als zentraler Ort, an dem Gegenstände aller Art aus der Geschichte des Erwerbsgartenbaus und der Gartenkunst in Deutschland gesammelt werden. Die Sammlung umfasst derzeit mehr als 4.000 Objekte.

Besonders erwähnenswert sind historische Gartengeräte wie Spaten, Hacken, Gartenscheren sowie Gartenmaschinen wie Sämaschinen, Radhacken und motorisierte Bodenfräsen. Ein selten anzutreffender Sammlungsbestand sind etwa 400 naturnahe historische Modellfrüchte aus „Pomologischen Kabinetten? (Heinrich Arnoldi, Viktor Dürfeld nach Wilhelm Lauche), die Ende des 19. Jahrhunderts angefertigt wurden.

Die Geschichte des Gartenbaus beginnt mit der Beobachtung der Natur: der Vielfalt der Pflanzen, ihrem Zusammenspiel mit Boden, mit Wetter und Tieren. Archäologen finden in Abfallgruben und Latrinen immer wieder auch Reste von Pflanzen und Kerne von Obst oder Beeren. Im Mittelalter kam vor allem Brei aus Dinkel, Hirse, Ackerbohnen und Weizen auf den Tisch. Zum Würzen nutzte man Kümmel und Senf.

Geschichte der Gärten

In allen Hochkulturen schaffen und schufen Menschen Gärten und Parks, die ihre Vorstellungen von Vollkommenheit erfüllen: eine Wohltat für Körper und Seele. Doch an Gesundheit und Ruhe, Vergnügen und Bildung zu denken ist meist nur denen möglich, die sich um Nahrung nicht (mehr) sorgen müssen - Oberschichten oder reiche Gesellschaften. So sind Gärten immer auch Ausdruck komplexer Bedingungen in einer Kultur.

Die antiken Gärten lagen außerhalb der Städte. Beliebt waren Nutzgärten mit Obstbäumen, Gemüsebeeten und Wein. In den mittelalterlichen Klöstern legten die Mönche Nutz- und Kräutergärten an, um sich mit Nahrung und heilenden Pflanzen selbst zu versorgen. Die absoluten Herrscher der Barockzeit nutzten den Garten als Bühne für die vielfältige Darstellung ihrer Macht. Die Gärten der Renaissance wiederum luden zum Gespräch über Philosophie, Kunst oder Architektur ein, und es entstanden erste botanische Gärten. Zu Beginn des 18. Jahrhunderts schließlich ersetzten englische Landschaftsgärten die strenge Geradlinigkeit des Barock und freistehende Baumgruppen die hohen Hecken­wände.

Japanische Gärten folgen philosophischen und ästhetischen Prinzipien wie dem Zen-Buddhismus oder der Harmonielehre Feng-Shui. Steine, Wasser, Moos, Kirschbäume, Bambus und Lotusblüten setzten klare Akzente und haben zugleich eine starke Sym­bolik.

Ziergärten

Der eigene Garten am Haus oder in der Schrebergartenkolonie, das ist für viele das Paradies auf Erden. Was suchen Menschen an diesen Orten? Geht es um den Duft der Erde, der einem in die Nase steigt? Will man einfach auf der Wiese liegen und in die Sonne blinzeln? Die einen erfreuen sich an selbstgezogenen Tomaten, die anderen an ihrem Wissen über exo­tische Pflan­zen.

Nutzgärten

Obst, Gemüse & Co. sind die wichtigsten Zutaten in unserem Speiseplan. Ein Großteil dieses Angebots wird im Gartenbau produziert und wandert von dort in die Einkaufsregale. Was wir im Alltag meist übersehen: Jedes einzelne Produkt steckt voller Ge­schich­ten!

Größe und Form

Ähnlich gewachsene Früchte lassen sich sparsamer verpacken: ein Vorteil für die Umwelt. Allzu reife Früchte wiederum könnten schnell verderben. Daher gibt es Normen für Größe und Form von Obst und Gemüse. Die Kehrseite ist aber, dass zu krumme oder zu kurze Lebensmittel im Abfall landen.

Züchtung

Um positive Eigenschaften unterschiedlicher Pflanzen einer Art zu verbinden, nutzen Gärtner seit Jahrtausenden die Kreuzung: Pollen der einen Pflanze werden auf die Fruchtblätter der anderen aufgebracht. Die komplexe Vererbungslogik wurde erstmals im 10. Jahrhundert vom Mönch und Naturforscher Gregor Mendel beschrieben. Heute setzen Forscher Gene direkt ins Erbgut von Pflanzen ein.

Pflanzenschutz

Schädlinge und Krankheitserreger können ganze Ernten vernichten. Deshalb nutzen Menschen unterschiedliche Mittel und Verfahren zum Pflanzen­schutz.

Christian Reichart und Erfurt

Der 1685 geborene Erfurter war ein bedeutender Wegbereiter der Gartenbauwirtschaft in Erfurt und weit darüber hinaus. Bis Anfang des 20. Jahrhunderts entwickelten sich in Erfurt große „Kunst- und Handelsgärtnereien”. Zu besonderen Spezialität des Erfurter Gemüsebaus entwickelte sich der Anbau von Brunnenkresse, Puffbohnen und Blumen­kohl.

Sauerstoff

Auch der Stoffwechsel der Pflanzen verbraucht Energie. Das in der Luft enthaltene Kohlendioxid ist für die Pflanzen ebenfalls lebensnotwendig. Zum Glück für Mensch und Tier überwiegt der bei der Fotosynthese freigesetzte Sauerstoff bei weitem die Menge, welche durch Pflanzenatmung ver­braucht wird.

Pflanze Valentine

Die kinetische Pflanze „Valentine”, eine Idee des Ateliers Brückner aus Stuttgart, stellt mit technischen Mitteln nach, was die Pflanzen auf der Erde so alles für uns Menschen und Tiere tun, damit wir leben, atmen und essen können.

Kriegsbrunnen

Der bis in sechzig Meter Tiefe reichende Brunnenschacht war im Falle der Belagerung der Cyriaksburg ein Überlebensquell und daher ganz besonders durch dicke Mauern geschützt.

Der Verfasser hat das Museum am 7.9.2021 besucht.

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