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16.7.2026
Egerer Federbilder zu „Egerer Federbilder”, DE-95615 Marktredwitz

Ausstellung 22.07. bis 25.10.26

Egerer Federbilder

Egerland-Museum

Fikentscherstraße 24
DE-95615 Marktredwitz
Ganzjährig:
Di-So 14-17 Uhr

Vogeldarstellungen mit echten Federn waren eine Spezialität der Egerländer Volkskunst. Die Egerer Federbilder wurden im Haushandwerk überwiegend für den Bädertourismus als Souvenirs und für den Handel hergestellt. Heimische Vögel erinnerten an Spaziergänge, exotische standen für den Wunsch nach fernen Reisen, gefiederte Postkarten „twitterten” Grüße.

Gleich vorweg: Federbilder gibt es auch in anderen Kulturkreisen und sie sind nicht ausschließlich für das Egerland belegt. Mosaike und Bilder mit Federn zu gestalten, war beispielsweise eine Kunst in Mittelamerika. Durch Missionare kamen gefiederte Heiligenbilder in die Wunderkammern des Kaisers in Prag, der Adeligen und der Klöster. Einfache Menschen hingegen schmückten mit importierten oder gefärbten Federn ihre Hüte.

Die Idee mit Federn collagenartige Bilder von Vögeln herzustellen, soll ursprünglich von einem Dominikaner aus Eger stammen. Damals hatten die Miniaturmaler in der Stadt wenig Arbeit. Zugleich verlangten die Kurgäste in den nahen böhmischen Bädern nach exotischen Andenken. So begannen um 1780 die Maler in der Stadt Eger, Bilder von Vögeln mit echten Federn herzustellen. Diese Federbilder wurden in großen Mengen produziert und fanden in Karlsbad, Marienbad und Franzensbad breiten Absatz. Badegäste und Händler brachten die kuriosen Stücke in andere Länder.

Die Fertigung erfolgte in Familienbetrieben. Alles begann mit der Materialbeschaffung, zum Großteil aus dem Handel: echte Federn für „Naturbilder” und gefärbte für exotische Darstellungen aus fernen Ländern. Nachdem der Aufleger die Federn auf eine Vogelsilhouette aus dünner Pappe geklebt hat, wird das gesamte Aussehen des Vogels vom Zusammenputzer überarbeitet und in Form gebracht. Dann wird das Vogelbild auf ein festes Papier geklebt. Entsprechend der Art, Form und Haltung des Vogels malen die Egerer Miniatur- und Freihandmaler Schnabel, Beine und Hintergrund dazu. Abschließend kommt das Ganze noch hinter einen schützenden Rahmen.

Trotz Arbeitsteilung und Massenproduktion entstanden individuelle Einzelstücke, die sich in Machart und Stil ähneln. Sehr beliebt waren Federbilder im Kleinformat. Zierliche Vogelcollagen wurden auf Gruß- und Glückwunschkarten geklebt, oft auch in Verbindung mit speziellen „skelettierten” Eichenblättern.

Federbilder waren ein begehrtes Geschenk und Souvenir. Dies mag an der Faszination von Vogelfedern an sich, ihrer schillernden Farbigkeit, Vielfalt und fremdartigen Struktur liegen. Zum anderen entsprach es dem Zeitgeist des 19. Jahrhunderts, sich mit Vögeln, vor allem Exoten in Volieren, zu umgeben.

Bereits ab 1860 sank die Nachfrage nach Federbildern aus Eger. Jetzt drängten gedruckte Vogelbilder in realistischen Farben auf den Markt. Nach und nach erlosch das einst blühende Haushandwerk, bis es in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts verschwand. Heute erinnern nur noch Museen, Sammler und nach 1945 Heimatvertriebene an diese alte Egerische Volkskunst.

Mit der Sammlung Dr. Ulf Vierke, Ethnologe und Leiter des Iwalewahauses in Bayreuth, besitzt das Egerland-Museum eine der größten musealen Sammlungen mit Egerer Federbildern.

POI

Ausstellungsort

Eger­land-Museum

Volks­kultur und Gewerbe des Eger­landes (Nord­west­böhmen): Por­zel­lan, Glas, Schmuck, Zinn, Trach­ten, Haus­indu­strie. Ver­trei­bung der Eger­länder und Neu­an­fang nach 1945. Markt­red­witzer Stadt­ge­schichte. Böh­mi­sche Kirchen­krippe und Markt­red­witzer Land­schafts­krippe.

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Felsen­laby­rinth Luisen­burg

Bürger­licher Land­schafts­garten und größ­tes Felsen­laby­rinth seiner Art in Europa.

Park, Wunsiedel

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Zoo­logi­scher Garten für die Greif­vogel­haltung. Über 50 Tag- und Nacht­greif­vögel in groß­räumi­gen und art­ge­rechten Volieren. Im Medien­raum Ein­blicke in das Kultur­gut Falk­nerei, das jagd­liche Brauch­tum und die Zucht von Jung­vögeln. Streichel­zoo mit Oues­sant-Schafen, Zwerg­ziegen und Mini-Schwein­chen.

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Info­stelle Kleiner Jo­hannes

Ge­schich­te des Berg­baus am Ori­ginal­ort, geo­lo­gi­sche Be­son­der­heiten in und um Arz­berg. Arbeits­geräte, Maschi­nen, zechen­typische Mine­ralien, Speck­stein-Erzeug­nisse.

Museum, Arzberg

Volks­kund­liches Geräte­museum

Kultur­ge­schicht­liches Regio­nal­museum in einem ehe­mals land­wirt­schaft­lichen Anwesen in Berg­ners­reuth. Wohn-, Arbeits- und Alltags­situa­tion im Fichtel­gebirge des ver­gan­ge­nen Jahr­hun­derts. Leben und Arbeiten im Fichtel­gebirge im 19. und 20. Jahr­hun­dert. Marktredwitzer Landschaftskrippe.

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