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27.7.2025
Ehem. Georgen-Apotheke zu „Ehem. Georgen-Apotheke”,

Exponat

Ehem. Georgen-Apotheke

Verkaufsraum Markt 3, Rothenburg ob der Tauber

RothenburgMuseum
DE-91541 Rothenburg o.d.T.

In einem kleinen Raum aus der Renaissance-Zeit ist in konzentrierter Form ein Teil der 1991 aufgelösten Georgen-Apotheke eingerichtet. Gezeigt wird der ehemalige Verkaufsraum (Offizin), dessen pharmakologische Ordnung nach strengen Gesichtspunkten aufgebaut ist.

Drogen- und Pulvergläser, Salben in Keramik-Kruken und Flüssigkeiten sollten stets getrennt gruppiert und alphabetisch sortiert sein. Die Inhalte der Gefäße wurden original belassen. Die Schubfächer sind nur nach dem Alphabet eingerichtet.

Nicht in den Verkaufsraum gehören normalerweise Giftsachen, Vorratsgefäße oder Zubereitungsinstrumente. Die Regale, Gläser und Porzellan-Gefäße stammen größtenteils aus dem 19. und 20. Jahrhundert.

Die bauchigen Fayencen in den oberen Stirnwand-Reihen sind Produkte der Schrezheimer Manufaktur aus dem 18. Jahrhundert. In ihnen wurden schon länger keine Medikamente oder pharmazeutische Utensilien mehr aufbewahrt. Solche älteren Gefäße dienen auch in anderen Apotheken heute noch der Dekoration, um auf eine lange Tradition des Hauses hinzuweisen.

Das Haus zum Hl. Georg in Rothenburg stammt nachweislich aus dem 14. Jahrhundert. Nach vielen Besitzerwechseln richtete 1707/08 der Apothekengrossist Samuel Philipp Oppermann aus Goslar das Gebäude als Apotheke ein. Der Rat der Stadt ließ dies zu, um die monopolartige Stellung der beiden anderen in Rothenburg ansässigen Apotheker zu brechen. Oppermann stieß allerdings auf massive Widerstände. Es bildete sich ein Kartell gegen ihn, und als er durch die Boykottmaßnahmen gezwungen war, ärztlich zu praktizieren, überzog man ihn mit einer Reihe von Prozessen, die fast sein ganzes Leben dauerten. Er resignierte schließlich und zog nach Regensburg.

Frau Anneliese Scharff, die letzte Besitzerin, gab den Apotheken-Betrieb aus Altersgründen auf. Durch eine großzügige Spende des Vereins Alt-Rothenburg e.V. konnten wichtige Teile des Ensembles für das Reichsstadtmuseum erworben werden.

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Standort

Rothen­burg­Museum

Domi­ni­kane­rinnen­kloster, Kunst und Kultur der freien Reichs­stadt und ihrer Um­ge­bung. Waffen­samm­lung, Meister­trunk, Gold­münz­fund, Kauf­laden, Apo­theke und Kloster­küche.

Museum, Basel

Pharmazie­museum Uni­versität Basel

Außer­euro­päi­sche und euro­päi­sche Medi­ka­mente, Heil­amu­lette. Große gra­phi­sche Samm­lung. Re­kon­struk­tionen von pharma­zeu­tischen Labo­ra­to­rien des 16. und 18. Jh. Apo­theken aus dem 18. und frühen 19. Jh., u.a. Hof­apo­theke aus Inns­bruck.

Museum, Schiltach

Apo­theken-Museum

Ehe­ma­lige, 1837 ge­grün­dete Rats-Apo­theke. Ver­kaufs­raum ("Offizin") aus der Bieder­meier­zeit mit Mör­sern, Waagen und Stand­ge­fäßen für Arz­nei­stoffe. Alte Apo­theker­geräte wie Pillen­maschi­nen, Gieß­formen für Zäpf­chen, Hand­pressen zur Tablet­ten­her­stellung u.v.m.

Museum, Heidelberg

Deut­sches Apo­theken-Museum

Geschichte der Heilkunde, die Apotheke als Arbeitsplatz.

Museum, Rothenburg o.d.T.

Deut­sches Weih­nachts­museum

Ge­schich­te der deut­schen Weih­nacht. Bäume mit kost­barem und sel­te­nem Baum­be­hang der unter­schied­lichen Epo­chen. Rausch­gold­engel, Baum­spitzen, Minia­tur­bäum­chen, Christ­baum­ständer, Papier­krippen, Räu­cher­männ­chen u.v.m.

Verantw. gem. §55 Abs 2 RStV:
Rainer Göttlinger
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