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14.2.2026
Carl und Erna Rabus zu „Erna und Carl Rabus”, DE-82418 Murnau
Carl und Erna Rabus, Südfrankreich, um 1950
Privatbesitz, © Maurice Adler

Ausstellung 11.12. bis 12.04.26

Erna und Carl Rabus

Die Fotografin und der Maler

Schlossmuseum

Schloßhof 2-5
DE-82418 Murnau
Ganzjährig:
Di-So+Ft 10-17 Uhr
Juli bis Ende Sept:
Sa-So+Ft 10-18 Uhr

Erna Rabus geb. Adler (1913-2007) und ihr Mann, der Illustrator und Hinterglasmaler Carl Rabus, lebten zwischen 1974 und 1983 in Murnau am Staffelsee. Die Ausstellung rückt das künstlerische Schaffen der Porträtfotografin erstmals in den Vordergrund und neben das Werk ihres Mannes und gibt gleichzeitig Einblick in das bewegte Leben der beiden Künstler, das von Verfolgung und Flucht geprägt war.

Bereits als junge Frau, Assistentin der Fotografinnen Trude Geiringer (1890-1981) und Dora Horovitz (1894-1959), musste Erna Adler 1937 aus Wien ins Exil fliehen. Sie ging nach Antwerpen und später nach Brüssel, wo sie bis 1940 unter dem Pseudonym Eva Simon als Porträtfotografin arbeitete und wohin ihr Carl Rabus, den sie 1930 in Wien kennengelernt hatte, folgte. Erna erwies sich dabei auch als Fotografin, die mit Leidenschaft Momente des täglichen sozialen Lebens festhielt, insbesondere in Ostende und während ihrer zahlreichen Reisen in die Welt. Beide verbrachten mehrere Monate in Ostende, wo sie u. a. James Ensor in seinem Atelier besuchten und Felix Nussbaum begegneten. Im Mai 1940, nachdem die deutsche Wehrmacht Belgien besetzt hatte, wurden beide verhaftet. Erna Adler verlor ihre gesamte Fotoausrüstung, die die Gestapo beschlagnahmte. Immerhin wurde sie wieder freigelassen und lebte anschließend im belgischen Untergrund. Carl Rabus wurde in das südfranzösische Internierungslager Saint-Cyprien verbracht. Als das Lager aufgrund seiner desaströsen Zustände im Dezember 1940 geschlossen wurde, konnte er nach Brüssel zurückkehren. 1942 wurde er unter dem Vorwurf der „Rassenschande” erneut festgenommen und in Wien inhaftiert. Vorzeitig entlassen aus dem Gefängnis und nach Belgien zurückgekehrt, heirateten Carl und Erna am 25. November 1944. Erst 1945 konnte Erna Rabus ihre Arbeit als Fotografin wiederaufnehmen. Auch Carl Rabus begann erneut zu arbeiten und setzte sich in dem berühmten Holzschnittzyklus „Passion 1940/45” mit seinen Lagererfahrungen auseinander.

Mit Werken aus der Sammlung Karl Grosselfinger und Fotografien aus dem Nachlass Rabus gibt die Ausstellung Einblick in das bewegte Schicksal zweier Künstler, die in unverbrüchlicher Liebe und Wertschätzung für das Werk des anderen das Schicksal ihrer Generation durchlebten.

POI

Ausstellungsort

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