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Frühling am Starnberger See

Schlösser und Museen sind hier ein Teil der Landschaft

Viele Berühmtheiten kamen im Laufe der Geschichte an den Starnberger See und hinterließen dabei Spuren, denen man am besten in den zahlreichen Museen der Region nachgeht.

Viele Berühmtheiten kamen im Laufe der Geschichte an den Starnberger See und hinterließen ihre Spuren an seinen Ufern und in der umgebenden Landschaft. Spuren, denen man am besten in den zahlreichen Museen der Region nachgeht, im Kaiserin Elisabeth Museum etwa oder im Schloss Linderhof des Märchenkönigs Ludwig II. von Bayern. Wer es etwas moderner mag, ist im Museum der Phantasie des Romanautors Lothar-Günther Buchheim („Das Boot”) bestens aufgehoben, und die oberbayerische Gemütlichkeit ist natürlich in Andechs daheim.

Über den See

Als guter Ausgangsort für Touren in die Umgebung böte sich Berg an Starnberger See an. Hier erinnern ein Holzkreuz und eine Votivkapelle an den mysteriösen Tod des Märchenkönigs Ludwig II., hier legen die Schiffe nach Tutzing ab, vorbei an Possenhofen, wo die spätere Kaiserin Elisabeth von Österreich im herzoglichen Landsitz eine unbeschwerte Kindheit verbrachte. Das Schloss ist zwar nicht öffentlich zugänglich, aber vom Panoramaschiff aus bietet es bei schönen Wetter einen herrlichen Anblick. Ebenso eindrücklich ist auch die Panoramasicht, wie sie sich bei schönem Wetter von der Ilka-Höhe aus bietet. Und seine ideale Abrundung fände der erlebnisreiche Tag schließlich im Kaiserin Elisabeth Museum im alten Bahnhof von Pöcking.

Ein so volles Programm schon am ersten Tag setzt natürlich eine gewisse Cleverness voraus, schließlich will man ja abends wieder zurück am Ausgangspunkt sein. Man hätte zum Beispiel das Fahrrad mit aufs Schiff nehmen können. Aber wie viel entspannter und bequemer reist es sich doch mit einem Veranstalter, der einem die Konzentration auf die kulturellen Höhepunkte ermöglicht statt auf Fahrpläne und Landkarten, Öffnungszeiten, Wegstrecken und sonst allerlei Unbilden. Und der zudem mit einer Fülle ergänzender Informationen aufwarten kann.

Organisiert reisen

Eine perfekte Wahl hat getroffen, wer am Ende der Reise sagen kann: es war anregend und entspannend zugleich und vor allem auch stressfrei.

Aber noch ist es nicht so weit, die Tour steht ja erst am Anfang, und das Kaiserin Elisabeth Museum ist nur eines von vielen rund um den Starnberger See. Schon der nächste Reisetag wartet mit Bayerns „heiligstem” Berg auf: das Kloster Andechs, dessen Gastlichkeit auf die älteste Wallfahrt Bayerns zurückgeht. Kulturbeflissene werden hier einen Blick in die Heilige Kapelle samt Schatzkammer werfen wollen. Wer es lieber etwas weniger heilig mag, darf natürlich der Gastronomie frönen, schließlich fordert einem der Nachmittag ja noch einiges an Bewegung ab: die Herrschinger Uferpromenade, das hübsche Kurparkschlößchen und zum Ausklang des Tages auch noch das Marienmünster von Dießen, eine der großartigsten Barockkirchen Süddeutschlands.

Wer war eigentlich dieser eingangs erwähnte Lothar-Günther Buchheim? Dass der Mann mit der markanten Augenklappe den Roman „Das Boot” verfasst hat, dürfte den meisten noch präsent sein. Buchheim war aber auch Maler, Fotograf, Verleger, Kunstbuchautor, Filmemacher, Sammler und eben Gründer jenes Museums in Bernried, wo seine gesammelten Werke namhafter Expressionisten wie Erich Heckel, Emil Nolde, Ernst Ludwig Kirchner, Max Pechstein Jahr für Jahr rund 100.000 Besucher anlocken. Ebenfalls ausgestellt sind ethnologische Fundstücke aus aller Welt sowie natürlich Buchheims eigene Werke.

Kann man das bayerische Alpenvorland bereisen, ohne in einem der Königsschlösser gewesen zu sein? Möglich wäre das schon. Aber ungefähr so sinnvoll wie ein Kinobesuch mit verbundenen Augen. Denn die Schlösser, millionenfach abgebildet, sind unverzichtbarer Teil der bayerischen Landschaft.

Das Märchenschloss im Graswangtal

Im hinteren Graswangtal, wo sein Vater Max II. eine Jagdhütte besaß, fühlte sich der Märchenkönig so wohl, daß er das alte „Königshäuschen” um einen standesgemäßen Anbau erweitern ließ: zuerst der Ostflügel, dann der symmetrische Westflügel, das Schlafzimmer und schließlich das Vestibül mit dem Spiegelsaal, für das der im Weg stehende alte Holzbau ein paar hundert Meter weit versetzt werden mußte. Auch ein Schlossgarten mit Wasserspielen und Parkbauten wurde angelegt, unter ihnen die sogenannte Hundinghütte, die Einsiedelei des Gurnemanz, das Marokkanische Haus und die künstliche Venusgrotte.

Ob er, der menschenscheue Monarch, wohl über Ettal anreiste? Das gleichnamige Kloster ist eine weitere Ikone, an der man nicht vorbei kommt.

Dann aber neigen sich die fünf herrlich erlebnisreichen Tage unaufhaltsam dem Ende zu. Fünf? Natürlich, denn auch der Tag der Rückreise will genutzt sein – und führt daher erst einmal noch zum Kloster Wessobrunn. Hier, im ehemaligen Benediktinerkloster mit dem farbenfrohen Benediktussaal, dem Apothekergarten und dem Museum findet die Tour ihren würdigen Abschluss. Ein baldiges Wiederkehren ist jedoch erlaubt und eigentlich sogar unumgänglich.

REISETIPP

Mainka Kulturreisen, Würzburg, 25. bis 30. April 2021

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