Ausstellung 14.05. bis 06.09.26
Die Ausstellung führt in die Blütezeit der Genie-Verehrung und in die Anfangsphase des modernen Starkults zwischen dem Ende des 18. Jahrhunderts bis um 1910. Lang ist die Liste der in dieser Zeit Verehrten aus Vergangenheit und Gegenwart: Shakespeare, ▸Dürer, Friedrich der Große, ▸Napoleon, Goethe, Schiller, Königin Luise, Bismarck, ▸Beethoven, Humboldt, Paganini, Liszt, Schumann, Wagner…
Krisenzeiten, gesellschaftlicher Wandel und Unzufriedenheit beförderten Sehnsüchte nach starken Anführern, Rettern und Vorbildern. Zweifel an Religion und Kirche führten zu „Ersatzheiligen” aus dem weltlichen Leben. Idol, Ikone, fanatisch oder ekstatisch sind nicht zufällig Begriffe des Religiösen, die im Personenkult Anwendung fanden und bis heute finden.
Das Genie galt als gottgleicher Schöpfer, Prophet und Grenzüberschreiter, Wertebringer und Motor der Gesellschaft. Oft war es zugleich verkannter Märtyrer, Außenseiter, manchmal dem Wahnsinn nah. Der Star verkörperte einige Genie-Eigenschaften, war aber breitenwirksamer und publikumsnäher mit größerer emotionalisierender Kraft. Auch Frauen wurden zu Stars. Zeitungen und Zeitschriften, Konsum- und Unterhaltungskultur, neue Infrastrukturen und Medien bildeten die Basis für oft schon international anerkannte Idole. Verehrung und Vermarktung zeigen sich in frühen Fan-Artikeln und Autogrammen, in Hysterie und Rivalitäten.
Die etwa 170 Objekte stammen zum Großteil aus den Sammlungen des GNM. Sie werden ergänzt um herausragende Leihgaben der John Neumeier Stiftung, Hamburg, dem Deutschen Theatermuseum, München und weiteren Museen und privaten Sammlungen.
Die Ausstellung lädt dazu ein, historische Muster der Verehrung zu erkennen – und zu fragen, warum Geniekult, Starsysteme und Personalisierung bis heute unsere Kultur prägen.
Ausstellungsort
Größtes Museum für Kunst und Kultur des deutschsprachigen Raums. Zeitreise durch 100.000 Jahre Kulturgeschichte vom Faustkeil über den Ezelsdorfer Goldkegel, kostbare mittelalterliche Skulpturen, dem Behaim-Globus, die Kaiserbilder Albrecht Dürers bis hin zu Kunst und Design der Gegenwart.
Dependance, Nürnberg
Außenstelle des Germanischen Nationalmuseums. Baugeschichte und Bedeutung der Kaiserburg, Entwicklung der Waffentechnik, Waffensammlung.
Museum, Hannover
Schausammlungen aller Abteilungen: Landesgalerie, Naturkunde, Urgeschichte und Völkerkunde.
Bis 28.6.2026, Nürnberg
Eine Mischung aus Leichtigkeit und Gelehrsamkeit prägt viele seiner überaus populären Werke und macht ihn zu einer wichtigen Figur in der Dürer-Rezeption seiner Zeit.
Bis 23.8.2026, Aachen
Pferde haben seit der Antike das Leben der Menschen geprägt.
Ab 10.7.2026, Nürnberg
Die Schau präsentiert drei Briefe Dürers an seinen besten Freund, den betdeuttentden Humatnisten Willitbald Pircktheimer – zwei davon im Original.