Ausstellung 20.11.25 bis 26.04.26
Paris, 1925: die Exposition internationale des arts décoratifs et industriels modernes feiert den Triumph einer neuen Asthetik. Rund 15.000 Aussteller aus 18 Nationen präsentieren auf dieser Weltausstellung des Kunstgewerbes das, was später als Art Déco in die Designgeschichte eingehen sollte - ein Stil, dessen Name sich erst rückblickend aus dem Titel der Schau ableitete. Hundert Jahre später nimmt das Bröhan Museum dieses Jubiläum zum Anlass, den Blick erneut auf die ebenso exzentrische wie elegante Formensprache des Art Déco zu richten. Bereits im Sommer wurde in der Dauerausstellung ein neuer Schwerpunkt eröffnet, der die Highlights der museumseigenen Sammlung in neuem Licht erscheinen lässt - mit Arbeiten von unter anderem Jacques-Emile Ruhlmann, Süe et Mare, Jean Puiforcat und Pierre Chareau.
Doch der Glanz des Art Déco enttaltete sich nicht nur in Möbeln, Glas und Metall, sondern ebenso auf Papier: In Illustrationen für Zeitschriften und Werbung fand der Stil eine besonders schillernde Bühne. Diese grafischen Zeugnisse prägten das Bild der Moderne entscheidend - sie machten den Luxus der neuen Zeit sichtbar, multiplizierbar und massenwirksam. Dabei waren sie alles andere als trivial: Modezeitschriften jener Zeit waren kleine Kunstwerke, gedruckt auf edlem Papier und gefertigt im aufwendigen Au-Pochoir-Verfahren. Bei dieser Technik wird die Farbe von Hand mit farbgetränkten Tampons und feinen Schablonen aufgetragen - ein Prozess, der zarte, fast reliefartige Strukturen und zugleich eine intensive, leuchtende Farbigkeit hervorbringt. Das Verfahren war perfekt geeignet, um die Entwürfe der großen Couturiers und Couturières wie Paul Poiret, Jeanne Lanvin oder Madeleine Vionnet zu vervielfältigen, ohne ihnen etwas von ihrer Strahlkraft zu nehmen. Auch die renommierten Modehäuser ließen überaus aufwendige, häufig großformatige Luxuskataloge drucken - in Gold und Silber auf schwerem Büttenkarton. Solche exquisiten Druckerzeugnisse trugen maßgeblich dazu bei, den Glamour und die opulente Strahlkraft des Art Déco zu prägen. Neben der Mode wurde die Raumgestaltung zum bevorzugten Ausdrucksfeld von Stil und Individualität. Die kostbare Ausstattung der eigenen vier Wände bot Gelegenheit, Wohlstand und verfeinerten Geschmack zur Schau zu stellen.
Die Ausstellung widmet sich diesen außergewöhnlichen Druckerzeugnissen und eröffnet einen faszinierenden Blick auf die herausragende Illustrationskunst der Art-Déco-Zeit. Alle gezeigten Werke entstammen der einzigartigen Kollektion des Stuttgarter Sammlerehepaars Akka und Wulf D. von Lucius, die mit dieser Präsentation erstmals in Berlin zu sehen ist.
Ausstellungsort
Jugendstil, Art Deco und Funktionalismus. Kunsthandwerk und Industriedesign von der Jahrhundertwende bis zu den 20er und 30er Jahren, Bilder-Galerie mit Schwerpunkt Berliner Secession.
Bis 22.2.2026, im Haus
Die Ausstellung zeigt, wie das urbane Leben und die ländliche Idylle in der Kunst der Berliner Secession ihren Ausdruck fanden.
Bis 26.4.2026, im Haus
Die Offenheit für das Experiment, die Lust am Austesten von neuen Möglichkeiten wurden zum Wesensmerkmal Ihres Schaffens.
Museum, Berlin
Museum des 2007 verstorbenen Kunsthändlers Heinz Berggruen. Herausragende Werke der Klassischen Moderne: Picasso, Klee, Matisse, Braque, Laurens und Giacometti.
Museum, Berlin
Sammlung Scharf-Gerstenberg. Die 1851 ursprünglich für die Pferde, Kutschen und Leibgarde König Wilhelms IV. geplanten Gebäude wurden zwischen 1967 und 2005 durch das Ägyptische Museum genutzt.
Museum, Berlin