Exponat
Das Haus Grüner Markt 2 in Rothenburg o.d.T. stellt eines der wertvollsten bauarchäologischen Konstrukte der Stadt dar. Seine Gründung dürfte bis ins 13. Jahrhundert zurückreichen. Im Jahr 1998 wurde dort im sogenannten „Kleine Gewölbekeller” ein Keramikgefäß mit Deckel gefunden und darin 82 Goldmünzen.
Es stellte sich heraus, daß es sich um Münzen aus ganz Europa – eine davon sogar aus dem Osmanischen Herrschaftsbereich – handelt. Sie messen alle zwischen 21 und 29 mm im Durchmesser und sind nach heutigen Münz-Maßstäben sehr dünn. Am häufigsten vertreten sind Golddublonen aus den spanisch besetzten Niederlanden, aber auch Nürnberger, Salzburger, Frankfurter und Pfälzer Dukaten sowie Hamburger Zechinen sind darunter. Eine Rarität stellt eine Siebenbürger Münze von 1620 aus dem Herrschaftsbereich des Gabriel Bethlen (1580-1629) dar.
Das Datum der jüngsten Münze (1673) und die Tatsache, dass sich der Fund nur wenige Zentimeter unter dem Stampfboden befand, legt die Vermutung nahe, der damalige Hausbesitzer habe das Gold um 1690 aus Angst vor plündernden französischen Truppen vergraben: damals verwüstete der Pfälzische Erbfolgekrieg die Gegend um Rothenburg.
Die Münzen lagen in dem innen glasierten Keramikgefäß, dessen Deckel eingebrochen war. Trotzdem handelt es sich um das am besten erhaltene, das je in Bayern gefunden wurde. Die Form des Gefäßes ließ zunächst vermuten, dass es sich evtl. um einen sogen. „Nachgeburtstopf” handelt: Nachgeburten wurden nicht offiziell bestattet wie z.B. abgetrennte Gliedmaßen, die Vergrabung im Haus diente bisweilen apotropäischen Zwecken.
Leider ist über den damaligen Hausbesitzer nichts bis jetzt bekannt.
Standort
Dominikanerinnenkloster, Kunst und Kultur der freien Reichsstadt und ihrer Umgebung. Waffensammlung, Meistertrunk, Goldmünzfund, Kaufladen, Apotheke und Klosterküche.
Museum, Rothenburg o.d.T.
Geschichte der deutschen Weihnacht. Bäume mit kostbarem und seltenem Baumbehang der unterschiedlichen Epochen. Rauschgoldengel, Baumspitzen, Miniaturbäumchen, Christbaumständer, Papierkrippen, Räuchermännchen u.v.m.
Museum, Rothenburg o.d.T.
Inszenierungen mit lebensgroßen Figurengruppen zur Situation der Freien Reichsstadt während des Dreißigjährigen Krieges (um 1630). Folterkammer und drei Verliese im Kellergeschoss.
Museum, Rothenburg o.d.T.
Bedeutendstes Rechtskundemuseum der Bundesrepublik. Rechtsgeschehen, Gesetze und Strafen der vergangenen 1000 Jahre. Instrumente der Folter und Geräte zum Vollzug der Leibes- und Lebensstrafen sowie der Ehrenstrafen.
Museum, Rothenburg o.d.T.
Originalradierungen von den Anfängen im 16. Jahrhundert bis heute, die der Künstler Ingo Domdey über viele Jahre zusammengetragen hat. Arbeiten von Dürer, Rembrandt, Goya, Renoir, Munch, Liebermann, Slevogt, Janssen, Hrdlicka und zeitgenössischen Künstlern.