Ausstellung 07.04. bis 31.07.22

Archäologisches Museum Colombischlössle

Habalukke - Schätze einer vergessenen Zivilisation

Freiburg im Breisgau, Archäologisches Museum Colombischlössle: Der zeitgenössische Berner Künstler Hans-Ulrich Siegenthaler hat nicht nur jede Menge Habalukke-Skulpturen geschaffen, sondern auch Fundtafeln, Modelle von Ausgrabungen oder einen Briefwechsel mit Archäologie-Kollegen. Bis 31.7.22

„Im Jahr 1902 entdeckte Oberst Affolter auf der Rückkehr von einer Studienreise durch die Kykladen die Insel Sehnah, die allzu häufig auf den Landkarten fehlt. Dort, mitten im Mittelmeer, fand er eine ihm unbekannte Zivilisation: Habalukke.” So beginnt die vom zeitgenössischen Berner Künstler Hans-Ulrich Siegenthaler geschaffene „reale Fiktion”.

Tatsächlich ist Oberst Affolter niemand anderes als das Alter Ego des Künstlers. Sorgfältig und mithilfe archäologischer Methoden hat dieser eine ganze Kultur zum Leben erweckt. Seiner Erfindungslust waren dabei keine Grenzen gesetzt: Siegenthaler hat nicht nur jede Menge Habalukke-Skulpturen geschaffen, sondern auch Fundtafeln, Modelle von Ausgrabungen oder einen Briefwechsel mit Archäologie-Kollegen. Dabei ist es ihm gelungen, einer möglichen Realität so nahe zu kommen, dass die Erfindung sogar für anerkannte Archäologen nicht sofort ersichtlich ist.

Der gezeigte Überblick über die Geschichte der Habalukke-Kultur lässt das Publikum zunächst bewusst im Unklaren. Der Rundgang beginnt bei der Proto-Habalukke-Kultur aus der Jungsteinzeit: Bei den Statuetten aus gebranntem, orangefarbenem Ton handelt es sich häufig um weibliche Statuetten mit üppigen Formen, teilweise reich verziert. Opferkönige oder Gottheiten mit erhobenen Armen spiegeln die Mythen einer Kultur wider, die vom Ideenaustausch mit dem östlichen Mittelmeerraum geprägt war.

Oberst Affolter war nicht nur Entdecker und Forscher, er war auch in der Kunstszene seiner Zeit bestens vernetzt. Mit August Macke, der selbst die Insel Sehnah besuchte und Affolters Schwester Bernadette in Kandern unterrichtet haben soll, verband ihn eine enge Freundschaft. In der Ausstellung belegt diese Verbindung ein Porträt von Affolters Schwester, das augenscheinlich von Macke gemalt ist – oder hat Siegenthaler hier selbst den Pinsel geschwungen?

Das Archäologische Museum stellt den Habalukke-Figuren in der Ausstellung zwei sogenannte Kykladen-Idole gegenüber. Die hochkarätigen Originale, Leihgaben des Badischen Landesmuseums Karlsruhe, sind charakteristisch für die berühmte Kykladenkultur.

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