Ausstellung 07.06.21 bis 01.01.22

Militärhistorisches Museum

Hitlers Elitetruppe?

Mythos Fallschirmjäger

Dresden, Militärhistorisches Museum: Um die Fallschirmjäger der Wehrmacht ranken sich zahlreiche Legenden, die in der nationalsozialistischen Propaganda wurzeln. Neue Erkenntnisse widersprechen den gängigen Mythen. Bis 1.1.22

Um die Fallschirmjäger der Wehrmacht ranken sich zahlreiche Legenden, die in der nationalsozialistischen Propaganda wurzeln. Die Mythen um die Schlachten von Kreta 1941 und Cassino 1944 sind bis heute wirkmächtig.

Die enge Verzahnung mit Partei und Staatsführung sowie die Kriegsverbrechen dieser Truppe hingegen wurden nach 1945 heruntergespielt. Das Trauma der hohen Verluste auf Kreta wurde verdrängt, die Niederlage bei Cassino als Abwehrsieg inszeniert. Heldentum und der Nimbus, unbesiegbar zu sein, sind nach wie vor Teil der Erzählung über die Fallschirmjäger der Wehrmacht.

Die Ausstellung gewährt mit einzigartigen Objekten Einblicke in die Geschichte dieser Truppe. Sie hilft nachzuvollziehen, wie es zu einem derart nachhaltigen Mythos kommen konnte. Durch Auswertung jetzt zugänglicher Akten verschiedener Archive konnten neue Erkenntnisse gewonnen werden, die den gängigen Mythen widersprechen. Das operative Geschehen während der Schlachten von Kreta und um Cassino ist vor diesem Hintergrund neu zu bewerten.

Wieviel von den Fallschirmjägern der Wehrmacht in der Bundeswehr steckt, muss noch genauer herausgearbeitet werden. Auch wenn sich die Bundeswehr bei ihrer Aufstellung 1956 gerade nicht in direkter Kontinuität zur Wehrmacht verstand, sind bedeutende personelle Überschneidungen offensichtlich, alte Denk- und Verhaltensweisen sind zum Teil unreflektiert beibehalten worden.

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