Ausstellung 03.06. bis 11.09.22

Kunstbibliothek und Kupferstichkabinett

#holzschnitt. 1400 bis heute

Berlin, Kunstbibliothek und Kupferstichkabinett: Anhand von über 100 Kunstwerken auf Papier – darunter Meisterwerke von Albrecht Dürer, Edvard Munch oder Käthe Kollwitz – wird die Entwicklung der Technik von ihren Anfängen bis in die Gegenwart nachgezeichnet. Bis 11.9.22

Am Anfang steht der Holzschnitt. Er ist das älteste druckgraphische Verfahren und wird bis heute von Künstlern weltweit angewandt. Die Ausstellung zeigt eine abwechslungsreiche Auswahl von über 100 Werken aus dem reichhaltigen Bestand des Kupferstichkabinetts. Sie spannt den Bogen von den frühen und oft nur in wenigen Exemplaren erhaltenen Holzschnitten des 15. Jahrhunderts bis hin zu großformatigen zeitgenössischen Werken.

Entlang dieser chronologischen Achse richtet sich der Blick auf verschiedene Themen, wie das Zusammenspiel von Material und Technik oder den Gebrauch von Holzschnitten. Dieser reicht von der christlichen Andacht mit Heiligenbildern über Kartenspiele, Verzierungen in spätgotischen Holzkästchen und beeindruckenden Raumdekorationen bis hin zur Buchillustration, zum Flugblatt oder zur Gemäldereproduktion. Neben der ganz praktischen Verwendung entstanden Holzschnitte auch als eigenständige Kunstwerke für Sammler.

Besondere Aufmerksamkeit ist der Entwicklung des Farbholzschnitts eingeräumt, denn in allen Epochen suchten die Künstler nach Möglichkeiten, bunte Drucke herzustellen. Dies führte bisweilen zu völlig unerwarteten Ergebnissen. So sind handbemalte Abzüge von 1460 ebenso ausgestellt wie die ersten farbigen Drucke von Hans Burgkmair und Lucas Cranach d. Ä., die um die Erfindung dieser Technik wetteiferten. Demgegenüber sind auch mehrfarbige Chiaroscuro-Holzschnitte des 16. Jahrhunderts aus Italien und den Niederlanden zu sehen, extravagante Farbdrucke des Rokoko und mit über 20 Farbplatten hergestellte Blätter des 20. Jahrhunderts, die, inspiriert von japanischen Holzschnittmeistern, eher an Aquarelle als an Holzschnitte erinnern.

Um 1900 entdeckten Expressionisten wie Ernst Ludwig Kirchner, Emil Nolde oder Karl Schmidt-Rottluff in der Nachfolge Paul Gauguins den Holzschnitt für sich ganz neu. Ihnen erschien die Technik als Ausdruck einer neuen Ursprünglichkeit und sie schufen Meisterwerke in reduzierter Formensprache.

Überraschend ist, in welcher Vielfalt sich Künstler auch in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts noch mit der Technik beschäftigen: Die Ausstellung zeigt abstrakte Kompositionen von Helen Frankenthaler, Hans Hartung oder Esther Fleckner ebenso wie figurative bis fotorealistische Werke von Anselm Kiefer, Georg Baselitz oder Franz Gertsch.

Ein besonderes Highlight bilden Druckstöcke verschiedener Epochen aus dem Bestand des Kabinetts, die erstmals in größerer Zahl gezeigt werden und das Material sinnlich erfahrbar machen.

Künstler der Ausstellung

Gerhard Altenbourg, Jost Amman, Hans Baldung, Jacopo de’ Barbari, Georg Baselitz, Hans Sebald Beham, Peter Behrens, Thomas Bewick, Joseph Beuys, Jean Bézart, Willem Jansz. Blaeu, Niccolò Boldrini, Giovanni Britto, Hans Burgkmair d. Ä., André Butzer, Ugo da Carpi, Francesco Clemente, Lucas Cranach d. Ä., Albrecht Dürer, Lyonel Feininger, Ester Fleckner, Frank Morley Fletcher, Helen Frankenthaler, Caspar David Friedrich, Franz Gertsch, Hendrick Goltzius, Hans Hartung, Sella Hasse, Erich Heckel, Jacoba Heemskerck van Beest, Ludwig von Hofmann, John Baptist Jackson, Christoffel Jegher, Wassily Kandinsky, Anselm Kiefer, Ernst Ludwig Kirchner, Käthe Kollwitz, Utagawa Kuniyoshi, Matthias Mansen, Gerhard Marcks, Wolfgang Mattheuer, Meister Casper, Adolph Menzel, Johannes Molzahn, Carl Moser, Otto Mueller, Edvard Munch, Emil Nolde, Emil Orlik, A. R. Penck, Lucien Pissarro, Alfred Rethel, Ludwig Richter, Peter Paul Rubens, Hans Schaur, Karl Schmidt-Rottluff, Julius Schnorr von Carolsfeld, Hans Springinklee, Max Thalmann, Carl Theodor Thiemann, Tizian, Nasan Tur, Angelo Valla, Félix Vallotton, Michael Wolgemut und Antonio Maria Zanetti.

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