Version
27.1.2026
Phonoliszt-Violina zu „Das achte Weltwunder”,
Hupfeld Phonoliszt-Violina, @ R. Göttlinger
Phonoliszt zu „Das achte Weltwunder”,
Museum Wilhelmsbau, Speyer
Hupfeld Phonoliszt zu „Das achte Weltwunder”,
Hupfeld Phonoliszt Violina, Siegfrieds mechanisches Musikkabinett, Rüdesheim
Fredys mech. Musikmuseum zu „Das achte Weltwunder”,
Fredys mechanisches Musikmuseum, Lichtensteig
 zu „Das achte Weltwunder”,
Museum mechanischer Musikinstrumente, Königslutter
Phonoliszt-Violina Modell B, Detail zu „Das achte Weltwunder”,
Deutsches Musikautomaten-Museum, Bruchsal

Exponat

Das achte Weltwunder

Hupfeld Phonoliszt-Violina Modell B, das Orchester im Schrank

Museum Wilhelmsbau
DE-67346 Speyer
und weitere Standorte

Ein Orchestrion, also einen mechanischen Musikautomaten, mit integrierten Geigen auszustatten war zu Beginn des 20. Jahrhunderts eine technische Herausforderung. Die Leipziger Hupfeld AG präsentierte 1908 die ▸Phonoliszt-Violina, ein über zwei Meter hohes Instrument mit einem selbstspielenden Klavier im Unterteil, in dessen Oberteil drei aufrecht stehende Violinen an einen endlos um sie rotierenden Geigenbogen gedrückt wurden. Das älteste bekannte Modell steht heute in Musikkabinett Rüdesheim.

Eine echte Handspielgeige hat normalerweise vier Saiten. Hupfeld begnügte sich mit drei echten Geigen, auf denen jeweils nur eine Saite spielt (E, A und D). Die Geigen konnten pizzicato, staccato und flageolett spielen, sie konnten mehr greifen als ein Mensch und mit Gegenmelodie ein-, zwei- oder gar dreistimmig spielen. Der Versuch, Geigenorchestrien mit vier Saiten zu konstruieren, war vermutlich zu kompliziert und wurde nach kurzer Zeit wieder aufgegeben.

Gesteuert werden diese Orchestrien pneumatisch über eine perforierte Papierrolle, deren breites Repertoire von Klassik bis Unterhaltungsmusik reichte. Die Gehäuse erhielten die Bezeichnungen A, B und C. Das Modell B mit einem Gehäuse, bei dem die Geigen besser repräsentiert wurden, war das populärste. Von C ist nur ein Exemplar bekannt.

Durch die Einführung des Rundfunks und des elektrischen Schallplattenspielers um 1926 brach der Verkauf von Orchestrien weltweit ein. Durch die nun billigere und einfachere „elektrische Aufnahme” von Ton durch das Kohlemikrofon und die Wiedergabe über Verstärker und Großserien-Lautsprecher waren die aufwendigen Orchestrien wie auch die Grammophone nicht mehr konkurrenzfähig, und ihre Herstellung wurde innerhalb kurzer Zeit weltweit eingestellt.

POI

Standort

Museum Wilhelms­bau

Voll­auto­ma­ti­sche Groß­orche­strien, Flöten­uhren und Spiel­dosen, histo­ri­sche Waffen und Uni­for­men, Klei­dungs­stücke und Puppen, „Rock’n’Roll” Zimmer.

Museum, Rüdesheim am Rhein

Sieg­frieds mecha­ni­sches Musik­kabi­nett

Orche­strien, elek­tri­sche Kla­viere, Karus­sell­orgeln, Grammo­phone, Phono­graphen, Spiel­uhren, Sing­vogel­dosen und -käfige.

Museum, Lichtensteig

Fredys mecha­ni­sches Musik­museum

Er­stes Deutsch­schwei­zer Mu­seum für mecha­ni­sche Musik­in­stru­mente. Spieldosen mit Vogel­ge­zwitscher, Platten­spiel­auto­maten, Karussel- und Tanzorgel.

Museum, Königslutter

Museum mecha­ni­scher Musik­instru­mente

Spiel­bereite mecha­nische Musik­instru­mente aus 250 Jahren von der Spiel­uhr Ka­rus­sell­orgel, ehe­mals Teil einer be­kannten Privat­samm­lung.

Museum, Speyer

Technik Museum

Expo­nate und Rari­täten aus dem Ge­samt­ge­biet der Tech­nik­ge­schich­te. Begehbare Boeing 747, Flugzeuge und Hubschrauber, die Raumfähre Buran, Oldtimer aller Epochen, Motorräder, Feuerwehr, Loks, eine Welte Orgel sowie im Wilhelmsbau Musikinstrumente, Puppen und Uniformen.

Verantw. gem. §55 Abs 2 RStV:
Rainer Göttlinger
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