Museum

Staatl. Naturwissenschaftliche Sammlungen

Jura-Museum Eichstätt

(seit 10. Januar 2020 wieder zugänglich)

Erdgeschichtliche Entwicklung der Südlichen Frankenalb. Fossilien der weltberühmten Solnhofener Plattenkalke: zarte Krebse und Insekten, riesige Fische, seltene Flugsaurier, der Raubdinosaurier „Juravenator starki” sowie der berühmte Urvogel Archaeopteryx.

Das Museum auf der Willibaldsburg hoch über dem Altmühltal ist eines der schönst gelegenen Naturkundemuseen in Deutschland. Der Schwerpunkt der Ausstellung liegt auf den Fossilien der Solnhofener Plattenkalke, die durch die intensive Steinbruchtätigkeit in der Region zutage gefördert werden.

Die Versteinerungen, die im Jura-Museum Eichstätt zu sehen sind, ermöglichen eine Zeitreise rund 150 Millionen Jahre in die Vergangenheit, in eine tropische Insel-, Riff- und Lagunenlandschaft, die von Fischsauriern und Krokodilen, Korallenfischen und Krebsen, und in der Luft darüber von Insekten und Flugsauriern bevölkert war.

Archaeopteryx

Das vielleicht eindrucksvollste Fossil ist ein Original des Urvogels Archaeopteryx. Zusammen mit anderen Funden erzählt es die Geschichte der Vogelevolution von den gefiederten Raubdinosauriern bis zu den modernen Vögeln. Das eindrucksvolle Skelettmodell eines kreidezeitlichen Flugsauriers paßt mit elf Metern Spannweite gerade eben in den Ausstellungsraum.

Der Jurajäger

1998 machte ein Grabungsteam des Jura-Museums einen sensationellen Fund, der nun nach jahrelanger, penibler Präparationsarbeit und der wissenschaftlichen Bearbeitung durch zwei renommierte Dinosaurierforscher ebenfalls im Jura-Museum Eichstätt zu sehen ist: Juravenator starki, der besterhaltene Raubdinosaurier Europas. Juravenator bedeutet „Jurajäger”. Er war ein junger, zweibeiniger Raubsaurier. Kräftige Krallen an Händen und Füßen dienten zum Festhalten seiner Beute und weisen ihn als spezialisierten, aktiven Jäger aus. Juravenator lebte auf einer Insel im flachen Jurameer, das damals ganz Süddeutschland bedeckte. Seine Beute waren wohl Eidechsen und Jungtiere von Urvögeln und Flugsauriern.

Korallen-Aquarien

Neben den Fossilien der Solnhofener Plattenkalken zeigt das Jura-Museum Eichstätt auch Schauaquarien mit tropischen Korallenriffen. Prächtige Riffkorallen und andere wirbellose Tiere, farbenfrohe Korallenfische und „lebende Fossilien” wie Pfeilschwanz, Nautilus und Knochenhecht und andere bunte Meeresbewohner veranschaulichen, wie man sich die Eichstätter Region zur Jura-Zeit vorzustellen hat. Gleichzeitig sind die Korallenaquarien auch ein Fenster zu einem der artenreichsten aber auch am meisten gefährdeten Lebensräume unserer Erde.

Jura-Museum Eichstätt ist bei:
POI

Paläontologische Museen

Verantwortlich gem. §55 Abs 2 RStV: Rainer Göttlinger #100870 © Webmuseen