Ausstellung 07.02. bis 03.05.20

Pergamonmuseum

Kalligraph des Königs

Dawud al-Hossaini

Berlin, Pergamonmuseum: Spektakuläre Highlights der Ausstellung sind zwei Reiskörner mit mikroskopisch kleiner Kalligraphie. Die zugehörigen Begleitschreiben weisen sie als diplomatische Geschenke, u.a. nach Deutschland, aus. Bis 3.5.20

Ob mikroskopisch klein oder monumental, der Kalligraph Dawud al-Hossaini (1894-1979) beherrschte jedes Format. Er schrieb Koransuren auf ein Reiskorn, füllte winzige Seiten eines Miniaturbuchs mit 550 Buchstaben oder entwarf monumentale Bauinschriften wie sie den Triumphbogen (Taq-e Zafar) und andere moderne Denkmäler in Kabul schmücken. Als Kulturberater des letzten afghanischen Königs, Muhammad Zahir Khan (reg. 1933-1973) gehörte er zur intellektuellen und politischen Elite des Landes und bekleidete hohe Ämter wie die Leitung der staatlichen Druckereien Afghanistans.

Trotz seiner erfolgreichen politischen und intellektuellen Karriere blieb al-Hossaini seinem künstlerischen Wirken als Kalligraph treu. Doch nur ein Bruchteil seines Werkes ist heute erhalten, ungeachtet seiner großen Produktivität. Der Verbleib von ca. 300 kalligrafischen Arbeiten, die im Nationalarchiv in Kabul aufbewahrt wurden, ist ungeklärt. Andere Werke, die König Muhammad Zahir Khan als Staatsgeschenke an internationale Staats- und Regierungschefs sandte, sind entweder verloren gegangen oder in verschiedenen Archiven verstreut, wo sie auf ihre Entdeckung warten.

Spektakuläre Highlights der Ausstellung sind zwei Reiskörner mit mikroskopisch kleiner Kalligraphie. Die zugehörigen Begleitschreiben weisen sie als diplomatische Geschenke, u.a. nach Deutschland, aus. Außerdem sind außergewöhnliche Beispiele für Siya Mashq zu sehen. Diese in Zentralasien weit verbreitete und sehr geschätzte Kalligraphieform demonstriert die Meisterschaft eines Kalligraphen, Buchstabenformen und -kombinationen dynamisch zu replizieren.

Welche Kunstfertigkeit die Kalligraphiepraxis erfordert, lassen die erhaltenen Übungsblätter ahnen.

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