Exponat
Es ist eines der großen Geheimnisse der Kunstgeschichte: in den letzten Tagen des Zweiten Weltkrieges verbrannten drei bedeutende Gemälde des Wiener Malers ▸Gustav Klimt (1862-1918).
Ursprünglich hatte Klimt die sogenannten „Fakultätsbilder” im Auftrag der Universität Wien gemalt. Die großflächigen Werke sollten drei Fakultäten darstellen: die Philosophie, die Jurisprudenz und die Medizin. Wegen ihrer unkonventionellen Ausführung, vor allem aber wegen der freizügigen Darstellung nackter Haut, stießen die Bilder beim Auftraggeber auf Ablehnung, und so gingen sie in den Besitz privater Sammler über.
Um sie vor der Zerstörung durch alliierte Bombenangriffe zu schützen, wurden die Bilder im Zweiten Weltkrieg gemeinsam mit vielen anderen Kunstgegenständen aus Wien in das niederösterreichische Schloss Immendorf ausgelagert – welches in den letzten Kriegstagen jedoch in Flammen aufging. Seitdem gelten Klimts Fakultätsbilder als verschollen.
Wie die mehr als 4 Meter großen Gemälde einmal ausgesehen haben, zeigten nur noch Schwarz-Weiß-Fotografien und einige zeitgenössische Beschreibungen. Ihre Farbgebung blieb daher weitgehend rätselhaft.
KI-Forscher hatten die Idee, die Farbgebung der Gemälde mittels maschinellen Lernens zu rekonstruieren. Doch alleine konnte Künstliche Intelligenz die Aufgabe nicht lösen. Erst zusammen mit dem Kunsthistoriker und Klimt-Experten Dr. Franz Smola vom Wiener „Belvedere” gelang das erstaunliche Kunststück, den Gemälden ihre Farben wiederzugeben.
Wie das Team dabei vorgegangen ist, welche Hindernisse es zu überwinden galt und welche Überraschungen zum Vorschein kamen, kann im „KI:Kabinett” des Deutschen Museums Bonn jetzt interaktiv und multimedial erlebt werden: die Kabinettausstellung stellt den Künstler Gustav Klimt, die Geschichte seiner Fakultätsbilder sowie den Rekonstruktionsprozess anschaulich und unterhaltsam dar.
Das Kabinett wird künftig regelmäßig mit Themen wie diesem bespielt werden.
Standort
Forschung und Technik in Deutschland nach 1945. Downloadbare Software und Publikationen.
Museum, Wien
Mitten im ehemaligen kaiserlichen Jagdgebiet des "Lainzer Tiergartens" im Südwesten Wiens gelegene, 1882 bis 1886 im Auftrag Kaiser Franz Josephs errichtete und als Jagdhaus geplante Villa.
Museum, Wien
Meisterwerke des Wiener Secessionismus, der Wiener Moderne und des österreichischen Expressionismus. Weltweit größte Egon-Schiele-Sammlung.
Museum, Wien
Von Klimt in seinen letzten Lebensjahren gemietetes, abseits gelegenes Haus inmitten eines wilden Obstgartens.
Museum, Passau
Rund zehn internationale Wechselausstellungen pro Jahr zur Bildenden Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts.