Museum

Kultur- und Militärmuseum

Grafenwöhr: Geschichte des Truppenübungsplatzes und der Stadt Grafenwöhr vom Bayerischen Königreich bis zur Gegenwart, Elvis Presley, Uniformen, Orden.

Stadtgeschichte

Grafenwöhr, im Jahr 1361 zur Stadt erhoben und mit Stadtmauer, Rathaus und eigener Pfarrei versehen, erwachte mit dem Baubeginn des Truppenübungsplatzes aus dem kleinstädtischen Dasein: Landwirtschaft, Handwerk und Gewerbe nehmen einen erheblichen Aufschwung, den Einwohnern ging es wirtschaftlich besser. Innerhalb eines Jahres verdoppelte sich die Einwohnerzahl.

Nach kurzer Unterbrechung setzte sich diese Entwicklung in der NS-Zeit fort. Das Nazi-Regime rüstete für den Krieg, der Truppenübungsplatz wurde in den Jahren 1936 bis 1938 erheblich ausgeweitet, und auch Grafenwöhr wuchs weiter.

Nach dem Zusammenbruch der NS-Diktatur und dem Ende des Zweiten Weltkriegs kamen die Amerikaner auf den Truppenübungsplatz und in die Stadt. Aus Gegnern werden Verbündete und aus Besatzern werden Freunde.

Elvis Presley

Ein besonderer GI schrieb Geschichte in Grafenwöhr: Elvis Presley. Während seines Manöveraufenthalts gab er trotz Auftrittsverbot ein kleines Privatkonzert am Flügel in der Micky-Bar – das einzig bekannte in Europa. Der originale Flügel samt Hocker ist heute im Kultur- und Militärmuseum ausgestellt.

Truppenübungsplatz

Der militärische Teil der Grafenwöhrer Ausstellung zeigt in Inszenierungen, Dokumentationen und Videofilmen exemplarisch die Entwicklung des Übungsplatzes, der das zuvor eher verschlafene Landstädtchen Grafenwöhr zu einem Brennspiegel der Geschichte werden ließ.

Unter anderem sind ein originaler Frontchristbaum aus dem 1. Weltkrieg sowie von Hitlers angeblicher „Wunderwaffe”, dem Geschütz Dora, ein Modell und ein 2014 geborgenes Originalteil.

Umsiedlung

In den dreißiger Jahren mussten wegen des NS-Rüstungswahns 3.500 Bewohner aus 57 Dörfern für die Erweiterung des Übungsplatzes ihre Heimat aufgeben. Besonders drastisch dokumentiert dies ein Stummfilm, der während der Aussiedlung 1937-38 in der Ortschaft Haag gedreht wurde.

Gefangenschaft, Verwundung und Tod

Der Ausstellung von Orden, Uniformen, Waffen und militärischen Ausrüstungsteilen sind ganz bewusst die Stationen „Gefangenschaft”, „Verwundung” und „Tod” gegenübergestellt: sie legen sich auch baulich als düsterer Weg, gepflastert und gespenstisch ausgeleuchtet, zwischen die Vitrinen.

Damit werden auch in der musealen Aufbereitung neue Wege beschritten, die wegführen von den üblichen Monturen- und Knöpfeschauen.

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