Version
13.1.2026
(modifiziert)
Fassade zu „Mozarts Geburtshaus (Museum)”, AT-5020 Salzburg
Küche zu „Mozarts Geburtshaus (Museum)”, AT-5020 Salzburg
Porträt als Kind zu „Mozarts Geburtshaus (Museum)”, AT-5020 Salzburg
Menuett zu „Mozarts Geburtshaus (Museum)”, AT-5020 Salzburg
Erinnerungsstücke zu „Mozarts Geburtshaus (Museum)”, AT-5020 Salzburg
Erinnerungsstücke aus dem Besitz Mozarts
Korrespondenzkarten zu „Mozarts Geburtshaus (Museum)”, AT-5020 Salzburg
Königinnen der Nacht zu „Mozarts Geburtshaus (Museum)”, AT-5020 Salzburg
Bühnenbild Königin der Nacht zu „Mozarts Geburtshaus (Museum)”, AT-5020 Salzburg

Museum

Mozarts Geburtshaus

Mozart-Museum und Mozart-Archiv

Getreidegasse 9
AT-5020 Salzburg
+43-662-84 43 13
mozartmuseum@mozarteum.at
Ganzjährig:
tägl. 9-17.30 (17) Uhr

Die Familie Mozart lebte sechsundzwanzig Jahre lang, von 1747 bis 1773, zur Miete im dritten Stock des nach dem Spezereiwarenhändler Johann Lorenz Hagenauer benannten „Hagenauer Hauses”. Vater Leopold Mozart, geboren 1719 in Augsburg, war Hofmusiker und eine herausragende Persönlichkeit seiner Zeit: kritisch, hoch gebildet, geistvoll und mit weltmännischem Auftreten. Mozarts Mutter Anna Maria blieb zwar stets im Hintergrund, sorgte aber für Harmonie und Herzlichkeit und das gute Funktionieren des Künstlerhaushalts. Die mehr als dreißigjährige Ehe der beiden galt als sehr glücklich. Im heutigen „Geburtszimmer” brachte sie sieben Kinder zur Welt, von denen aber nur zwei das Erwachsenenalter erreichten: 1751 Maria Anna Walburga, genannt „Nannerl”, und viereinhalb Jahre später den heute als Wolfgang Amadeus bekannten Joannes Chrysostomus Wolfgangus Theophilus.

Jeder dieser vier Taufnamen hat einen klaren Ursprung. Zum einen war es üblich, Neugeborene auf den Namen des Tagesheiligen zu taufen. Diese Namen wurden im Alltag praktisch nie benutzt. Dem Großvater mütterlicherseits zu Ehren nannte man das Kind Wolfgangus, und Theophilus – griechisch für „Gottesfreund“ – verweist auf seinen Taufpaten. Die latinisierte Form von Theophilus ist Amadeus, Mozart selbst bevorzugte aber meist die französische Form und nannte sich Wolfgang Amadé. Erst nach seinem Tod 1791 setzte sich in Biografien, Druckausgaben und im internationalen Musikleben die feierlich-lateinische Form ▸Wolfgang Amadeus Mozart als kanonisch durch: sie klang gelehrter, universeller – und passte perfekt zum Bild des genialen Klassikers.

Die Küche samt offenem Herd und allerlei Gerät befindet sich außerhalb der eigentlichen Wohnung, die aus einem kleinen Kabinett, dem Wohnraum, dem Schlafzimmer (Geburtszimmer) und einem Arbeitszimmer besteht. Einige weitere museal genutzte Räume sind über den Laubengang und das Stiegenhaus zugänglich.

Ausgestellt sind diverse Schriftstücke, ein Kalender mit dem Namen des Tagesheiligen Joannes Chrysostomus, ein wahrscheinlich 1764 niedergeschriebenes Menuett für Klavier (KV 1) des damals Achtjährigen, ein Gemälde von 1766 mit dem kleinen Mozart am Cembalo, ein um 1763 entstandenes Ölgemälde, das den Knaben Mozart im Galakleid zeigt, sowie ein ebensolches mit seiner Schwester Maria Anna (Nannerl), die eine hervorragende Pianistin und Musikerin war.

Das Werk KV 1 ist eine der frühesten Kompo­sitionen des Kindes Wolfgang (Amadeus) Mozart.

Der folgende Raum glänzt mit einem Haarbüschel Mozarts, seiner seidenen Brieftasche, einer Tabakdose, den Perlmuttknöpfen eines seiner Gehröcke und anderen markanten Stücken aus seinem Besitz. Insbesondere ist hier auch die von Andreas Ferdinand Mayr gefertigte Kindergeige ausgestellt, die der Knabe im Alter von sechseinhalb Jahren erhielt.

Ein unvollendetes Ölgemälde von Joseph Lange, entstanden 1789, zeigt im folgenden Raum den 33-jährigen Wolfgang Amadeus Mozart am Klavier. Weitere interessante Ausstellungsstücke sind hier Mozarts Korrespondenzkarte sowie die seiner Frau Constanze, geb. Weber (1762-1842), die ihrem Mann eine verständnisvolle Ehefrau war und an seiner Kompositions- und Konzerttätigkeit regen Anteil nahm: ein Faksimile der Arbeitspartitur des Mozart’schen Requiems (KV 626), dessen freigelassene Partiturstellen sie nach dem Tod ihres Mannes von dessen Schülern Eybler und Süßmayr fertigstellen ließ, lässt den Anteil Mozarts an der Komposition erkennen: „Alles, was nicht mit einer Bleyfeder eingezäunt ist, ist Mozarts Handschrift bis nach pagina 32.”

Die letzten Museumsräume schließlich befassen sich mit der Witwe, der Schwester und den Söhnen Mozarts sowie der Mozart-Verehrung und seinen Opern samt Bühnenbildern. Prunkstücke dieses Abschnitts sind die beiden „Königin der Nacht”-Kostüme: eines von Jean-Pierre Ponnelle für die Sängerin Edita Gruberová in der Felsenreitschule 1978, das andere von Ursula Kudrna für die Sängerin Albina Shagimuratova am Großen Festspielhaus 2018.

1773 zog die Familie Mozart in eine größere Wohnung um: das sogenannte „Tanzmeisterhaus” am Makartplatz.

Der Verfasser hat das Mozart-Geburtshaus am 11. Januar 2026 besucht.

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