Museum
Der Begriff „Chinijo” wird auf der Insel Lanzarote gebraucht, um ein winziges Teil hervorzuheben – so auch für die Inselgruppe „Archipiélago chinijo”, die sich aus sehr kleinen Inseln zusammensetzt. Deren größte, La Graciosa, ist die einzige bewohnte Insel in der europäischen Gemeinschaft, die keinen Asphalt kennt.
Als im Juni 1799 der deutsche Wissenschaftler Alexander von Humboldt von seinem Schiff aus als Land erblickte, hielten die Seemänner einen der Vulkane für eine Burg und salutierten mit gehisster spanischer Flagge. Während der grauenvollen Vulkanausbrüche des Timanfaya brachten viele Lanzarotaner ihr Vieh zur Futtersuche auf die Insel und liessen es dort in Freiheit.
Besiedelt wurde die Insel La Graciosa erst 1867, als man versuchte, in der Caleta de Sebo eine Fischfabrik aufzubauen. Die ursprüngliche Bevölkerung setzte sich aus 7 Familien zusammen. Heute leben etwas mehr als 600 Einwohner auf der Insel.
El Archipielago Chinijo
Der kleine Archipel setzt sich aus den Inseln La Graciosa, Montaña Clara, Alegranza und den Felsinselchen des Ostens und des Westens zusammen, letzterer wird auch der Höllenfelsen genannt. 1986 wurde es zum Reservat erklärt, mit 70.000 Hektar eines der größten in Europa. Das Schutzgebiet verfügt über reichhaltige Fischvorkommen, Papageienfisch, Zahnbrasse, Goldstrieme, Zackenbarsch und über 300 Arten von Makroalgen. Es beherbergt damit die größte biologische Meeresvielfalt der Kanaren. Diese Vorkommen sind die Grundlage für den Reichtum an Seevögeln.
Die Abhänge von Famara wiederum zeichnen sich durch ihren genetischen Reichtum aus: sie beherbergen 75% der endemischen Pflanzen der Insel Lanzarote. Riff und Berghänge sind repräsentativ für die natürlichen Systeme und charakteristischen terrestrischen und marinen Lebensräume der kanarischen Inseln.
La Orchilla
Schon die Phönizier (antike Seemacht im Mittelmeer) kannten das Purpur, welches aus der Orchillaflechte (kanarische Roccella) Flechten gewonnen wurde – es war eines ihrer wichtigsten Handelsgüter. Die Insel Lanzarote war einer der Orte, wo sie hinfuhren, um diese Pflanze zu sammeln, was den kanarischen Inseln zu dem Beinamen „Purpurinseln” verhalf. Mit diesem Färbmittel wurde die Seide und die Wolle purpur oder violett gefärbt, die Farbe der Könige und Bischöfe.
Meersalz
Salz ist möglicherweise das älteste Gewürz, das von Menschen genutzt wird. Seine Bedeutung für das Leben ist so groß, dass schon die römischen Soldaten einen Teil ihres Gehaltes in Salzzuteilungen erhielten, dem sogenannten „Salär” oder „Sold”. In Lanzarote war das Salz Anfang des 20. Jahrhunderts eine der größten Einnahmequellen, denn es war eng mit dem Fischfang und der Industrie für Salzfisch und Fischkonserven verbunden. Der Fischfang hing, bevor man das Gefrierverfahren erfand, vollkommen von der Salzindustrie ab.
Von den 25 Salinen, die auf Lanzarote seit dem Jahr 1520 Salz produzierten, sind nur noch zwei in Betrieb und bereichern uns mit einer Vielfalt an inspirierenden Landschaftsbildern.
Hinweis: die Texttafeln im Museum sind dreisprachig spanisch, englisch und deutsch.
Der Verfasser hat das Museum am 13.6.2022 besucht.
Gebäude, Haría
Wohnhaus und Werkstatt des Künstlers César Manrique, wo er bis zu seinem Tod im Jahr 1992 lebte.
Bot. Garten, Guatiza
Vom lanzarotenischen Künstler und Naturschützer César Manrique gegründeter Kakteengarten in einem alten Steinbruch. Rund 5.000 Kakteen, Agaven, Euphorbien und andere Sukkulenten aus allen Teilen der Welt. Eine der letzten Gofio-Mühlen der Insel.
Gebäude, Tahíche
Von Jesús Soto in Zusammenarbeit mit César Manrique in eine Felsformation aus Lavatuff eingepaßtes Anwesen, das dem Schauspieler Omar Sharif gehörte, bis er es im Spiel gegen einen massiv unterschätzten Gegner verlor.
Museum, Tahíche
Haus, in welchem der Künstler César Manrique von 1968 bis 1988 lebte. Einzigartiger Wohnraum in fünf natürlichen Vulkanblasen, verbunden durch in die Lava gehauene Tunnel.
Museum, Arrecife
Historisches Museum in der Festung Castillo de San Gabriel. Geologie und der Natur Lanzarotes, Geschichte von Arrecife, Wirtschaftsfaktoren wie Cochenille, Orchilla und Barrilla. Töpferei, Mumie.
Bis 22.2.2026, Bern
Das Zentrum Paul Klee zeigt die erste Einzelausstellung der Künstlerin in der Schweiz, darin Arbeiten aus allen Schaffensperioden mit besonderem Augenmerk auf die architektonischen Interventionen.
Bis 23.8.2026, Vaduz