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14.4.2024
(modifiziert)
 zu „Museum Barberini (Museum)”, DE-14467 Potsdam
Foto: Helge Mundt
Monet, Die blühende Wiese zu „Museum Barberini (Museum)”, DE-14467 Potsdam
Claude Monet, Die blühende Wiese (Ausschnitt), 1885, Sammlung Hasso Plattner
Sisley, Bei Moret-sur-Loing zu „Museum Barberini (Museum)”, DE-14467 Potsdam
Alfred Sisley, Bei Moret-sur-Loing, 1881, Sammlung Hasso Plattner
Monet, Der kugelförmige Baum zu „Museum Barberini (Museum)”, DE-14467 Potsdam
Claude Monet, Der kugelförmige Baum in Argenteuil, 1876, Sammlung Hasso Plattner
Monet, Der Apfelbaum zu „Museum Barberini (Museum)”, DE-14467 Potsdam
Claude Monet, Der Apfelbaum, 1879, Öl auf Leinwand, Sammlung Hasso Plattner
Monet, Unter den Pappeln zu „Museum Barberini (Museum)”, DE-14467 Potsdam
Claude Monet, Unter den Pappeln (Ausschnitt), 1887, Sammlung Hasso Plattner
Claude Monet, Schiffe in Zaandam zu „Museum Barberini (Museum)”, DE-14467 Potsdam
Claude Monet, Schiffe in Zaandam, 1871, Sammlung Hasso Plattner
Boudin, Außenhafen bei Sonnenuntergang zu „Museum Barberini (Museum)”, DE-14467 Potsdam
Eugène Boudin, Der Außenhafen bei Sonnenuntergang, Le Havre, 1882, Sammlung Hasso Plattner

Museum

Museum Barberini

Humboldtstraße 5-6
DE-14467 Potsdam
Ganzjährig:
Mo, Mi-So 10-19 (18.15) Uhr

Das Palais Barberini galt als einer der eindrucksvollsten bürgerlichen Prachtbauten Potsdams. Die Potsdamer Nachschöpfung der italienischen Vorlage bildete in der städtebaulichen Dramaturgie den südöstlichen Abschluss des Alten Marktes.

Potsdam erhielt mit dem Museum Barberini ein neues Kunstmuseum, dessen Ausstellungsthemen von den Alten Meistern bis zur zeitgenössischen Kunst reichen. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf dem Impressionismus. Ausgehend von den Werken der Sammlung des Stifters und Mäzens Hasso Plattner und ergänzt durch Leihgaben aus internationalen Museen und Privatsammlungen zeigt das Museum Barberini jährlich drei Sonder­aus­stellungen.

Sammlung Hasso Plattner

Die Sammlung des Museumsgründers und Unternehmers Hasso Plattner umfasst mehr als 110 Gemälde des Impressionismus und des Post-Impressionismus, darunter 38 Gemälde von Claude Monet: der größte Werkkomplex dieses Malers in Europa außerhalb Frank­reichs.

Monet und seine Freunde Camille Pissarro, Pierre-Auguste Renoir und Alfred Sisley fanden als junge Maler im Paris der 1860er Jahre zusammen und revolutionierten, befreit von den traditionellen Bildthemen ihrer Zeit, die Kunst mit lichtdurchfluteten Landschaften. 1874 wurden sie, die mit Vorliebe in der freien Natur malten und flüchtige Sinneseindrücke unmittelbar auf die Leinwand bannten, als „Impressio­nisten” bekannt.

Später schlossen sich Berthe Morisot, Paul Cézanne und Gustave Caillebotte der neuen Kunstrichtung an. In den 1890er Jahren entwickelten Paul Signac und Henri-Edmond Cross diese Malerei zum Pointillismus weiter.

Die Motive der Impressionisten sind betont unspektakulär: Kornfelder, Pappelreihen, Feldwege und Wiesen. Ihr Repertoire entwickelten sie in den Landschaften entlang der Seine, wo sie ihre Beobachtungsgabe an deren spiegelnden Wasserflächen schärften. Zu den ständigen Veränderungen von Licht und Wolken am Himmel kamen mit den Reflexionen und dem Fließen weitere dynamische Momente.

Viele Künstler der Sammlung werden bis heute mit Orten wie Argenteuil, Giverny und Moret verbunden. Auf dem Versorgungsweg zur rasant wachsenden Hauptstadt verkehrten Dampfschiffe und Lastkähne und brachten Getreide und Gemüse aus dem Pariser Umland oder Baumaterial für die neuen Boulevards und Quartiere.

Daneben war die Seine auch Schauplatz des modernen Segelsports und Ausflugsziel erholungssuchender Städter, die mit der Eisenbahn In die Vororte gelangten: Aspekte des modernen Lebens, die die Künstler wie selbstverständlich In Ihre Landschafts­bilder Inte­grierten.

Die Impressionisten beobachteten auch das Leben auf den Boulevards, in den Cafés und Parks. Im Auftrag Kaiser Napoleons III. hatte Baron Haussmann die Stadt zu einer modernen Metropole umgestaltet, mit monumentalen Sichtachsen und Schneisen für den wachsenden Verkehr, mit neuen Grünanlagen, riesigen Markthallen, Bahnhöfen und Theatern. Gleichförmige Fassaden und Baumreihen, Gaslaternen, Litfaßsäulen, Cafés und Geschäfte säumten die Straßen.

Der oft archaisch anmutende Charakter der Hafenstädte mit ihren Segelschiffen täuscht, denn sie hatten ihre Wirtschaft längst auf moderne Dienstleistungen umgestellt, und die Küsten Nord- wie Südeuropas wurden im späten 19. Jahrhundert mit Postkarten touristisch vermarktet. Die Maler stellten sich dieser Konkurrenz, indem sie mit den Ausschnitttechniken der Photographie arbeiteten. Ihre pastose Malerei stand im Gegensatz zu den glatten Oberflächen des neuen Mediums. Impressionisten, Pointillisten und Fauvisten verband das gleiche Ideal: Natur mit Licht und Farbe sinnlich erfahrbar zu machen.

Ausgehend von England entwickelte sich die Gartenkultur zur Leidenschaft gebildeter Schichten. Claude Monets Schaffen ist untrennbar mit dem Wassergarten verbunden, den er in den 1890er Jahren anlegte, und dessen Seerosenteich zum bestimmenden Motiv seines Spätwerks wurde. Doch bereits seit den 1870er Jahren beschäftigte sich der begeisterte Hobbygärtner intensiv mit der Hortikultur. Dieses Interesse teilte er mit Freunden wie Gustave Caillebotte, dem Schriftsteller Octave Mirbeau und dem Politiker Georges Clemenceau.

Von 1891 an nutzte Monet Einzelausstellungen in seiner Pariser Galerie Durand-Ruel zur Präsentation groß angelegter Werkserien, bei denen er ein einziges Motiv in zahlreichen Variationen durchspielte: auf seine Getreideschober folgten die Kathedralen von Rouen, später die Serie des britischen Parlaments in London und schließlich der Seerosenteich in seinem Wassergarten in Giverny. Drei dieser Werkgruppen sind in der Sammlung Hasso Plattner beispielhaft vertreten.

Die Winter der 1860er bis 1890er Jahre waren schneereich, und die Verwandlung der Landschaft durch den Schnee gab den Malern die Freiheit, sich auf Licht und Farbe zu fokussieren. Sie arbeiteten oft in eisiger Kälte, um dem Schnee die optischen Phänomene der Lichtbrechung auf den Kristallen abzugewinnen. Sie beobachteten das Schauspiel des Widerscheins von Himmelsblau und glühenden Sonnenuntergängen und setzten sie Reflexionen auf dem Schnee in teils abstrakt anmutende Malerei um.

Der Verfasser hat das Barberini am 22. September 2023 besucht.

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