Version
20.7.2026
(modifiziert)
Museum Sursilvan zu „Museum Sursilvan (Museum)”, CH-7166 Trun
St. Anna mit Ahorn zu „Museum Sursilvan (Museum)”, CH-7166 Trun
St. Anna Kapelle mit Ahorn an der Strasse nach Trun
Norbert Huonder, 1970, Duplikat nach einem Gemälde um 1880
Küchengeräte zu „Museum Sursilvan (Museum)”, CH-7166 Trun
Landrichterwappen zu „Museum Sursilvan (Museum)”, CH-7166 Trun
Landrichtersaal zu „Museum Sursilvan (Museum)”, CH-7166 Trun
Landrichterwappen zu „Museum Sursilvan (Museum)”, CH-7166 Trun
Hauskapelle zu „Museum Sursilvan (Museum)”, CH-7166 Trun
Alois Carigiet, Schellen-Ursli zu „Museum Sursilvan (Museum)”, CH-7166 Trun
Alois Carigiet, Schellen-Ursli, Bilderbuch erschienen 1945
© Orell Füssli Verlag Turitg

Museum

Museum Sursilvan

Cuort Ligia Grischa

via Principala 90 (Disentiser Hof)
CH-7166 Trun
081-9432583
Museum@trun.ch
Ende März bis 31. Okt:
Mo, Mi, Fr-So 14-17 Uhr

Der stattliche Barockbau („Hof des Grauen Bundes”) war der Sitz der Bundesversammlung des Grauen Bundes und Wohnung des Abtes von Kloster Disentis.

Das Historische Museum zeigt Stuben, möblierte Interieurs, eine Abtskapelle sowie den prächtig ausgemalten Landrichtersaal mit den Wappenbildern der Landrichter und Magistraten seit 1424. In der Gemäldegalerie wiederum befinden sich Originalzeichnungen der Kinderbücher von Alois Carigiet und Werke zeitgenössischer Maler der Surselva (u.a. Spescha und Schmed).

Der 1424 in Trun beschworene Graue Bund ist ein Zusammenschluss des Abtes von Disentis, Peter von Pontaningen, der Freiherren von Rhäzuns und Sax-Misox mit ihren Herrschaftsgebieten sowie weiteren Gemeinden der Täler des Vorder- und Hinterrheins. Später kam noch das Misox dazu.

Mit dem Bund gelang es, die vielen Fehden und Streitereien zu schlichten und damit sichere Handelswege über die Bündner Pässe zu schaffen. Wie im Zehngerichtebund und im Gotteshausbund hatten auch die 21 Gemeinden im Grauen Bund eine grosse Autonomie, etwa in Fragen der Konfession. Das führte immer wieder zu Konflikten innerhalb der Bünde. Trotzdem waren die gemeinsamen Interessen über alle Jahrhunderte so groß, dass der Freistaat der Drei Bünde bis 1799 Bestand hatte.

In der Geschichte das Grauen Bundes kommt seit der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts dem Ahorn bei der St.-Anna-Kapelle eine besondere Bedeutung zu. Als „Taufzeuge des Grauen Bundes” und „Wahrzeichen der Heimat” wird er in vielen Liedern und Gedichten gewürdigt. Erzählt wird, dass der Graue Bund am 16. März 1424 unter diesem Ahorn geschworen und hier unter freiem Himmel alle paar Jahre wieder erneuert wurde.

Als der Baum immer älter wurde, beschloß man, aus seinen Samen neue Stecklinge zu ziehen. Nach dem Sturm vom 28. Juni 1870, der den alten Stamm umwarf, wurde ein Teil davon ins Rätische Museum gebracht und ein anderer Teil am 20. April 1890 in einem feierlichem Umzug in die Cuort Ligia Grischa, das heutige Museum, getragen. Heute wächst ein neuer Ahorn auf der Wurzel des alten.

Im Zuge des Innenausbaus des Klosterhofs liess Abt Adalbert II. von Medell durch den Klosterbruder Peter Solèr aus Schluein 1682 eine kostbare Holzverkleidung seiner Abtsstube ausführen. Diese Vertäfelung aus einheimischen Hölzern ist wohl Solèrs Hauptwerk, welches er bescheiden auf der Rückseite einer Schublade signiert hat. Um die Lichthöhe der Stube nicht allzu sehr herabzusetzen, wurde die Zimmerdecke zweistufig gestaltet. Die tiefere Lage ist mit Schubladen versehen, und in der Mitte befindet sich eine sternförmige Kassettendecke mit dem Wappen des Abts.

Im Landrichtersaal trafen sich jeweils am Jörgentag (23. April) die Delegierten des Grauen Bundes unter dem Vorsitz des Landrichters zur jährlichen Versammlung, an der Wahlen abgehalten und Recht gesprochen wurde. 1700 erteilte Abt Adalbert III. dem Mönch und Maler Fridolin Eggert aus Disentis den Auftrag, den acht auf fünf Meter grossen Raum auszugestalten. Auf dem Deckengemälde ist die Gründung des Grauen Bundes unter dem Ahorn von Trun dargestellt sowie die Wappen der drei Bünde und die Wappen der Äbte Adalbert II. und Adalbert III. Die Wappenschilde an den Wänden nennen – für die Frühzeit nicht ganz vollständig – die 72 Namen der Landrichter des Bundes.

Ein weiterer Raum ist dem Schaffen des Trunser Malers und Grafikers Alois Carigiet gewidmet, der das Museum stets unterstützt hatte. In den 1940iger Jahren erhielt Carigiet von der Autorin Selina Chönz das Angebot, ihre Kindergeschichte „Schellen-Ursli” zu illustrieren. Niemand und zuallerletzt wohl Carigiet selbst konnte ahnen, was für ein Erfolg dem kleinen Werk zuteil werden würde. Innerhalb kurzer Zeit war es ausverkauft, wurde wieder aufgelegt, in zahlreiche Sprachen übersetzt und machte sich daran, die ganze Welt zu erobern.

Der „Schellen-Ursli” ist nach Johanna Spyris „Heidi” das erfolgreichste Schweizer Kinderbuch. Carigiet fand Gefallen am Illustrieren und Entwerfen von Kinderbüchern, und es sollten noch weitere fünf erfolgreiche Publikationen folgen.

Im dritten Obergeschoss befindet sich die kleine Hauskapelle mit Darstellungen benediktinischer Heiliger. Die zwölf Kammern im Dachgeschoss boten ursprünglich den Delegierten des Grauen Bundes am Jörgentag Unterkunft. Einige Räume zeigen heute surselvische Alltagskultur.

Der Verfasser hat das Museum am 8. Juni 2026 besucht.

POI

Bis 31.10.2026, im Haus

Alois Carigiet – Matias Spescha

Die Aus­stellung thema­tisiert die freund­schaft­liche Bezie­hung der beiden Künstler und zeigt erstmals in Trun einige ihrer frühen Werke.

Bis 31.10.2026, im Haus

Beat Manetsch

„Beim Lehrer Carli Scherrer lernte ich Neo­color­farbe mit einem Zapfen zu verreiben. Unter anderem auch des­wegen wurde ich Lehrer für Kunst­geschichte, Zeichnen und Werken.”

Beitrag, 21.7.2026

Die Melodie Graubündens

Schmal­spurige Züge, an deren Stirn­seite ein Steinbock prangt. In einer Kultur­land­schaft, die fasziniert.

Museum, Ilanz

Museum Regiunal Sur­selva

Bis 23.8.2026, Vaduz

Naturjuwel Haberfeld

Bis 2.5.2027, Schwyz

Touris­mus. Reise­ziel Schweiz

Im Zuge von Auf­klärung und Romantik wurde die alpine Land­schaft als Ort unberührter Natur und Sicher­heit idealisiert. Bis heute prägt dieses Bild das touri­sti­sche Selbst­ver­ständnis der Schweiz.

Ausstellungshaus, Flims Dorf

Das Gelbe Haus

Je­weils zwei saiso­nale Aus­stellun­gen im Winter und im Sommer zu Alltags­kultur ebenso wie klas­sisch philo­sophi­scher Kultur in den Be­reichen Kunst, Medien, Archi­tektur, Design und Volks­kultur.

Bis 25.10.2026, Zürich

Vilhelm Hammershøi

Seine Bilder lenken den Blick auf Wahr­nehmung, Atmo­sphäre und die leisen Span­nungen zwischen Raum und Objekt.

Ab 11.9.2026, Zürich

Ikonen

Meister­werke eröffnen in neuen Nachbar­schaften über­raschende Per­spektiven.

Ab 2.10.2026, Zürich

Maria Lassnig und Edvard Munch

Verantwortlich für den Inhalt nach §18 Abs. 2 MStV:
Rainer Göttlinger • Felsenstr. 19 • 90449 Nürnberg
Pressemitteilungen willkommen
#7550 © Webmuseen Verlag