Museum

Haus der Bayerischen Geschichte

Museum der Bayerischen Geschichte

Regensburg: Das Museum präsentiert die Geschichte des modernen Bayern vom Königreich zum Freistaat, also von 1806 bis heute.

Der markante Neubau befindet sich direkt an der Donau, inmitten der historischen Altstadt, die als UNESCO-Weltkulturerbe ausgezeichnet wurde. Entlang von Traditionslinien, die weit in das Mittelalter und sogar in die Römerzeit zurückreichen, wird hier in einer modernen multimedialen und erlebnisorientierten Präsentation die Geschichte des modernen Bayern vom Königreich zum Freistaat präsentiert, also von 1806 bis heute.

Prominent moderierte Medienschau

Im Foyer des Museums erwartet die Besucher ein spektakuläres 360-Grad-Panorama. Die Medienschau erzählt in fünf Episoden „bayerische” Geschichte von 100 bis 1800 und verknüpft sie, quasi als Fundament für die Dauerausstellung im Obergeschoss, mit zentralen historischen Stätten in Regensburg.

In den fast vierzig Hauptrollen brilliert der bayerische Moderator und Künstler Christoph Süß mit hintersinnig-bayerischem Humor, weitere Rollen übernimmt Schauspieler und Kabarettist Christian Springer.

Bayern wird Königreich

Inmitten der Wirren der napoleonischen Befreiungskriege wechselt Bayern die Fronten: Napoleon verspricht den Erhalt und die Vergrößerung des bayerischen Staates, aufgewertet durch die Königskrone. Der König wird die Integrationsfigur des neuen Bayern und das Königreich eine konstitutionelle Monarchie. Die bayerische Bevölkerung hingegen muss auf ausländischen Schlachtfeldern bluten.

Wird Bayern Nation?

König Ludwig I. veranlaßt die Verbindung der alten mit den neuen Landesteilen durch Kanal, Straße und Eisenbahn und setzt Geschichtsmonumente wie der Bavaria samt Ruhmeshalle in München, die Befreiungshalle in Kelheim oder die Walhalla in Regenstauf. Trotz allem gibt es aber auch in Bayern soziale und politische Spannungen, die 1848 zur Revolution führen.

Königsdrama Ludwig II.

König Ludwig II. wirkt wie aus der Zeit gefallen: er träumt vom absoluten Königtum und liebt den Rückgriff auf überkommene Riten, bedient sich für seine Gegenwelten aber zugleich der modernsten technischen Erfindungen. In seine Regierungszeit fällt der von ihm als traumatisch empfundene Verlust der bayerischen Eigenstaatlichkeit. Kanzler Otto von Bismarck zwingt den politisch unerfahrenen jungen König und seine Bayern zudem in einen Krieg gegen Frankreich.

Nach der Reichsgründung taucht Ludwig II. mehr und mehr in seine Gegenwelten ab und wird für seine Untertanen unsichtbar. Erst mit seinem mysteriösen Tod tritt er wieder an die Öffentlichkeit. Im Museum ist die goldene Taschenuhr zu sehen, die Ludwig II. an seinem Todestag trug: stehengeblieben um 18:53 Uhr.

Bayern wird Mythos

Im letzten Viertel des 19. Jahrhunderts wird der wirtschaftliche Aufbruch der Gründerzeit auch im Königreich Bayern deutlich spürbar. Bei der Weltausstellung von 1893 präsentiert das Nürnberger Unternehmen Schuckert den staunenden Besuchern Hightech mit dem „größten Scheinwerfer der Welt”. Die Politik setzt auf Fortschritt, aber nicht um jeden Preis: der bäuerliche Habitus bleibt stark von Traditionen bestimmt.

Weltkrieg und Freistaat

Der Erste Weltkrieg bedeutet für Bayern 200.000 Gefallene und noch viel mehr verstümmelte und traumatisierte Heimkehrer. Auch an der so genannten „Heimatfront” herrschen Hunger, Unzufriedenheit und wirtschaftlicher Niedergang. Im November 1918 stürzt Bayern als erstes deutsches Land seinen König. Bayern wird Volksstaat, dann Räterepublik, angeführt von einem bayerischen Patrioten, dem Berliner Juden Kurt Eisner. Nach seiner Ermordung 1919 geht die Revolution in Gewalt und Chaos unter. Was bleibt ist der Begriff Freistaat.

Karl Valentin, der schon früh mit Stumm- und Tonfilmen experimentiert, gründet bereits 1912 ein „Kunstlicht-Atelier für Kino-Aufnahmen”, und mit den Bavaria-Filmstudios 1909 wird München zum renommierten Standort der Filmindustrie.

Diktatur und Neubeginn

Inflation, Weltwirtschaftskrise, Massenverelendung und die Sehnsucht nach einem nationalen Wiederaufstieg ebnen Adolf Hitler und den Nationalsozialisten den Weg an die Macht. Ab 1933 errichten sie eine menschenverachtende Diktatur. Wer sich unterordnet, kann vom neuen Regime profitieren, Widerstand wagen nur wenige. Juden werden systematisch entrechtet und verfolgt.

Der Zweite Weltkrieg trägt Zerstörungen und Massensterben auch nach Bayern. Nach dem 1945 Kriegsende gilt es, zwei Millionen Flüchtlinge und Vertriebene zu integrieren.

Im Museum wird diese Zeit u.a. durch den Großglobus aus Hitlers Arbeitszimmer im „Führerbau” der NSDAP-Reichsleitung in München symbolisiert.

Wirtschaftswunder

Soll man die Trümmer liegen lassen und woanders neu beginnen? Die unterirdische Infrastruktur, also Kanäle und Leitungen, geben den Ausschlag: man stellt die „optische Identität” der zerstörten Städte wieder her.

Währungsreform 1948 und soziale Marktwirtschaft bringen den wirtschaftlichen Durchbruch. Ihr Erfinder Ludwig Erhard kommt aus Bayern. 1961 arbeiten schon doppelt so viele Menschen in der Industrie wie in der Landwirtschaft. Bayern wird Autoland: BMW lsetta, Messerschmitt-Kabinenroller, Goggomobil. Einen großen Beitrag zum wirtschaftlichen Aufschwung leisten die „Gastarbeiter”. Einige kehren später zurück, viel mehr finden in Bayern eine neue Heimat. Bei Olympia 1972 steht München für das moderne Deutschland.

Wendejahre

Internationale Aushängeschilder der „Marke Bayern” sind – neben den Stereotypen Alpen, Bier, Tracht und Oktoberfest – insbesondere BMW, Audi, die Hightech-Industrie und der FC Bayern.

Mit der Wiedervereinigung und dem Fall des Eisernen Vorhangs ändert sich die Situation grundlegend vor allem für die „Zonenrandgebiete”. Ab jetzt kann die zentrale europäische Lage Bayerns wieder in alle Richtungen wirken.

Eines der symbolträchtigsten Exponate für die Zeit der deutschen Teilung ist der selbstgebaute Heißluftballon, der 1979 zwei Familien aus der DDR die Flucht in die Freiheit ermögliche.

Museum der Bayerischen Geschichte ist bei:
POI

Historische Museen

Verantwortlich gem. §55 Abs 2 RStV: Rainer Göttlinger. Pressemitteilungen willkommen. #132580 © Webmuseen