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Naturkundemuseum Ostbayern

Am Prebrunntor 4 (Herzogspark)
93047 Regensburg

Tel. 0941-507-3443
fun@naturkundemuseum-regensburg.de

www.nmo-regensburg.de
www.regensburg.de/kul...kundemuseum-ostbayern

Mo 9-12 Uhr
Di-Fr 9-16 Uhr
Sa geschlossen
So 10-17 Uhr

Naturkundemuseen
Region Regensburg

Museum von außen, Naturkundemuseum Ostbayern, Regensburg
Bild 2, Naturkundemuseum Ostbayern, Regensburg
Bild 3, Naturkundemuseum Ostbayern, Regensburg
Bild 4, Naturkundemuseum Ostbayern, Regensburg
Bild 5, Naturkundemuseum Ostbayern, Regensburg
Bild 6, Naturkundemuseum Ostbayern, Regensburg
Bild 7, Naturkundemuseum Ostbayern, Regensburg
Bild 8, Naturkundemuseum Ostbayern, Regensburg
Bild 9, Naturkundemuseum Ostbayern, Regensburg
Bild 10, Naturkundemuseum Ostbayern, Regensburg
Steinzeit-Malen im Regensburger Naturkundemuseum, Foto: Naturkundemuseum Ostbayern
Land­schaf­ten und Mine­ra­lien der Re­gion, fos­sile Zeu­gen der Erd­ge­schich­te, An­fänge des Men­schen, heu­tige Lebens­räume in Ost­bayern: Wald, Fels, Feucht­gebiete, Wasser, Trocken­rasen. Insekten, leben­des Bienen-Be­ob­ach­tungs­volk, Imkerei.
Die Lage Regensburgs am Berührungspunkt der Fränkischen Alb im Westen, des Bayerischen Waldes im Osten und des Gäubodens und Hügellandes im Süden hat schon früh Naturwissenschaftler veranlasst, sich mit diesem Raum zu beschäftigen. An diesen Beginn moderner Naturwissenschaft erinnert ein Raum des Museums, der mit historischen Gerätschaften und Möbeln ein Naturalienkabinett nachempfindet - etwa das berühmte „Schäffer´sche Kabinett“ des 18. Jahrhunderts in Regensburg, das auch von Goethe besucht wurde. Hier ist als kostbare Besonderheit eine originale Holz-Bibliothek des Benediktinerpaters und Holzgelehrten Candidus Huber von 1793 zu sehen.
Naturkundliche Erkenntnisse aus der Region zu bewahren, weitere zu gewinnen und diese an ein interessiertes Publikum weiter zu geben, hat sich auch der 1846 gegründete Naturwissenschaftliche Verein Regensburg zur Aufgabe gemacht. 1961 rief er mit seinen Sammlungen im klassizistischen „Herzogpalais“ ein „Naturkundemuseum Ostbayern“ ins Leben, das 2011 sein 50jähriges Bestehen feiert.

Ab 1958 konnte der Naturwissenschaftliche Verein zunächst seine Sammlungen im Herzogpalais unterbringen, einem Gartenpalais von 1804, dort nach und nach frei gewordene Räume übernehmen, in Eigenregie Vitrinen bauen und eine Schausammlung präsentieren. Die Museumsleitung dieser Aufbauphase hatten die Biologie-Gymnasiallehrer Dr. Arthur Schmidt und anschließend August Finkl inne; das am 15.7.1961 erstmals eröffnete Museum wurde vom Verein ehrenamtlich betrieben und hatte daher keine regulären Öffnungszeiten. Die Museumsausstellungen waren, dem damaligen Zeitgeist entsprechend, weitgehend „sammlungsorientiert“, d.h. im Mittelpunkt stand die Präsentation möglichst aller Sammlungsstücke, zu denen dann mehr oder weniger ausführliche Informationen gegeben wurden. Das neue Ausstellungskonzept seit 1991 ist dagegen „themenorientiert“ und didaktisch aufgebaut, d.h. zu ausgewählten Leit- und Hauptthemen werden hierarchisch gegliederte Themenkomplexe bis herunter zu den Einzelvitrinen mit den jeweiligen Kernaussagen der Ausstellung erarbeitet, und ihnen zugehörige, illustrierende Exponate ausgewählt; dies bedingt, dass nur ein Teil der vorhandenen Sammlung präsentiert werden kann, ein größerer Teil verbleibt im Magazin, das dem Besucher regulär nicht zugänglich ist.

Nach grundlegender Restaurierung des denkmalgeschützten Gebäudes durch die Stadt wurden die Ausstellungen des Museums in den Jahren 1991 bis 1996 in moderner, didaktischer und gut verständlicher Form neu eingerichtet und auf ca. 900 qm Fläche präsentiert. Ein seit 1989 bestehender Nutzungsvertrag zwischen Stadt und Naturwissenschaftlichem Verein bedingt nun dessen Trägerschaft für das Museum, und dessen Betrieb durch Verein und Stadt gemeinsam; letztere garantiert ein Minimum an Personal für reguläre Öffnungszeiten, und finanziert einen hauptamtlichen Museumsleiter mit fachwissenschaftlicher Qualifikation.

Der Besucher der neuen Ausstellung lernt zunächst den Naturraum und die Landschaften Ostbayerns mit ihren typischen Gesteinen, Mineralien und Böden kennen. Fossilien als steingewordene Dokumente der erdgeschichtlichen Entfaltung des Lebens geben ihm einen Abriß der vergangenen Lebensräume Ostbayerns in ihrem vielfachen Wechsel von Jura über Kreide und Tertiär bis hin zur Eiszeit und dem Auftreten des Frühmenschen.
Wie mit einem Fahrstuhl durchmisst der Besucher Hunderte von Jahrmillionen an Entwicklungen bis hin zu den heutigen, regional typischen Lebensräumen: Wald und Fels, Feuchtgebiete und Wasser sowie Jura-Trockenrasen, die jeweils in naturnahen, sorgfältig gestalteten Dioramen veranschaulicht werden. Die Welt der heimischen Insekten, Spinnen und Kleintiere wird in ihrer Vielfalt und ihren erstaunlichen Anpassungen bis in mikroskopische Dimensionen besonders beleuchtet. Tropische Insekten in Terrarien, ein Paludarium mit Unken und Laubfröschen, Aquarien, ein Terrarium mit heimischen Nattern und eine Hörnchen-Voliere machen die Ausstellung im Wortsinn lebendig; ein Beobachtungs-Bienenvolk erlaubt hinter Glas Einblicke in die Eiablage der Königin, die Kinderstube, den Wabenbau und die faszinierende Tanzsprache der Bienen – und am Ende seines Rundgangs kann der Besucher ein Glas Imkerhonig mitnehmen.

Audioguides bieten vergnügliche Hörbeiträge zu den Ausstellungsthemen, sowohl aus der Sicht von Jugendlichen als auch von regionalen Schriftstellern. Interaktive Elemente und Medien, Kinderbücher und Spiele zum Thema, ausleihbare „Forscherkisten“ sowie ein Raum für Museumspädagogik laden besonders Familien mit Kindern ein. Das Naturerlebnis kann im Außenbereich des Museums an einem kleinen Teichbiotop, mit einem geologischen Lehrpfad im angrenzenden Herzogpark, mit einem „Natur-Stadt-Spiel“ für einen naturkundlichen Streifzug durch die Innenstadt, und bei Exkursionen in die Biotope der Umgebung fortgesetzt werden. Ein weit gefächertes Führungsangebot speziell für Schulen und Kindergärten, nach Altersgruppen differenziert, sowie Kindergeburtstage können auf Anfrage gebucht werden (Überblick unter www.nmo-regensburg.de ).

Das Naturkundemuseum versteht sich als lebendiges Forum und Treffpunkt Naturinteressierter, und dehnt mit dem seit 2001 angegliederten „Regensburger Umweltzentrum“ seinen Bildungsauftrag zu aktiver Umweltbildung aus. Mit vielen naturkundlich ausgerichteten Interessens- und Arbeitsgruppen sowie Naturschutzverbänden besteht eine rege Kooperation. Darüber hinaus bietet das Museum als Kulturort Wechselausstellungen mit Themen aus Natur und Kunst, Vorträge, Lesungen und Konzerte, u.a. die langjährigen Konzertreihen „Regensburger Lautenfrühling“ und „Sommerserenaden im Herzogpark“ mit überregionalem Umgriff.
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