Ausstellung 21.05. bis 24.07.22

Otto Modersohn-Museum

So ein Strauß ist eine Wunderwelt

Otto Modersohn. Die Blumenstillleben

Ottersberg, Otto Modersohn-Museum: Stillleben und Porträts finden sich in Otto Modersohns Werk nur vereinzelt. Eine Ausnahme bilden jedoch die Blumensträuße und Stillleben mit Blumen, die besonders in seinem Spätwerk in größerer Anzahl zu finden sind. Bis 24.7.22

Otto Modersohn verstand sich ausschließlich als Landschaftsmaler, Stillleben und Porträts finden sich in seinem Werk nur vereinzelt. Eine Ausnahme bilden jedoch die Blumensträuße und Stillleben mit Blumen, die besonders in seinem Spätwerk in größerer Anzahl zu finden sind.

Von Jugend an hatte Otto Modersohn ein ausgeprägtes Interesse an Flora und Fauna. Er sammelte als Kind Insekten, Käfer und Schmetterlinge (später kamen Vogelbälge hinzu), presste Blumen und Blätter in Bücher und Alben und erfreute sich an ihren Strukturen und welkenden Farbigkeit. Lieber als die prahlende Üppigkeit des Sommers waren ihm die verhalten leuchtenden Farben des Herbstes. Eine Besonderheit um 1900 sind seine gezeichneten und gemalten Nahsichten von Pflanzen, Wiesenblumen und Birkenstämmen.

Etwa um 1902 erlosch sein Interesse an den Vordergrundstudien, die im Rückblick zu den schönsten Studien der Worpsweder Jahre zählen. Malte Otto Modersohn die Wiesenblumen und Moorpflanzen noch im Freien, im Angesicht der Natur, so holte er sich – oder ließ sich bringen – die Blumensträuße im Verlauf des Fischerhuder und Allgäuer Spätwerks ins Atelier.

Blumen sind in ihrer verwelkenden Schönheit ein Ausbund an Vergänglichkeit. Diesen tragischen und zugleich tröstlichen Aspekt des Festhaltens absterbender Schönheit, des sich schon vollendeten Lebens hat Otto Modersohn immer mitbedacht. Vielleicht war er sogar auslösendes Moment seiner Blumen­still­leben.

Während seiner sommerlichen Aufenthalte im Allgäu, am Gailenberg bei Hindelang, wo er 1930 ein altes Bauernhaus erworben hatte, gab ihm der Reichtum der Alpenflora weitere Anregungen zu diesem klassischen, für seine Kunst aber doch neuen Thema, das er neben seinen Landschaftsbildern bis zu seinem Tode 1943 nicht aufgab.

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