Ausstellung 25.05. bis 26.07.20

Otto Modersohn-Museum

Otto Modersohn und Louise Modersohn-Breling

Die Reisen nach Franken 1916-1927

Ottersberg, Otto Modersohn-Museum: Die Reisen der Modersohns nach Franken fallen in eine Zeit der künstlerischen Wandlung. Otto Modersohns Malerei und das Gefüge seiner Bilder verändern sich. Bis 26.7.20

Das Künstlerehepaar reiste 1916, während des Ersten Weltkrieges, erstmals nach Franken. Diese „vielleicht meine schönste” Reise ist im Tagebuch Otto Modersohns ausführlich beschrieben. Auch sein Skizzenbuch zeugt davon.

Wertheim, Iphofen, Sulzfeld

1922 besucht man erneut Wertheim, diesmal zusammen mit Kollegen. Zu einer geplanten Wiederholung im folgenden Jahr kommt es nicht, Modersohns erkunden die fränkischen Kleinstädte Iphofen und Sulzfeld allein. Man besucht Würzburg, Bamberg, Regensburg, Passau und u.a. die Neue und Alte Pinakothek in München.

1924 findet sich der Freundeskreis nach einem Besuch Würzburgs erneut in Wertheim ein. Modersohns genießen die anregende und ungezwungene Atmosphäre des Main-Tauber-Städtchens. Es ist das Jahr des wohl intensivsten künstlerischen Austauschs. Louise Modersohn schreibt „das A und O aller Künste ist die Conception” und malt zahlreiche sehr beachtenswerte Stadtbilder sowie ein eindringliches Portrait der Stieftochter Mathilde Modersohn.

In den darauffolgenden Jahren 1925, 1926, und 1927 sind die Besuche Würzburgs nur Station auf den Reisen ins Allgäu. Trotzdem gehört das Jahr 1925 zu den ertragreichsten Aufenthalten Otto Modersohns in Würzburg, leider sind nur wenige Bilder dieser Jahre erhalten bzw. bekannt.

Künstlerische Wandlung

Die Reisen der Modersohns nach Franken fallen in eine Zeit der künstlerischen Wandlung. Otto Modersohns Malerei und das Gefüge seiner Bilder verändern sich. Die Malerei Cézannes und anderer Franzosen, genannt seien stellvertretend Renoir und Pascin, bleibt nicht ohne Einfluss, ebenso wie die Formvereinfachung des deutschen-Expressionismus in eigener Weise verarbeitet wird.

Otto Modersohn reagiert auf die zeitgenössischen Entwicklungen, ohne seine künstlerische Herkunft zu verleugnen. In seinem Tagebuch nennt er immer wieder das kleine Winterbild von Rembrandt in der Kasseler Sammlung, die er einige Male aufsucht.

Entscheidend für Otto Modersohn ist die malerische Durchdringung des „Stoffes”. Mit seiner Frau Louise Modersohn-Breling führt er einen intensiven Dialog über die Bedingungen der Malerei.

Nach dem Verlust des rechten Augenlichts stellt Otto Modersohn die Reisen ins Allgäu ein und malt bis zu seinem Tod 1943 fast ausschließlich nach Kompositionen im Atelier und aus dem Atelierfenster das Wetterspiel der ihm vertrauten Landschaft. Louise Modersohn-Breling bleibt bis zu ihrem Tod 1950 im Allgäu.

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