Version
21.7.2025
(modifiziert)
Badenburg zu „Parkburgen im Schlosspark (Schloss)”, DE-80638 München
Badenburg
Carsten Steger CC by-sa 4.0
Pagodenburg zu „Parkburgen im Schlosspark (Schloss)”, DE-80638 München
Pagodenburg
Rufus46 CC by-sa 3.0
Magdalenenklause zu „Parkburgen im Schlosspark (Schloss)”, DE-80638 München
Magdalenenklause
Rufus46 CC by-sa 3.0
Magdalenenklause zu „Parkburgen im Schlosspark (Schloss)”, DE-80638 München
Magdalenenklause
300 Jahre Magdalenenklause zu „Parkburgen im Schlosspark (Schloss)”, DE-80638 München
Magdalenenklause
Amalienburg zu „Parkburgen im Schlosspark (Schloss)”, DE-80638 München
Amalienburg
Foto: Bernhard J. Scheuvens

Schloss

Parkburgen im Schlosspark

Schloß Nymphenburg
DE-80638 München
April bis 15. Oktober:
tägl. 9-18 Uhr
Übrige Zeit:
tägl. 10-16 Uhr

Der Park von Schloss Nymphenburg beherbergt ein einmaliges Kleinod: die „Amalienburg“, ein nach Entwürfen von François Cuvilliés d.Ä. 1731 bis 1739 erbautes Schlösschen, das als eine der kostbarsten Schöpfungen des europäischen Rokoko gilt.

Architektonische Akzente setzen auch drei weitere Bauwerke: Joseph Effner entwarf das chinesisch ausgestattete Teehaus „Pagodenburg“ (1716-1719), das Badeschlösschen „Badenburg“ (1718-1721) und die „Magdalenenklause“, eine künstliche Ruine (ab 1725).

Die Magdalenenklause gehört mit ihrem bewusst ruinös gestalteten Äußeren zu den frühesten Ruinenarchitekturen Europas. Risse im Mauerwerk, abblätternder Putz und gotisch-romanische Stilzitate sind hier keine Zeichen der Vergänglichkeit, sondern kunstvolle Inszenierung: ein Sinnbild für das Irdische und die spirituelle Einkehr. Stilelemente aus Romanik und Gotik unterstreichen gezielt diesen Eindruck einer vergangenen Zeit. Diese Verbindung des Ruinösen mit dem Historisierenden macht die Magdalenenklause zu einem frühen Ausdruck barocker Vanitas-Symbolik. Im Inneren verzaubert bis heute die Grottenkapelle, geweiht der hl. Maria Magdalena, Schutzpatronin der Augenleidenden und Namensgeberin der Klause. Das Wasser ihres Brunnens galt als heilkräftig.

Die Kapelle ist Teil eines raffinierten Gesamtensembles: sie verbindet sich mit klösterlich schlichten, aber edel ausgestatteten Wohnräumen, ganz in dunklem Eichenholz gehalten. Diese Gestaltung knüpft bewusst an die Tradition von Eremiten-Einsiedeleien an, wie sie in Grotten oder einfachen Hütten lebten: ein Rückzugsort, der Schlichtheit mit künstlerischer Raffinesse verbindet. Vom Elfenbeinkruzifix über Narwalzahn-Leuchter bis zu unzähligen religiösen Grafiken zeigt sich im Inneren eine bis heute vollständig erhaltene Ausstattung.

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