Ausstellung 27.03.20 bis 28.02.21

Wallraf-Richartz-Museum

Poesie der See

Niederländische Marinemalerei aus dem 17. Jahrhundert

Köln, Wallraf-Richartz-Museum: Nicht weniger poetisch als die Dichtkunst fängt die Marinemalerei die Vielfalt und Bedeutung der Schifffahrt ein. Das Wallraf zeigt eine feine Auswahl gemalter Marinepoesie. Bis 28.2.21

Die Niederlande gelten im 17. Jahrhundert nicht nur wirtschaftlich, sondern vor allem auch kulturell als eine der reichsten Mächte der Welt. Auf ihrem Höhepunkt erschaffen dort an die 700 Maler jährlich rund 70.000 Gemälde, weshalb die Epoche auch heute noch als „Goldenes Zeitalter” bezeichnet wird.

Reichtum und Erfolg der noch jungen Republik beruhen auf der Beherrschung der Weltmeere wie der Binnengewässer. Das starke Selbstbewusstsein als Seefahrernation inspiriert auch die Kunst, und es entsteht eine neue Gemäldegattung: die Marinemalerei. Nicht weniger poetisch als die Dichtkunst fängt sie die Vielfalt und Bedeutung der Schifffahrt ein. Sie widmet sich dem kleinen Fischerboot am heimischen Strand genauso detailreich und liebevoll wie dem imposanten Dreimaster auf stürmischer See.

Das Wallraf zeigt in seiner Jahrespräsentation eine feine Auswahl dieser gemalten Marinepoesie. Im Fenstersaal der Barockabteilung mit Blick auf den Kölner Dom kommen mehr als zwanzig Gemälde von Marinemalern wie Josse de Momper, Hendrick Cornelisz. Vroom, Isaac Willaerts, Jan Porcellis, Pieter Mulier, Jan van Goyen, Salomon van Ruysdael und Pieter de Molyn zusammen. Die Werke stammen aus einer erstmals ausgestellten Privatsammlung und geben einen faszinierenden Einblick in die Vielfalt, Klasse und Bedeutung dieser Kunstgattung und ihrer Motive.

Mit „Poesie der See” segeln die Besucher durch vertraute Flusslandschaften, entlang der niederländischen Küste bis in die exotischsten Regionen voller Geheimnisse und Abenteuer. Oder um es mit den Worten des niederländischen Dichters Joost van den Vondel zu sagen, der 1613 in seinem Lobgesang auf die Schifffahrt schwärmt: „Oh vereinigte Niederlande, wo der Wohlstand deiner schiffreichen Städte wächst, oh Admiral, der du auf den Winden wirbelst und auf dem azurblauen Feld salziges Zaumzeug führst ...”

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