Version
5.5.2024
(modifiziert)
Heilige Maria mit Jesus zu „RIISA - Finnisches Orthodoxes Kirchenmuseum (Museum)”, FI-70110 Kuopio
Abgedeckte Heilige zu „RIISA - Finnisches Orthodoxes Kirchenmuseum (Museum)”, FI-70110 Kuopio
Ornat zu „RIISA - Finnisches Orthodoxes Kirchenmuseum (Museum)”, FI-70110 Kuopio
Ikonostase zu „RIISA - Finnisches Orthodoxes Kirchenmuseum (Museum)”, FI-70110 Kuopio
Wertvolle Ostereier zu „RIISA - Finnisches Orthodoxes Kirchenmuseum (Museum)”, FI-70110 Kuopio
Ostereier zu „RIISA - Finnisches Orthodoxes Kirchenmuseum (Museum)”, FI-70110 Kuopio
Kirchenraum zu „RIISA - Finnisches Orthodoxes Kirchenmuseum (Museum)”, FI-70110 Kuopio
Eingang mit Blumen zu „RIISA - Finnisches Orthodoxes Kirchenmuseum (Museum)”, FI-70110 Kuopio

Museum

RIISA - Finnisches Orthodoxes Kirchenmuseum

Karjalankatu 1
FI-70110 Kuopio
+358-20-6100-266
info@riisa.fi
Juni bis Aug:
Di-Do, Sa 12-16 Uhr
Sept bis Mai:
Mi-Sa 12-16 Uhr

Die Geschichte der finnisch-orthodoxen Kirche ist eine Geschichte von Krieg, Evakuierung, Überleben, Wiederaufbau und der Gegenwart.

Während des Zweiten Weltkriegs trat Finnland Teile seines Territoriums an die UdSSR ab. Die Ausstellung basiert auf Objekten, die aus Karelien und Petsamo evakuiert wurden. Eine große Anzahl von Exponaten stammt aus dem Kloster von Valamo am Ladogasee, dem Kloster von Konevitsa und dem Kloster von Petsamo.

Das Museum schützt und bewahrt das orthodoxe Kulturerbe in Finnland, indem es die Aktivitäten der 1912 im Kloster Valamo eingerichteten Reliquiensammlung fortführt. Mit Riisa ist die Metallabdeckung gemeint, die über der Ikone angebracht wird, um sie zu schützen und zu schmücken. Die Ikonen, Textilien und Gegenstände bedürfen eines besonders pfleglichen Umgangs. Deshalb herrscht in den Räumen gedämpftes Licht.

Jedes Objekt steht für das Kunsthandwerk eines bestimmten Zeitraums. Ikonenmalerei, Silberguss, Filigranarbeiten, Brokatstoffe und verschiedene Arten von Stickereien führen durch Jahrtausende alte byzantinische Traditionen hin zu einer alltäglichen Religiosität.

Ikonische Kunst

Eine Ikone ist ein sakrales Bild, das in der Regel mit Tempera- oder Ölfarben auf Holz gemalt wird. Ikonen stellen den Heiland, die Mutter Gottes, Engel, heilige Personen oder Ereignisse dar. Die Ikone spielt in der orthodoxen Kirche und im Haus eine zentrale Rolle: sie wird verehrt, aber nicht angebetet. Die Verehrung der Ikone gilt vielmehr dem Heiligen, der auf der Ikone abgebildet ist. Die verwendeten Materialien müssen haltbar und der Ikone würdig sein. Die Ikone wird von einem Priester in der Kirche oder zu Hause gesegnet, bevor sie in Gebrauch genommen wird.

Geburt der Kirche

Märtyrer, die für ihren Glauben starben, wurden zu Vorbildern für andere Christen, ihre Reliquien wurden in Kirchen und auf Altären aufgestellt, und Kinder wurden nach ihnen benannt. Die Verfolgungen endeten 313 mit einer Erklärung der Kaiser Konstantin des Großen. Unter Theodosius dem Großen (378-395) wurde das Christentum zur einzig erlaubten Religion im Römischen Reich.

Konevitsa

Der Gründer des Klosters Konevitsa, der Priestermönch Arsenij, brachte vom Berg Athos eine Ikone der Mutter Gottes mit. 1393 kehrte der Heilige nach Groß-Novgorod zurück und erhielt vom Bischof den Segen zur Gründung des Klosters. Seiner Biografie zufolge brachte ihn ein Sturm auf die Insel Kono, wo er ein Kreuz errichtete und seine Behausung auf einem Hügel über der Insel baute. Dies gilt als der Beginn des Klosters Konevitsa.

Karelische Gebetsräume

Gebetsräume befanden sich oft auf oder in der Nähe des Dorffriedhofs. Die ältesten stammen aus den Jahren 1500 und 1600. Das häufigste Baumaterial war Rundholz. Ein Gebetsräumen hatte in der Regel weder einen Altar noch eine Ikonostase, die Ikonen waren nebeneinander an der Rückwand und auf übereinander genagelten Regalen angebracht. Sehr beliebt waren Ikonen von Christus und der Gottesmutter sowie die sogenannten Mehrfeldikonen: man glaubte, dass die Darstellung mehrerer Heiliger auf ein und derselben Ikone die Schutzkraft der Ikone erhöhen würde.

Kloster Valamo

Das Kloster Valamo war vom 18. bis ins frühe 20. Jahrhundert ein beliebtes Wallfahrtsziel, dessen reiches gottesdienstliches Leben und prächtige Architektur ebenso zur Attraktivität der Klosterinseln beitrugen wie deren einzigartige Naturschönheiten. Im Jahr 1911 wurde auf Anordnung des Obersten Kirchenrates in Valamo eine Antikensammlung eingerichtet, zu deren Exponaten Bilder, Zeichnungen und Karten zur Geschichte von Valamo, Ikonen, Gemälde, Manuskripte, kirchliche Gegenstände und Texte, eine umfangreiche Geldabteilung, Stücke aus der Welt der Natur sowie Kuriositäten der damaligen Zeit gehörten.

Wiederaufbau

Die finnisch-orthodoxe Kirche verlor durch den Winterkrieg und den Fortsetzungskrieg fast 90 % ihres Besitzes, mehr als zwei Drittel der Bevölkerung der Konfession wurdenn nach Kanta-Suomi umgesiedelt. Der finnische Staat finanzierte den Bau von Kirchen, Gebetsräumen, Pfarrämtern und Friedhöfen.

Sanktuarium und Ikonostase

Das Sanktuarium ist der heiligste Ort der Kirche und befindet sich an deren östlichem Ende. Zwischen ihm und dem Chorraum befindet sich eine Bilderwand, die Ikonostase. In der orthodoxen Kirche fungiert sie sowohl als Trennwand als auch als verbindendes Element zwischen dem Altar (dem Himmel) und dem Altarraum (der Welt). Die Ikonostase hat eine ziemlich gut etablierte Bildordnung: die Christus-Ikone etwa befindet sich rechts von der Tür des Königs, die Ikone der Mutter Gottes links, und die Ikone des Schutzpatrons der Kirche rechts außen.

Die Sakramente

Durch die sichtbaren Sakramente tritt der Mensch in die Gemeinschaft der Gnade des unsichtbaren Gottes ein. Die Orthodoxie kennt deren sieben: die Taufe, die Salbung mit dem Heiligen Geist unmittelbar nach der Taufe, das Heilige Abendmahl zur Vergebung der Sünden als das zentrale Sakrament der orthodoxen Kirche, die Buße aus dem Bekenntnis der Sünden vor Gott in Gegenwart des Priesters und einem Gebet um Vergebung, das der Priester vorliest, die Ehe mitsamt Verlobung, und die Krankensalbung mit der Bitte um die Gnade Gottes, den Kranken zu heilen.

Das Kirchenjahr

Der Brauch, das Kirchenjahr am ersten September zu beginnen, stammt aus Byzanz. Die 12 großen Feste, denen unterschiedlich lange Fastenzeiten vorausgehen, sind mit dem Leben von Christus und der Jungfrau Maria verbunden, einzige Ausnahme ist das Fest der Entdeckung und Verherrlichung des glorreichen und lebensspendenden Kreuzes. Kirchliche Textilien verwenden im Verlauf des Kirchenjahres unterschiedliche liturgische Farben. Die Farbe Ostern wird nicht zu den zwölf Festen gezählt, weil es als „Fest der Feste” gilt.

Symbole der Auferstehung

Die Geschichte der Ostereier reicht bis in die Frühzeit des Christentums zurück.

Ostereier werden aus den unterschiedlichsten Materialien wie Holz, Porzellan, Glas und Wachs hergestellt, und es gibt unzählige Techniken, um sie zu verzieren: sie können gefärbt, bemalt, bestickt, gefilzt, graviert oder mit dekorativen Elementen beklebt werden. In orthodoxen Kreisen trägt ein Osterei in der Regel den Gruß XB, eine Abkürzung für die slawischen Worte Hristos voskrese, Christus ist auferstanden. Ab Mitte des 19. Jahrhunderts wurden religiöse Darstellungen häufiger, so dass die Eier auch mit Ikonen oder Bildern von Engeln oder Kirchen verziert werden können.

Die Legende besagt, dass die heilige Maria Magdalena dem römischen Kaiser Tiberius kurz nach der Himmelfahrt Christi das erste Osterei schenkte – für sie ein wertvolles Geschenk, da der einzige Reichtum, den sie besaß, in ihrem Glauben an Jesus Christus lag. Sie sprach also zum Kaiser: Christus ist von den Toten auferstanden! Seht euch dieses Ei an. Jetzt ist es tot, aber in ihm steckt neues Leben! Der Kaiser entgegnete, dass jemand von den Toten auferstehe sei genauso schwer zu glauben wie dass ein weißes Ei rot werden könne. Kaum hatte er dies gesagt, färbte sich das Ei tatsächlich leuchtend rot. Seit dieser Zeit verwenden die Christen rote Ostereier als Symbol für die Auferstehung.

Der Verfasser hat das Museum am 19.08.2022 besucht.

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