Exponat
Schnee und Eis konnten auch am Hof der pfälzischen Kurfürsten im 18. Jahrhundert den Anlass für ein besonders glanzvolles Wintervergnügen geben: die Schlittenfahrt.
Eine kostbare Porzellangruppe im Barockschloss Mannheim zeigt eine solche Ausfahrt der Hofgesellschaft. Die Hofhandwerker fertigten dafür prunkvolle Gefährte, reich geschnitzt, bemalt und aufwändig gepolstert, gezogen von passend geschmückten Pferden.
Auch in der Darstellung im Schlossmuseum sitzt eine elegante Dame im Schlitten, hinter ihr steht der Kavalier und führt die Zügel.
Die Schlittengruppe gehörte einst zur Ausstattung des kurfürstlichen Hofes und ist bereits im Inventar von Schloss Mannheim aus dem Jahr 1763 erwähnt. Aufbewahrt wurde sie in der Hofkonditorei: solche Stücke dienten als kunstvoller Tafelschmuck des Dessertgangs, der die festlichen Bankette in überraschenden Kompositionen inszenierte.
Vermutlich geht der Entwurf auf den führenden Frankenthaler Modellmeister Johann Friedrich Lück zurück. Fein gearbeitet bis ins Detail – vom Dreispitz und dem pelzgefütterten Samtmantel des Kavaliers bis zum Hermelinmuff der Dame – gehört die Miniaturplastik aus der kurfürstlichen Porzellanmanufaktur Frankenthal zu den herausragenden plastischen Arbeiten ihrer Zeit.
Standort
Absolutistische, spätbarocke Schlossanlage mit monumentalen Ausmaßen.
Museum, Mannheim
Kunst- und Kulturgeschichte, Kleider und Möbel, Theater, Musikinstrumente und Fotografie. Stadtgeschichte Mannheims.
Museum, Mannheim
Einer der wenigen öffentlichen Ausstellungsräume für zeitgenössische Fotografie in Deutschland.
Mannheim