Ausstellung 12.02. bis 12.07.26
Auf Einladung der Stiftung Bauhaus Dessau präsentieren die Künstlerin Antje Schiffers und ihr Partner Thomas Sprenger die Ergebnisse ihrer Recherche zur Herkunft und Produktion der Baumaterialien der Moderne. Das Projekt beleuchtet die globalen Verflechtungen von Ressourcen, Arbeit und Ökonomien.
Im Zentrum steht die Erkundung verschiedener Abbau- und Produktionsstätten: dDas Duo bereiste Zementanlagen, Flachglasproduktionen, Tagebaue und Ziegeleien in Sachsen-Anhalt, Brandenburg, Anatolien und Kuba. Zentraler Bestandteil ihrer Erkundungen war der direkte Kontakt zu Produzenten, Geologen oder Industriemuseen vor Ort, die durch ihre Kooperation zu Mitwirkenden der Ausstellung werden.
Malerei und Zeichnung fungieren in diesem Kontext als vielschichtige Werkzeuge: sie dienten als Einstieg für Gespräche, als Dokumentationsmedium der Reiseerlebnisse und schließlich als eigenständige Kunstwerke. Die Ausstellung im Bauhaus Museum Dessau macht gesellschaftliche Umbrüche, Verluste, aber auch Aufbrüche und menschliches Engagement über Objekte und Erzählungen greifbar.
Ein wesentliches Element der Inszenierung ist das Ausstellungsdisplay selbst: Kantinentische und Trocknungsregale aus laufenden und stillgelegten Industriearbeitsstätten werden als Träger der Exponate eingesetzt.
Der Ausstellungstitel spielt auch mit der skurrilen Frage, wie viele Tonnen Linsen ein Zementwerk wert sei. Die Antwort findet sich in den historischen globalen Handelsbeziehungen der DDR mit dem Sozialistischen Äthiopien: das Zementwerk New Mugher wurde damals im Rahmen eines langfristigen Importabkommens tatsächlich auch mit Linsen bezahlt. Diese Geschichte macht die oft abstrakten Tauschprozesse und globalen Verflechtungen auf spielerische und sehr konkrete Weise greifbar. Das Museum wird so zu einem Knotenpunkt dieses räumlich und zeitlich ausgefalteten Projekts.
Ausstellungsort
Das Bauhaus, gegründet 1919 von Walter Gropius in Weimar, war Deutschlands berühmteste Kunst- und Designeinrichtung der Klassischen Moderne.
Dependance, Dessau-Roßlau
Von Walter Gropius entworfene Bauten sowie die historischen Außenanlagen – ein einzigartiges Ensemble.
Museum, Dessau-Roßlau
Erhaltener Westflügel des einstigen Residenzschlosses der Fürsten und Herzöge von Anhalt, eines der ältesten und bedeutenden Schloßbauten der Frührenaissance in (Mittel-) Deutschland.
Museum, Dessau-Roßlau
Errichtet 1748-1750 als Leopold-Dank-Stift. Regionalgeologie von Dessau und Umgebung mit paläontologischen Dioramen. Entwicklungsgeschichte des Lebens.
Museum, Dessau-Roßlau
Kunstwerke der Gemälde- und Graphiksammlungen anhaltischer Fürstenhäuser. Mit ca. 2000 Gemälden heute die größte Sammlung alter Malerei in Sachsen-Anhalt.
Gehege, Dessau-Roßlau