Museum

Stadtmuseum Erlangen

Erlangen: Stadtgeschichtliche Dauerausstellung von der Ur- und Frühgeschichte über die Gründung der Hugenottenstadt bis zur Gegenwart der Universitäts- und Siemensstadt.

Die stadtgeschichtliche Dauerausstellung reicht von der Ur- und Frühgeschichte über die Gründung der Hugenottenstadt bis zur Gegenwart der Universitäts- und Siemensstadt.

Kriegsende

Am 16. April 1945 wurde Erlangen den auf Nürnberg vorrückenden US-Truppen vom Erlanger Kampfkommandanten Werner Lorleberg kampflos übergeben.

Damit blieb die Stadt, die bislang vom Bombenkrieg nahezu verschont geblieben war, vor drohender sinnloser Zerstörung kurz vor Kriegsende endgültig bewahrt. Wenige Stunden später starb Lorleberg unter bis heute nicht restlos geklärten Umständen. Das Stadtmuseum erinnert mit einigen Fotos an Person und Orte.

Stadtgeschichte

Zwei Räume im Gewölbekeller spannen einen weiten Bogen vom Auftreten der ersten Menschen in der Region bis zum Ende der vorgeschichtlichen Epoche und zeigen die Totenbräuche von der späten Bronzezeit) bis zur jüngeren Eisenzeit. Zu sehen sind Grabbeigaben aus Grabungen im Erlanger Stadtwald, in Dormitz, Büchenbach und Kriegenbrunn.

Im dritten Kellergewölbe werden die wichtigsten Stationen der Stadtgeschichte von der urkundlichen Ersterwähnung Erlangens als „villa Erlangon” im Jahre 1002 über die Stadtwerdung im 14. Jahrhundert bis hin zum Brand der Altstadt von 1706 veranschaulicht. Der Wiederaufbau erfolgte dann als Barockstadt.

Ein wichtiges Zeugnis der Altstadt ist das angrenzende schiefwinklige Gewölbe, das auf einen Vorgängerbau des Altstädter Rathauses zurückgeht.

Die Ansiedlung französischer Glaubensflüchtlinge im Jahre 1686 war eine entscheidende Weichenstellung in der Geschichte Erlangens. Südlich der Altstadt wurde eine neue Stadt planmäßig angelegt, die sich nach schwierigen Anfangsjahren zu einem wichtigen Handels- und Gewerbeplatz entwickelte. Im Zentrum stehen die von den Hugenotten eingeführten Handwerke und Manufakturen: Strumpfwirkerei und Handschuhmacherei.

Für Erlangens Weg in das Industriezeitalter stehen die ersten Großunternehmen der Textil- und Elektroindustrie: Baumwollspinnerei Erlangen, Reiniger, Gebbert & Schall. Technische Errungenschaften und soziale Probleme der Zeit werden am Beispiel der Elfenbeinkammfabrik Bücking, der Bürstenfabrik Kränzlein, der Lederwaren- und Kartonagenfabrik Zucker, aber auch der „Erba-Spinnerei” und von „RGS” anschaulich. Bleistifterspitzer von Möbius und Messgeräte von Gossen gewähren Einblick in das Warensortiment Erlanger Firmen.

Während der Weimarer Republik blieb Erlangen eine Hochburg der SPD mit einer reichen Arbeiterkultur, die sich bis zu ihrer Zerstörung durch die Nazis eindrucksvoll behauptete.

Die kleine jüdische Gemeinde Erlangens wurde im „Dritten Reich” vollständig vernichtet.

Die Verlagerung der Hauptverwaltung der Siemens-Schuckertwerke AG von Berlin in das unzerstörte Erlangen bedeutete 1945 schließlich den ersten Schritt zur heutigen Großstadt.

Die „Erlanger Markgräfin”

Als junge Witwe bezog Sophie Caroline von Bayreuth (1737-1817) nach dem Tod ihres Mannes 1764 das Erlanger Schloss und ging als kultivierte Frau in der Rolle der „Erlanger Markgräfin” auf. Das Konterfei Sophie Carolines zählt zu den Glanzstücken im Stadtmuseum.

Der Verfasser hat das Museum am 21.11.2015 besucht.

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