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11.3.2024
(modifiziert)
 zu „Stadtmuseum Gütersloh (Museum)”, DE-33330 Gütersloh
Eiserne Lunge
Foto: "Hewa"
 zu „Stadtmuseum Gütersloh (Museum)”, DE-33330 Gütersloh
Miele Gerät
Foto: "Hewa"

Museum

Stadtmuseum Gütersloh

Kökerstraße 7-11a
DE-33330 Gütersloh
Ganzjährig:
Fr, So 14.30-18 Uhr
Sa 11-18 Uhr
In den Schulferien (auch):
Mi-Do 14.30-18 Uhr

Das Museum zeigt vor- und frühgeschichtliche Funde, Aspekte des Alltags in Gütersloh im Jahr 1868, Entstehung und Nutzung von Einrichtungen der Daseinsvorsorge, dazu die Kupferschmiede Thiro, das Lagerhaus der ehemaligen Kornhandlung Angenete und Wulfhorst sowie Werkzeuge, Werkbänke und Maschinen aus der Textil- und Metallindustrie.

Stadtgeschichte

Gütersloh ist eine junge Stadt, die dennoch auf eine lange und bewegte Geschichte verweisen kann. Die Ausstellung zur Stadtgeschichte umfasst Artefakte aus der Bronzezeit wie etwa die Replik des 3.500 Jahre alten „Pavenstädter Riesenbechers” bis hin zu modernen Zeugnissen der digitalen Revolution in der Medien- und Arbeitswelt.

Ein spannendes Kapitel der Stadtgeschichte ist die Zeit der Ravensberger Erweckungsbewegung im 19. Jahrhundert, sie speist sich aus dem angespannten Verhältnis zwischen den überwiegend protestantischen Bürgern Güterslohs und den überwiegend katholischen aus den angrenzenden Gemeinden.

An die frühere Bestimmung des Fachwerkhauses als Schule erinnert eine eingerichtete Lehrerwohnung aus der Zeit des Vormärz.

Im ehemaligen Pferdestall des Gebäudes ist die Einrichtung der Gütersloher Kupferschmiede Thiro zu bestaunen: mehrere Generationen der Familie arbeiteten von 1875 bis 1982 mit den dort ausgestellten Geräten und produzierten zunächst Kessel, Kannen, Töpfe, Pfannen und Destillieranlagen für die ortsansässigen Brennereien und Brauereien. Mit der Einführung von Sanitäranlagen wie Wasserclosetts, Duschen und Zentralheizungen kurz vor dem Ersten Weltkrieg wandelte sich das Berufsfeld des Kupferschmiedes allmählich hin zum Sanitärinstallateur.

Ein weiterer Bereich widmet sich den Persönlichkeiten, die sich für das Allgemeinwohl der Stadt eingesetzt haben, darunter Reinhard Mohn, der 1996 in Gütersloh die älteste Bürgerstiftung Deutschlands ins Leben rief.

Medizingeschichte

Gütersloh war und ist die Heimat zahlreicher Ärzte, die in ihrem Fach z.T. internationale Bekanntheit erlangten. Die Gütersloher Ausstellung zur Medizingeschichte erhielt 1990 den Spezialpreis zum Europäischen Museumspreis. Sie verbindet allgemeine Entwicklungen der Medizingeschichte („Medizin in Antike, Mittelalter und Neuzeit”, „Vom Heilgott zum Halbgott in Weiß”) mit lokalen Bezügen.

Zu sehen sind viele Instrumente und Einrichtungsgegenstände aus der Praxis Dr. Angenetes, darunter ein Skelett sowie Lehr- und Anschauungsmaterialien zum Teil noch aus den 1920er und 1930er Jahren. Ein Schmuckstück ist der Verkaufsraum einer als Apotheke eingerichteten Drogerie von 1890. Zwei Zahnarztstühle von 1925 und 1955 wiederum machen deutlich, dass man auch schon vor der Gesundheitsreform gut daran tat, nicht krank zu werden.

Eine ganz besondere Kostbarkeit ist der Schreibtisch des Medizin-Nobelpreisträgers Robert Koch (1843-1910), den er in seiner Zeit als Direktor am Institut für Hygiene in Berlin (1885-1891) nutzte.

Das Exponat, das die meisten Fragen und Kommentare auslöst, ist zweifellos die Eiserne Lunge, eine stählerne Druckkammerröhre, in der ein Lungenpatient dauerhaft lebte. Heute können in Deutschland kaum ein Dutzend dieser Beatmungsgeräte öffentlich betrachtet werden. Die Eiserne Lunge wurde in den 1950er Jahren für Patienten mit Lungenleiden eingesetzt und auch im Jahre 2008 noch verwendet. Heutzutage haben sich die Heilverfahren jedoch grundlegend geändert.

Industriegeschichte

Die Dauerausstellung zur Industriegeschichte behandelt die industrielle Entwicklung in Deutschland am Beispiel heimischer Firmen und damit schwerpunktmäßig die Textil- und Metallindustrie sowie das Druckereiwesen.

Ein Handwebstuhl aus Jöllenbeck (etwa um 1840) und ein mechanischer Webstuhl aus den Beständen der in den 1970er Jahren geschlossenen Weberei Greve & Güth zeigt den Weg von der Hand- zur Maschinenarbeit. Die Museumsdruckerei wiederum führt zu den Anfängen des Bertelsmann-Konzerns, des regionalen Flöttmann-Verlags und der heute immer noch vielfältigen Zeitungslandschaft an der Dalke.

Natürlich nimmt auch das Thema „Waschen und Waschmaschine” Raum ein: der Hausgerätehersteller Miele ist nach Bertelsmann zweitgrößter Arbeitgeber der Stadt.

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