Museum

Pinneberg Museum

(Stadtmuseum im alten Amtsrichterhaus)

Pinneberg: Stadtgeschichte, Wirtschaft und Kultur. Behandlungszimmer aus der Zeit des frühen 20. Jahrhunderts, zugleich Atelier des 1908 in Pinneberg geborenen Zahnarztes und Malers Rudolph Grothkop.

Das ehemals dänische, dann königlich-preußische Amtsgericht an der Dingstätte 25, im Volksmund heute noch „Altes Amtsgericht” genannt, wurde 1854/55 als „Geschäftslocal” der Landdrostei errichtet.

Stadtgeschichte

Pinneberg erhielt 1875 die Stadtrechte und ist damit, verglichen mit vielen anderen Städten Schleswig-Holsteins, eine junge Stadt. Die Geschichte des Ortes reicht aber weiter zurück. So fand man bei Ausgrabungen im Pinneberger Raum Gefäße und Werkzeuge und, die belegen, dass hier schon Menschen lebten, lange bevor es einen Ort namens Pinneberg gab.

Das erste Mal in einer Urkunde erwähnt wurde Pinneberg im Jahr 1351, Keimzelle war das Schloss, das Graf Otto III. von Holstein-Schauenburg 1470-74 erbauen ließ. Die Bedeutung des Ortsnamens ist nicht eindeutig geklärt. 1640 fiel die Herrschaft Pinneberg an den dänischen König Christian IV. als Herzog von Holstein, 1658 wurde das Pinneberger Schloss von den Schweden niedergebrannt.

Nach dem deutsch-dänischen Krieg errichteten Preußen und Österreich 1864 eine gemeinsame Verwaltung für Schleswig-Holstein. Wenig später verzichtete Österreich nach verlorenem Krieg auf alle Rechte in Schleswig-Holstein zugunsten Preußens, das 1867 Schleswig-Holstein als Provinz eingliederte.

Mit zunehmender Dauer des ersten Weltkrieges entstand in Deutschland eine katastrophale Versorgungssituation und führte am 9. November 1918 in Berlin zur Revolution. Zwar entstand mit der Weimarer Verfassung die erste deutsche parlamentarische Demokratie, aber die durch die Kriegsereignisse und den Versailler Vertrag ausgelöste wirtschaftliche Talfahrt bis hin zur Inflation 1923 machte alle guten Ansätze zunichte, und nach 1929 riss die Weltwirtschaftskrise alles in den Abgrund.

Nach Ausbruch des 2. Weltkriegs am 1. September 1939 wurden neue Ämter zur Versorgung der Bevölkerung gebildet. Im August 1940 erhielt Pinneberg zwei Kriegsgefangenenlager. In der letzten Phase des Krieges diente die Eggerstedt-Kaserne u.a. zur Unterbringung von Truppenteilen und Flüchtlingen, Vertriebenen und Verschleppten aus dem Osten. Mit dem ersten Flüchtlingstreck aus dem Osten, der Anfang 1945 in Pinneberg eintraf, begann ein stetiger Zustrom von Heimatvertriebenen.

Wirtschaft

Die Eisenbahn war, wie überall in Europa, auch in Schleswig-Holstein das eigentliche Symbol für die Modernisierung im 19. Jahrhundert und Schrittmacher der Industrialisierung. Neuer Schub entstand 1853 durch die Eingliederung der Herzogtümer in das dänische Zollgebiet, von dem Altona ausgeschlossen blieb. Nun war Pinneberg interessant für Hamburger Firmen, die sich im dänischen Zollgebiet niederlassen wollten.

Ebenfalls 1853 gründete Ernst-Ludwig Binné in Pinneberg ein Handelsgeschäft für Drogerie- und Kolonialwaren. Heilkräuter, Tees, arabischer Gummi, Farben und Talglichter waren hier genauso erhältlich wie Tabak, Pfeifen und selbst hergestellte Zigarren.

ILO Motoren

Im Keller des Stadtmuseums sind in einer Depotausstellung ca. 80 Motoren aus der ehemaligen Schausammlung der ILO Motorenwerk GmbH ausgestellt, seinerzeit eines der führenden Unternehmen im Zweitaktmotorenbau. Präsentiert wird ein breites Spektrum technischer Entwicklung von Beispielen aus den 20er Jahren bis hin zu den zuletzt hergestellten Typen aus dem Ende der 80er Jahre des zwanzigsten Jahr­hunderts.

Das traditionsreiche Unternehmen schloss Ende 1990 für immer seine Pforten.

Kultur

Die Sammlung von Johannes Görbing umfasst neben etwa 4.000 Mineralien auch eine schöne Auswahl von Edelsteinen. Daneben gibt es kleinere Sekundärsammlungen.

Der 1908 in Pinneberg geborene Zahnarzt und Maler Rudolph Grothkop war den Pinnebergern mit seinem typische Hut und dem Skizzenblock unter dem Arm ein wohlvertrauter Anblick. In zahlreichen Skizzen, Aquarellen und Ölbildern hat er sein Pinneberg dargestellt, aber ebenso die Menschen und ganz besonders seine Patienten.

Gezeigt wird auch sein Behandlungszimmer aus der Zeit des frühen 20. Jahrhunderts.

Der Nachlass Günther Thiersch umfasst 40 Ölgemälde, diverse Handzeichnungen und ca. 150 Radierungen.

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