Ausstellung 03.11.22 bis 16.09.23

Deutsches Medizinhistorisches Museum

Steinreich

Das Schneidhaus der Fugger in Augsburg

Ingolstadt, Deutsches Medizinhistorisches Museum: Das Schneidhaus war, wenn man so will, die erste chirurgische Klinik überhaupt. Die Patienten litten an Eingeweidebrüchen, „Karniffeln” oder Harnblasensteinen. Auch von Ingolstadt aus suchten Kranke das Schneidhaus auf. Bis 16.9.23

Das „Schneidhaus” war eine Stiftung der Fugger aus dem 16. Jahrhundert. Es verfügte über einen fest angestellten, exzellent qualifizierten Schneidarzt und richtete sich an bedürftige Kranke katholischer Konfession, für deren Leiden es eine chirurgische Therapieoption gab.

Die Patienten waren ganz überwiegend männlich, zu zwei Drittel jünger als 15 Jahre und litten ganz überwiegend an Eingeweidebrüchen (Hernien), „Karniffeln” oder Harnblasensteinen. Der stationäre Aufenthalt dauerte durchschnittlich 8 Wochen. Die intra-/postoperative Sterblichkeit lag bei etwa 8 Prozent. Und das Einzugsgebiet reichte bis nach Tirol.

Das Schneidhaus war, wenn man so will, die erste chirurgische Klinik überhaupt. Auch von Ingolstadt aus suchten Kranke das Schneidhaus auf. Einer von ihnen war der 20-jährige Halbwaise Niclaus Kurtz. Er wurde 1624 im Schneidhaus erfolgreich am Blasenstein operiert. Seine Leidensgeschichte bildet als Graphic Novel den roten Faden durch die Ausstellung.

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