Exponat
Das ▸Tefifon ist ein herrlich „zwischen den Welten” liegendes System: vom Handling her wie ein spulenloses Tonband oder die spätere Compact Cassette, vom Abtastprinzip her eher wie eine Schallplatte. In der Kassette steckt ein Kunststoffband, das aber keine magnetische Schicht hat, sondern eine mikroskopisch feine Rille trägt, in welche die Tonsignale mechanisch eingraviert sind. Und wie bei der Schallplatte wird es mit Nadel und Tonabnehmer abgetastet. Eine Kassette konnte dabei bis zu vier Stunden Musik enthalten.
Funktionsprinzip: zusammen mit dem Band ist quasi auch die Rille in der Kassette aufgerollt. Während das Band am Tonabnehmer vorbei transportiert wird, folgt die Nadel der Rille langsam von oben nach unten über die Bandbreite hinweg. Eine clevere Mechanik sorgt dafür, dass das Band innen vom Wickel abgehoben und nach dem Passieren der Abtaststelle von außen wieder auf denselben Wickel zurückgeführt wird, so dass es endlos zirkuliert und keine zweite Spule nötig ist.
In den 1930er Jahren durch den Ingenieur Karl Daniel (1905-1977) entwickelt und zunächst für militärische Zwecke eingesetzt, wurde das Tefifon für den Heimgebrauch schon Ende der 1940er Jahre vermarktet.
Obwohl im Klang den zeitgenössischen Schellackplatten überlegen, konnte sich die Technik nicht durchsetzen. Zum einen kam sie zur falschen Zeit, zum anderen war die Technik relativ empfindlich gegen Schmutz, Bandverzug und Abnutzung. Gegenüber der viel leichter herzustellenden und handzuhabenden Schallplatte blieb die Klangqualität begrenzt und die Stereotauglichkeit schwierig, zudem erwuchs ihm mit dem Magnettonband eine weitere, technisch überlegene Konkurrenz.
Im Wettlauf um die Gunst der Kunden holte das Tefifon schließlich nicht mehr auf, und die Serienproduktion endete mit der Schließung des Stammwerks in Köln-Porz im Jahr 1965.
Standort
Entwicklung der Musikautomaten seit der kunsthandwerklichen Fertigung im 17. und 18 Jahrhundert über die Hochblüte im ausgehenden 19. Jh. bis hin zum Abgesang in der Zeit der Weltwirtschaftkrise in der 1920er Jahren. 500 Klaviere, Orchestrien, Spieluhren.
Museum, Cham
Geschichte der Rundfunktechnik von den 1920er Jahren bis in die Gegenwart. Über 2000 meist funktionstüchtige Exponate.
Museum, Einbeck
Einbecker Stadtgeschichte vom Mittlelalter bis zur Gegenwart. Münzkabinett (regionale und städtische Geldgeschichte vom 12. bis 19. Jahrhundert). Der Einbecker Apotheker und Morphium-Entdecker F.W. Sertürner. Zünfte und Gilden, Formstecher und Tapetendruck. Geschichte des Fahrrades.
Museum, Büdingen
Spätgotisches ehemaliges Stadtwirtshaus "Zum Schwanen" aus der Zeit um 1500. Lebenswelt der jungen Bundesrepublik Deutschland: bunte Tütenlampen, Nierentisch und Plastiksessel, Plattenspieler, Musiktruhe, Mopedroller u.v.m.
Museum, München
Eines der bedeutendsten naturwissenschaftlich-technischen Museen der Welt. Die systematischen Dauerausstellungen umfassen die meisten Gebiete der Technik und die wichtigsten Gebiete der Naturwissenschaften von den Anfängen bis heute.
Museum, Bruchsal