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22.1.2026
Tefifon KC-4/T zu „Die aufgewickelte Schallplatte”,
Tefifon KC-4/T, Tefi-Apparatebau, Köln-Porz, um 1960

Exponat

Die aufgewickelte Schallplatte

Beim Tefifon war die Tonrille in ein Kunststoffband graviert

Deutsches Musikautomatenmuseum
DE-76646 Bruchsal

Das ▸Tefifon ist ein herrlich „zwischen den Welten” liegendes System: vom Handling her wie ein spulenloses Tonband oder die spätere Compact Cassette, vom Abtastprinzip her eher wie eine Schallplatte. In der Kassette steckt ein Kunststoffband, das aber keine magnetische Schicht hat, sondern eine mikroskopisch feine Rille trägt, in welche die Tonsignale mechanisch eingraviert sind. Und wie bei der Schallplatte wird es mit Nadel und Tonabnehmer abgetastet. Eine Kassette konnte dabei bis zu vier Stunden Musik enthalten.

Funktionsprinzip: zusammen mit dem Band ist quasi auch die Rille in der Kassette aufgerollt. Während das Band am Tonabnehmer vorbei transportiert wird, folgt die Nadel der Rille langsam von oben nach unten über die Bandbreite hinweg. Eine clevere Mechanik sorgt dafür, dass das Band innen vom Wickel abgehoben und nach dem Passieren der Abtaststelle von außen wieder auf denselben Wickel zurückgeführt wird, so dass es endlos zirkuliert und keine zweite Spule nötig ist.

In den 1930er Jahren durch den Ingenieur Karl Daniel (1905-1977) entwickelt und zunächst für militärische Zwecke eingesetzt, wurde das Tefifon für den Heimgebrauch schon Ende der 1940er Jahre vermarktet.

Obwohl im Klang den zeitgenössischen Schellackplatten überlegen, konnte sich die Technik nicht durchsetzen. Zum einen kam sie zur falschen Zeit, zum anderen war die Technik relativ empfindlich gegen Schmutz, Bandverzug und Abnutzung. Gegenüber der viel leichter herzustellenden und handzuhabenden Schallplatte blieb die Klangqualität begrenzt und die Stereotauglichkeit schwierig, zudem erwuchs ihm mit dem Magnettonband eine weitere, technisch überlegene Konkurrenz.

Im Wettlauf um die Gunst der Kunden holte das Tefifon schließlich nicht mehr auf, und die Serienproduktion endete mit der Schließung des Stammwerks in Köln-Porz im Jahr 1965.

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Deut­sches Musik­auto­maten-Museum

Ent­wick­lung der Musik­auto­maten seit der kunst­hand­werk­lichen Ferti­gung im 17. und 18 Jahr­hundert über die Hoch­blüte im aus­gehen­den 19. Jh. bis hin zum Abge­sang in der Zeit der Welt­wirt­schaft­krise in der 1920er Jahren. 500 Kla­viere, Orche­strien, Spiel­uhren.

Museum, Cham

Rund­funk­museum

Ge­schich­te der Rund­funk­technik von den 1920er Jah­ren bis in die Gegen­wart. Über 2000 meist funk­tions­tüch­tige Expo­nate.

Museum, Einbeck

Stadt­museum Einbeck

Ein­becker Stadt­ge­schichte vom Mittlel­alter bis zur Gegen­wart. Münz­kabinett (regio­nale und städti­sche Geld­ge­schichte vom 12. bis 19. Jahr­hun­dert). Der Ein­becker Apo­theker und Mor­phium-Ent­decker F.W. Ser­türner. Zünfte und Gilden, Form­stecher und Tapeten­druck. Ge­schich­te des Fahr­rades.

Museum, Büdingen

50er-Jahre-Museum

Spät­goti­sches ehe­ma­liges Stadt­wirts­haus "Zum Schwa­nen" aus der Zeit um 1500. Lebens­welt der jungen Bundes­repu­blik Deutsch­land: bunte Tüten­lampen, Nieren­tisch und Plastik­sessel, Platten­spieler, Musik­truhe, Moped­roller u.v.m.

Museum, München

Deut­sches Museum

Eines der be­deu­tend­sten natur­wissen­schaft­lich-tech­ni­schen Museen der Welt. Die sys­te­ma­ti­schen Dauer­aus­stel­lun­gen um­fas­sen die mei­sten Ge­biete der Tech­nik und die wich­tig­sten Ge­biete der Natur­wissen­schaf­ten von den An­fängen bis heute.

Museum, Bruchsal

Städti­sches Museum Bruch­sal

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