Ausstellung 17.07. bis 15.08.21

Historische Fraunhofer-Glashütte

Über die Schwelle

Familie Haushofer - fünf Generationen für Kunst, Wissenschaft und Politik

Benediktbeuern, Historische Fraunhofer-Glashütte: Die Haushofers waren über Generationen hinweg maßgeblich am gesellschaftlichen Leben in Bayern beteiligt und taten sich als Maler, Schriftsteller, Politiker oder Wissenschaftler hervor. Bis 15.8.21

Die Ausstellung nimmt eine oberbayerische Familie in den Blick: die Haushofers, die über Generationen hinweg maßgeblich am gesellschaftlichen Leben in Bayern beteiligt waren und sich als Maler, Schriftsteller, Politiker oder Wissenschaftler hervortaten.

Geradezu exemplarisch bilden sich in ihren Vertretern Exponenten aus Kunst, Wissenschaft und Politik heraus, die sowohl im 19. wie im 20. Jahrhundert maßgebend am gesellschaftlichen Leben in Bayern beteiligt waren.

Beginnend beim Landschafts-Maler Maximilian Haushofer, dem Begründer der Künstlerkolonie der Frauenwörth im Chiemsee, zeigt sich immer wieder bei einzelnen Familienmitgliedern ein ebenso künstlerisch wie dann auch wissenschaftlich hervorstechendes Werk und zieht sich quer durch die Generationen. Einer der Söhne von Anna und Max Haushofer, Karl Haushofer (der Ältere), war ebenfalls Hochschullehrer, allerdings als Professor für Mineralogie.

Ein anderer der Söhne, ebenfalls Max (hier zur Unterscheidung „der jüngere“ genannt) mit Namen wurde auch Professor, und zwar der Nationalökonomie. Thomas Mann gehörte zu seinen begeisterten Studenten. Seine zweite Frau, die Schriftstellerin Emma Haushofer-Merk, veröffentlichte zahlreiche Novellen, Erzählungen, Romane und Essays und nahm auch eine herausragende Stellung in der sich formierenden Frauenbewegung ein.

Bei Karl Haushofer, dem Begründer einer Wissenschaft, der er den Namen „Geopolitik” gibt, führte die wilhelminisch geprägte politische Ausrichtung zu einer Nähe zur nationalsozialistischen Führung. Karl Haushofers Sohn Albrecht, Autor der berühmt gewordenen Moabiter Sonette, wurde nach dem Stauffenberg-Attentat von den Nationalsozialisten verfolgt, inhaftiert und eine Woche vor Kriegsende von der SS durch Genickschuss getötet.

Martha Haushofer, ohne die ihr Mann Karl überhaupt keine wissenschaftliche Karriere hätte machen können, wirkte als Co-Autorin, Organisatorin und Übersetzerin (z.B. auf der Japan-Reise) mit. Ihre künstlerischen Fähigkeiten übte sie nur privat aus. Ihr zweiter Sohn Heinz und später auch sein Sohn Martin verfassten bemerkenswerte Bücher über die Landwirtschaft und nahmen hohe Positionen in Staat und Gesellschaft ein.

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