Ausstellung 24.03. bis 31.08.23

unBinding Bodies

Lotosschuhe und Korsett

Bis 31.8.23, Tieranatomisches Theater, Berlin

Berlin, Tieranatomisches Theater: Die Ausstellung zeigt die sensiblen Objekte vor dem Hintergrund von Sozial-, Kolonial- und Medizingeschichte und untersucht das Füßebinden als situierte Praxis, die die Frauen nicht nur einschränkte, sondern auch identitätsstiftend wirkte.

Über einen Zeitraum von tausend Jahren wurden chinesischen Mädchen die Füße gebunden, um sie möglichst klein zu halten. Europäer blickten mit einer Mischung aus Faszination und Befremden auf dieses Schönheitsideal. Im 19. Jahrhundert interessierten sich auch Mediziner für die sog. „Lotosfüße”. Viele entsprechende Präparate befinden sich bis heute in wissenschaftlichen Sammlungen.

Die Ausstellung zeigt diese sensiblen Objekte vor dem Hintergrund von Sozial-, Kolonial- und Medizingeschichte und untersucht das Füßebinden als situierte Praxis, die die Frauen nicht nur einschränkte, sondern auch identitätsstiftend wirkte. Ein Fokus liegt auf dem Wechselspiel von Selbst- und Fremdwahrnehmungen und der Verflechtung chinesischer und europäischer Emanzipationsbewegungen: parallel zu den Initiativen zur „Fußbefreiung” kämpften Frauen in Europa gegen das Korsett.

Die Ausstellung gibt den Frauen eine Stimme. Künstlerische Positionen von Zhang Gong, kate-hers RHEE und Zhang Rui treten in einen Dialog mit den Exponaten und öffnen die Perspektive auf Schönheitsnormen und die Zurichtung von Körpern in der Gegenwart.

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