Ausstellung 23.10.25 bis 08.03.26
Kunst in der Eiszeit? Und ob! Vor rund 45.000 Jahren kamen moderne Menschen nach Europa und fertigten meisterhaft gearbeitete Kunstwerke, darunter kleine Figuren von Menschen und Tieren, die uns zeigen, wie sie ihre Lebenswelt wahrgenommen haben. Im Mittelpunkt der Wanderausstellung, die von der Arbeitsgemeinschaft Weltkultursprung konzipiert wurde, stehen die 23 berühmtesten Eiszeitfiguren Europas aus der Altsteinzeit.
Ob Tierdarstellungen, menschliche Figuren oder rätselhafte Mischwesen: die kleinen Skulpturen aus Mammutelfenbein, Knochen oder Geweih beeindrucken bis heute durch ihre Ausdruckskraft. Sie erzählen Geschichten einer Epoche, die von Kälte, Mobilität und Überlebenskampf geprägt war. Mammuts, Pferde oder Höhlenlöwen tauchen ebenso auf wie weiblich gedeutete Figuren oder Mischwesen, die menschliche und tierische Züge vereinen. Viele Originale sind nur fragmentarisch erhalten.
Die Originale stammen aus Deutschland, Frankreich, Tschechien, der Slowakei, der Ukraine und Russland, sie sind zwischen 40.000 und 12.000 Jahre alt. Die Ausstellung zeigt die Kunstwerke, aufwendig rekonstruiert, als detailgetreue Nachbildungen. Anfassen der Tastobjekte ist ausdrücklich erwünscht! Hinzu kommen Originale aus dem Badischen Landesmuseum wie eine stilisierte Frauenfigur und ein verzierter Lochstab aus der Fundstelle Petersfels bei Engen.
Ein besonderer Fokus der Ausstellung liegt auf Südbaden: Am Petersfels bei Engen entstanden vor rund 14.000 Jahren die altesten Kunstwerke der Region: Schmuck und abstrakte Figuren aus Gagat und anderen Materialien. Feine Gravuren spiegeln genaue Beobachtung der Tierwelt wider und zeugen von einer erstaunlichen Liebe zum Detail.
Auch die Höhlen der Schwäbischen Alb gehören zu den bedeutendsten Fundorten Europas. Hier wurden die vielleicht ältesten Kunstwerke des Kontinents geschaffen, darunter der berühmte „Löwenmensch”: eine Skulptur, die als Replik präsentiert wird. Musikinstrumente wie Flöten aus Vogelknochen oder Mammutelfenbein weisen zudem auf soziale und rituelle Praktiken hin. Aufgrund ihrer einzigartigen Funde zählen die Höhlen Geißenklösterle, Hohle Fels, Vogelherd und Hohlenstein-Stadel seit 2017 zum UNESCO-Welterbe.
Die Ausstellung widmet sich auch Geschlechterdarstellungen in der Eiszeit. Viele Figuren werden traditionell als weiblich interpretiert. Doch manche Objekte passen nicht in ein binäres Schema: sie vereinen Merkmale, die wir heute unterschiedlichen Geschlechtern zuschreiben würden. Offenbar dachten die Menschen damals nicht in klar getrennten Kategorien. Besucher sind also eingeladen, diese Vielfalt mit heutigen Fragen nach Identität und Geschlecht in Beziehung zu setzen.
Hands-On-Stationen mit Originalmaterialien wie Mammutelfenbein, Gagat oder Knochen, Nachbildungen von Funden, eine Riechstation oder Flötenmusik sprechen alle Sinne an.
Ausstellungsort
Archäologie Südbadens: Steinzeit, Bronzezeit, Kelten (Fürstengrab von Ihringen), Römerzeit (Wandgemälde), Alamannenschatzkammer.
Bis 11.1.2026, Freiburg im Breisgau
Ihre Farbenpracht und Vielfalt sind atemberaubend. Großformatige Makrofotografien von Janosch Waldkircher, zahlreiche Präparate und Mitmachstationen laden zum Erforschen der faszinierenden Tiere ein.
Bis 31.3.2026, Freiburg im Breisgau
Viele Künstlerinnen spezialisierten sich auf das Genre „Blumenmalerei und Stillleben”, da es als gesellschaftlich akzeptabel galt. Diese Werke zeigen bei näherer Betrachtung jedoch eine beeindruckende technische Brillanz.
Museum, Freiburg im Breisgau
Kulturgeschichte und Kunst außereuropäischer Völker. Regionale Geologie, Paläontologie, Mineralogie, Bergbau; Edelsteinkabinett; Zoologie: Vogelsaal, Insekten.
Museum, Freiburg im Breisgau
Goldschmiedewerke, mittelalterliche Tapisserien (Wandteppiche), Gemälde von Cranach, Baldung, Grünewald, Feuerbach, Thoma u.a., Skulpturen vom Münster.
Museum, Freiburg im Breisgau
Spätbarockes Haus des Malers, Bildhauers, Architekten und Stifters Johann Christian Wentzinger (1710-1797). Schätze aus 900 Jahren Stadtgeschichte.