Ausstellung 24.10.25 bis 22.02.26
Verführt, verraten und zum Narren gehalten – seit dem Mittelalter illustrieren „Weibermacht”-Darstellungen ein zu allen Zeiten viel verbreitetes Motiv: das vermeintlich starke Geschlecht verliert durch das Wirken einer schönen Frau buchstäblich den Verstand.
Aus männlicher Perspektive galt dies als Warnung vor weiblicher Raffinesse, die in verschiedenen Paarkonstellationen veranschaulicht wurde. So überzeugte einst Phyllis den berühmten Gelehrten Aristoteles, sich von ihr als Reittier missbrauchen zu lassen. Und nicht zuletzt Lucas Cranach verbreitete die Geschichte von der lydischen Königin Omphale, die ihren Geliebten, den übermenschlich starken Helden Herkules, dazu verleitete, Keule und Löwenfell gegen Spindel und Frauenkleider einzutauschen.
Diese und weitere Erzählungen zeigen Männer, die ihre Macht verlieren. Doch ist die Frau wirklich nur „die schöne Böse”?
Misogyne Strukturen, die selbstbewusst handelnde Frauen als Bedrohung begreifen, bestehen bis heute und haben sich nicht zuletzt durch Bilder über die Jahrhunderte hinweg verfestigt. Letztlich tragen auch sie zu einem gesellschaftlichen Ungleichgewicht bei, in dem Machtfragen meist immer noch zugunsten des Patriarchats entschieden werden.
Hier setzt die Ausstellung an: sie hinterfragt – ausgehend vom kunsthistorischen Motiv der „Weibermacht” – stereotype Geschlechtervorstellungen bis in unsere Gegenwart. Sie zeigt Machtverschiebungen auf und präsentiert positive Vorbilder und Beispiele weiblicher Macht.
Meisterwerke Alter Kunst, neu befragt und ergänzt durch zeitgenössische Kunstwerke aus dem Kunstmuseum Wolfsburg, bringen den männlich dominierten Blick der Kunstgeschichte ins Wanken und fördern einen kritischen und produktiven Dialog mit provokativen Positionen weiblicher und queerer Künstler von heute.
Ausstellungsort
Eines der ältesten Kunstmuseen Europas. Viertgrößte Gemäldegalerie Alter Meister in Deutschland, Skulpturen und Kunsthandwerk von der Antike bis zur frühen Neuzeit, Kupferstichkabinett mit Werken vom Mittelalter bis zur Gegenwart.
Dependance, Braunschweig
Neoromanischer Bau im Geiste des Historismus. Rekonstruktion der kriegszerstörten Ausmalung. Mittelalterliche Kunst.
Museum, Braunschweig
Fotografische Nachlässe der Brauschweiger Fotografen Käthe Buchler, Hans Steffens und Nikolaus Geyer. Arbeiten aus der Frühzeit der Fotografie. Wechselausstellungen nationaler und internationaler Künstler
Museum, Braunschweig
Sammlungen zur Braunschweigerischen Kunst- und Kulturgeschichte, Münz und Geldwesen, vorindustrielle Produktion, Zünfte, Handwerk und Industrie, Religiöse Zeugnisse, Stadtgeschichte, Städtisches Leben, Bilder zur Kunst- und Kulturgeschichte, Völkerkunde.
Schloss, Braunschweig
Das Residenzschloss der Welfen wurde anhand alter Pläne und historischer Fotos in ursprünglicher Größe am historischen Platz, am Schlossplatz, rekonstruiert.
Bot. Garten, Braunschweig
Ca. 4.000 Pflanzenarten, das sind etwa 1,5% der Weltflora. Reichhaltiges Angebot von Führungen, Vorträgen, Info-Heften und Ausstellungen.