Version
22.10.2025
Schmidt-Rottluff, Zwei Akte zu „Wilde Farben, freier Geist”, DE-82431 Kochel am See
Karl Schmidt-Rottluff, Zwei Akte im Grünen, 1913
Otto Mueller, Badende zu „Wilde Farben, freier Geist”, DE-82431 Kochel am See
Otto Mueller, Badende, 1920
Foto: © Collecto.art
Kirchner, Blaue Artisten zu „Wilde Farben, freier Geist”, DE-82431 Kochel am See
Ernst Ludwig Kirchner, Blaue Artisten, 1914
Foto: © Collecto.art
Erich Heckel, Parksee zu „Wilde Farben, freier Geist”, DE-82431 Kochel am See
Erich Heckel, Parksee, 1914
Foto: © Collecto.art

Ausstellung 23.11.25 bis 12.04.26

Wilde Farben, freier Geist

120 Jahre Künstlergruppe Brücke

Franz Marc Museum

Franz Marc Park 8-10
DE-82431 Kochel am See
April bis Juli, Sept bis Okt:
Di-So+Ft 10-18 Uhr
Aug:
tägl. 10-18 Uhr
Nov bis März:
Di-So+Ft 10-17 Uhr

1905 wagte eine Gruppe junger Künstler den Aufbruch in die Moderne. Mit leuchtenden Farben, radikal vereinfachten Formen und einer neuen, subjektiven Ausdruckskraft suchten sie nach einem unverstellten Zugang zur Welt. Die Brücke-Künstler forderten den Kunstbegriff ihrer Zeit heraus und legten den Grundstein für die Entwicklung der modernen Kunst in Deutschland.

Die Ausstellung zeichnet in thematisch gegliederten Kapiteln die charakteristischen Facetten dieser Gemeinschaft nach. Ausgehend von ihrem kulturkritischen Anspruch, die starren Regeln und Konventionen der wilhelminischen Kunst durch das „Unmittelbare” und „Unverfälschte” zu überwinden – wie es im Programm der Brücke von 1906 formuliert wurde – strebten Ernst Ludwig Kirchner, Erich Heckel, Karl Schmidt-Rottluff, Max Pechstein und Otto Mueller nach einer neuen Einheit von Kunst und Leben. Dieses Ideal zeigt sich ebenso in den vitalen Aktdarstellungen der frühen Dresdner Jahre wie in den von der Dynamik und Widersprüchlichkeit der Großstadt geprägten Szenen der Berliner Zeit. Die Faszination des Ursprünglichen führte zugleich zur Auseinandersetzung mit außereuropäischer Kunst und Kultur, die den Künstlern als ästhetisches und spirituelles Vorbild diente.

Aus heutiger Perspektive erscheint dieser Blick jedoch auch als Ausdruck einer unreflektierten Aneignung kolonial geprägter Bilderwelten. Ebenso werfen manche ihrer Werke, etwa Darstellungen kindlicher Modelle, Fragen nach Grenzüberschreitungen und Geschlechterrollen auf, die im historischen Kontext kritisch zu beleuchten sind.

Mit rund 50 Gemälden, Zeichnungen, Skulpturen und grafischen Werken beleuchtet die Ausstellung die Anfänge einer Bewegung, die Kunst und Leben untrennbar miteinander verband. Zugleich lädt sie dazu ein, das Erbe der Brücke neu zu betrachten: als Ausdruck eines radikalen Aufbruchs, dessen schöpferische Energie wie auch seine Widersprüche bis in die Gegenwart wirken.

POI

Ausstellungsort

Franz Marc Museum

Samm­lung Franz Marc und Blauer Reiter.

Museum, Düsseldorf

Museum Kunst­palast

Um­fang­reiche Kunst- und Kunst­ge­werbe­samm­lun­gen des frühe­ren Kunst­museums. Werke der ita­lie­ni­schen und hollän­di­schen Malerei und Skulp­tur, Kunst­ge­werbe und Möbel. Hoch­karä­tige Aus­stel­lun­gen.

Bis 31.12.2025, Chemnitz

Karl Schmidt-Rottluff

Karl Schmidt-Rottluff gründete 1905 mit seinen Freunden Fritz Bleyl, Ernst Ludwig Kirchner und Erich Heckel in Dresden die Künstler­gruppe „Brücke”.

Bis 11.1.2026, Bern

Kirchner × Kirchner

1933 kura­tierte Ernst Ludwig Kirchner selbst seine grösste Retro­spektive in der Kunst­halle Bern. Die aktuelle Aus­stellung folgt seinem Blick auf das eigene Werk.

Bis 11.1.2026, Bern

Panorama Schweiz

Die Aus­stellung eröffnet ein weites Pano­rama von Schweizer Künstlern und Motiven, die sich in Bezie­hung zu Ernst Ludwig Kirchners Schaffen setzen lassen.

Museum, Urfeld

Walchen­see Museum

Das Museum im ehe­ma­ligen „Hotel zur Post”. Künst­ler, die am Wal­chen­see gelebt und ge­wirkt haben, insb. Lovis Corinth, der 1918-1925 zeit­weise in Urfeld wohnte. Um­fang­reiche heimat­kund­liche Samm­lun­gen.

Verantw. gem. §55 Abs 2 RStV:
Rainer Göttlinger
Pressemitteilungen willkommen
#3103168 © Webmuseen Verlag