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4.9.2025
Wilhelm Busch, Die drei Räuber zu „Kriegsverlust zurück im Museum”,
Wilhelm Busch, Die drei Räuber (aus: Die kühne Müllerstochter), 1868
© Staatliche Museen zu Berlin, Kupferstichkabinett / Antje Penz

Exponat

Kriegsverlust zurück im Museum

Zeichnung von Wilhelm Busch wieder im Berliner Kupferstichkabinett

Kunstbibliothek und Kupferstichkabinett
DE-10785 Berlin

80 Jahre lang galt die Zeichnung „Die drei Räuber” von Wilhelm Busch als verschollen. Jetzt tauchte sie im Schweizer Kunsthandel auf und wurde von der ehemaligen Besitzerin des Werkes dem Kupferstichkabinett der Staatlichen Museen zu Berlin geschenkt.

Beim Zürcher Auktionshaus Koller wurde im Frühjahr 2025 eine Privatsammlung aus Winterthur zur Versteigerung eingeliefert. Bei seinen Nachforschungen stellte Franz-Carl Diegelmann, Leiter der Abteilung Alte Grafik/Zeichnungen, fest, dass die Zeichnung „Die drei Räuber” zu Wilhelm Buschs Gedicht „Die kühne Müllerstochter” ehemals zum Bestand des Berliner Kupferstichkabinetts gehörte und durch Kriegswirren abhandengekommen war. Das Auktionshaus nahm daraufhin Kontakt mit dem Museum auf, das den Kriegsverlust bestätigte. Nach Gesprächen des Auktionshauses mit der Besitzerin der Zeichnung war diese bereit, das Werk dem Kupferstichkabinett zu schenken.

Die „Drei Räuber” illustrieren das Gedicht „Die kühne Müllerstocher” von Wilhelm Busch (erstmals erschienen 1868 in Band 20 der Zeitschrift „Über Land und Meer”). Es ist das zweite Blatt der insgesamt elfteiligen Folge einer schauerlichen Begebenheit.

Im dazugehörigen Text heißt es: „Da schleichen drei Räuber wild und stumm / – Husch, husch! pist, pist! – ums Haus herum.” Die Müllerstochter bemerkt die nächtlichen Einbrecher und weiß sich zu wehren. Auf dem letzten Bild wird dann Resümee gezogen: „So starben die drei ganz unverhofft. / O, Jüngling! da schau her!!! / So bringt ein einzig Mädchen oft / Drei Männer in’s Malheur!!!!”

„In seiner Moritat schildert Wilhelm Busch eine überraschende Wendung. Denn manchmal kommen die Dinge ganz anders als erwartet. – Nicht die überfallene Müllerstochter ist das Opfer, sondern am Ende sind die Räuber tot. Und was als Kriegsverlust galt, findet durch glückliche Umstände und private Großzügigkeit seinen Weg zurück ins Museum und damit wieder in öffentlichen Besitz.” (Anna Pfäfflin, Kuratorin)

POI

Standort

Kunst­biblio­thek u. Kupfer­stich­kabinett

Größ­te graphi­sche Samm­lung in Deutsch­land und eine der vier bedeu­tend­sten der Welt. Euro­päische und ameri­kanische Zeich­nungen und Druck­grafik vom Mittel­alter bis zur Gegen­wart. Illumi­nierte, d.h. mit Male­reien ge­schmück­te Hand­schriften des Mittel­alters.

Museum, Wiedensahl

Museum im Alten Pfarr­haus

Er­inne­run­gen an Wil­helm Busch. Der Humo­rist, Zeichner, Maler und Dichter wurde am 15. April 1832 in Wieden­sahl geboren.

Museum, Ebergötzen

Wilhelm-Busch-Mühle

Der wohl be­kann­te­ste deut­sche Humo­rist, Dichter und Zeich­ner Wil­helm Busch hat hier 1841-1845 als Schüler die schön­ste Zeit seiner zwei­ten Kind­heit ver­lebt.

Museum, Ratzeburg

A.-Paul-Weber-Museum

Etwa 300 Expo­nate kriti­scher und sati­ri­scher Graphik aus A.Paul Webers umfang­reichem Werk.

Museum, Hannover

Museum Wilhelm Busch

Einzig­artige Wil­helm-Busch-Samm­lung. Inter­natio­nal be­deu­ten­de Samm­lung sati­ri­scher Kunst aus vier Jahr­hun­der­ten mit Wer­ken von von Künst­lern wie William Ho­garth, James Gillray, Fran­cisco de Goya und Honore Daumier sowie Thomas Theo­dor Heine, A. Paul Weber, Tomi Unge­rer, Ro­nald Searle und an­de­ren.

Ausstellungshaus, Berlin

Kultur­forum Pots­damer Platz

Gebäude­ensem­ble zwischen dem Verkehrs­knoten­punkt Pots­damer Platz und dem frü­he­ren Lützow­platz mit dem Kunst­gewerbe­museum, der Kunst­biblio­thek, dem Kupfer­stich­kabinett und der Gemälde­galerie.

Verantw. gem. §55 Abs 2 RStV:
Rainer Göttlinger
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